Fr., 11.10.2019

Fällaktion in Vlotho ausgesetzt – Ortstermin mit Unterer Landschaftsbehörde Sind die Buchen noch zu retten?

In dem kleinen Wäldchen unterhalt der Burg stehen zahlreiche Buchen. Ob sie gefällt werden müssen, wird geprüft.

In dem kleinen Wäldchen unterhalt der Burg stehen zahlreiche Buchen. Ob sie gefällt werden müssen, wird geprüft. Foto: Jürgen Gebhard

Von Jürgen Gebhard

Vlotho (WB). Die für Samstag geplante Fällaktion der 17 Buchen an der oberen Burgstraße ist ausgesetzt worden. Gemeinsam mit der Unteren Landschaftsbehörde beim Kreis Herford findet am Montag ein Ortstermin statt. Dann soll über mögliche Alternativen gesprochen werden.

Nach Auffassung des von der Stadt Vlotho beauftragten Baumsachverständigen gebe es keine Alternative zum Fällen der insgesamt 17 Buchen, sagt Christian Hohmeier, Chef der Vlothoer Wirtschaftsbetriebe. Beim Ortstermin am Montag solle nun geprüft werden, ob auch »minder schwere Eingriffe« möglich seien.

Die Verkehrssicherheit für Autofahrer und Fußgänger müsse angesichts des aktuell vorhandenen Totholzes in den Bäumen auf jeden Fall gewährleistet sein.

Von Buchenkomplexkrankheit befallen

Die insgesamt 17 alten Buchen in dem kleinen Wäldchen zwischen Burgparkplatz und Garzweg sollten ursprünglich an diesem Samstag entfernt werden. Die alten Bäume seien von der Buchenkomplexkrankheit befallen, bei der sie schnell absterben. Die Bäume könnten auch durch entsprechende Pflegemaßnahmen nicht gerettet werden – so die ursprüngliche Begründung für die nun erst einmal ausgesetzte Fällaktion.

Eine Anwohnerin der Burgstraße, die namentlich nicht genannt werden möchte, hat offenbar den Stein ins Rollen gebracht. Sie hatte verschiedene Behörden eingeschaltet. In ihrer E-Mail, die unter anderem an den Kreis Herford, die Bezirksregierung Detmold und an den BUND gegangen ist, schreibt sie: »Die Buchen stehen auf einem Wall und grenzen einen Wald-Fußgängerweg von der Straße ab. Dieses Stückchen Vlotho ist in seinem Erscheinungsbild einmalig und von jeher der Spazierweg zur Burg, zum Jugendhof, zum Jahn-Stadion und früher zur Jugendherberge.«

Anwohnerin schaltet Behörden ein

Sie bezweifelt, dass alle 17 Buchen, die nach ihren Angaben mehr als 100 Jahre alt sind, tatsächlich befallen sind: »Nach den beiden Dürre-Sommern sind tatsächlich drei oder vier Buchen abgestorben oder schwer geschädigt. Es drängt sich jedoch der Verdacht auf, dass die übrigen Buchen in einem ›kalten Schlag‹ gleich mit entfernt werden sollen.« Die Anwohnerin fordert eine neutrale, fachmännische Neubegutachtung der Buchen. Sie verweist auf die Funktion der Bäume als CO2-Speicher, als Kleinklima-Regulator und als Lebensraum für Wildtiere.

Die Bezirksregierung (Dezernat für Natur- und Landschaftsschutz) hat sehr schnell auf die E-Mail reagiert. Aufmerksame Bürger seien eine »bedeutende Unterstützung für die Arbeit des behördlichen Naturschutzes«, heißt es dort. Die Behörde habe den Eindruck, dass die »Chancen für den Erhalt zumindest eines Teiles der alten Buchen nicht sehr schlecht« stünden. Für den Fall, dass die »Abwägung aller berechtigten Belange« dennoch zu dem Ergebnis kommen sollte, dass die »Gewährleistung der Unversehrtheit der Verkehrsteilnehmer auf der Burgstraße und auf dem Wanderweg schmerzliche Eingriffe in den Baumbestand« erfordere, wird um Verständnis gebeten.

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