Jörg Uwe Pehle ist ausgezogen und lebt erst einmal in einer Ferienwohnung
Das Pfarrhaus schimmelt

Vlotho (WB). Das Pfarrhaus der evangelischen Kirchengemeinde St. Stephan ist gerade mit großem Aufwand von außen renoviert worden. Jetzt stehen erneut umfangreiche Arbeiten an, denn die Raumluft ist erheblich mit Schimmelsporen belastet. Pfarrer Jörg Uwe Pehle und sein Mann sind mit Rücksicht auf ihre Gesundheit vorläufig ausgezogen.

Sonntag, 29.09.2019, 09:45 Uhr aktualisiert: 29.09.2019, 09:48 Uhr
Das Pfarrhaus an der Burgstraße ist Ende der fünfziger Jahre gebaut worden. Bevor Pfarrer Jörg Uwe Pehle hier im November 2016 einzog, ist es von außen umfassend renoviert worden. Foto: Jürgen Gebhard
Das Pfarrhaus an der Burgstraße ist Ende der fünfziger Jahre gebaut worden. Bevor Pfarrer Jörg Uwe Pehle hier im November 2016 einzog, ist es von außen umfassend renoviert worden. Foto: Jürgen Gebhard

Das Pfarrhaus in der Kurve der Burgstraße wurde Ende der fünfziger Jahre errichtet. Anschließend sei nur wenig in die Instandhaltung investiert worden, räumen die Presbyter bei einem Ortstermin ein.

Als die Kantorin Ende 2015 ausgezogen war und als sich der neue Pfarrer ankündigte, wurde das Haus von außen auf den aktuellen Stand gebracht. »Einige zehntausend Euro hat das gekostet«, sagt Presbyterin Christiane Althof. Das Pfarrhaus wurde ordentlich gedämmt, erhielt einen neuen Anstrich, ein neues Dach, einen neuen Balkon, eine neue Heizung, einige neue Heizkörper und eine moderne Haustür. »Wir wollten unserem Pfarrer hier zeitgemäßes Wohnen ermöglichen«, sagt die Vertreterin des Leitungsgremiums von St. Stephan.

Ständige Atemwegsbeschwerden

Pfarrer Jörg Uwe Pehle und sein Mann kamen im November 2016 nach Vlotho und richteten sich im Pfarrhaus ein. Schon bald klagten beide über ständige Atemwegsbeschwerden. Wenn sie jedoch mal einige Tage nicht im Haus waren, hatten sie keinerlei Probleme.

Als sie dann auch noch schwarze Stellen an Wänden im Erdgeschoss entdeckten, vermuteten sie einen Zusammenhang. In Absprache mit dem Presbyterium wurde ein Raumluftgutachter beauftragt. Und der habe erheblichen Schimmelbefall in der Raumluft festgestellt und dringenden Handlungsbedarf gesehen. Ursache sei hier aber keinesfalls – wie oft bei Schimmelbildung – unzureichendes Lüften der Wohnung. Der vorhandene Schimmel im Pfarrhaus sei bei der Renovierung anscheinend übersehen worden.

Tapeten in mehreren Lagen

»Durch eine umfangreiche Innensanierung können die Schimmelsporen entfernt werden«, fassen die Presbyter das Ergebnis des Gutachters zusammen. Niemand habe zum Beispiel gewusst, dass Tapeten im Haus teilweise in mehreren Lagen geklebt seien – dahinter hätte sich wohl über Jahre Schimmel gebildet. Die Tapete müsse nun entfernt werden, anschließend würden die Wände mit atmungsaktiver Farbe gestrichen.

Auch einige Fußböden seien betroffen und müssten erneuert werden: Das Pfarrhaus sei nur teilweise unterkellert, an Kältebrücken unter dem Parkett hätte sich Schimmel gebildet. Feuchtigkeit und Schimmel gebe es auch im Keller, hier müsse demnächst zusätzlich sehr intensiv gelüftet werden. Schimmelsporen seien auch auf den Möbeln nachgewiesen worden. Die Möbel würden deshalb aus dem Haus geholt und von einem Fachunternehmen gereinigt.

Das Presbyterium hofft, dass Pfarrer Jörg Uwe Pehle Ende des Jahres wieder in sein Pfarrhaus einziehen kann. Bis dahin lebt er in einer Ferienwohnung in Vlotho und macht auch ganz regulär Dienst. Telefonisch ist er solange nur per Handy 0152/32186430 oder per E-Mail (jupehle@mail.de) erreichbar, nicht aber über den Festnetzanschluss im Pfarrhaus.

Kommentar

Das ist der Super-Gau eines jeden Hausbesitzers. Man hat viel Geld in die Renovierung investiert, freut sich das alles fertig ist – und merkt nach einiger Zeit, dass man quasi wieder von vorne anfangen kann. Dem Presbyterium ist in dieser Situation nichts anderes übrig geblieben, als nach der Außensanierung nun auch noch eine umfassende Innensanierung einzuleiten und der Pfarrer hatte mit Rücksicht auf seine Gesundheit keine andere Wahl, als sich vorläufig ein anderes Quartier zu suchen. Der Schimmel ist offensichtlich schon seit Jahren im Haus. Vor diesem Hintergrund hätte man das Gebäude vor drei Jahren vielleicht gleich abreißen und durch einen Neubau ersetzen sollen.Jürgen Gebhard

 

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