28-Tonnen-Bagger beginnt mit Abrissarbeiten an der Grundschule Vlotho – mit Video
Abschied vom Toilettentrakt

Vlotho (WB). Einen krachenden Neubeginn erlebt die Grundschule Vlotho an ihrem Standort Herforder Straße: Am Dienstag hat der Abriss des Toilettentraktes begonnen. An seine Stelle wird ein zweigeschossiger Neubau mit Mensa- und Betreuungsräumen treten.

Mittwoch, 16.10.2019, 03:30 Uhr aktualisiert: 16.10.2019, 04:00 Uhr
Stück für Stück arbeiten sich die Bauarbeiter durch das alte Gebäude, das noch aus den 1970er Jahren stammt. Toiletten und Abstellräume waren darin untergebracht. Die große Feuertreppe am denkmalgeschützten Hauptgebäude muss vorübergehend demontiert werden. Foto: Heike Pabst
Stück für Stück arbeiten sich die Bauarbeiter durch das alte Gebäude, das noch aus den 1970er Jahren stammt. Toiletten und Abstellräume waren darin untergebracht. Die große Feuertreppe am denkmalgeschützten Hauptgebäude muss vorübergehend demontiert werden. Foto: Heike Pabst

Fasziniert beobachten die siebenjährige Emma und Bruder Niklas (12), wie sich der Riesenbagger durch ihre Schule frisst. Es kracht, es scheppert, und wieder hat Baggerführer Oliver Meier eine Schaufel voll Dachpappen abgerissen und platziert sie auf dem Schulhof – er lässt den Schutt nicht einfach fallen, sondern führt die 28 Tonnen schwere Maschine mit Fingerspitzengefühl.

Bewusst werden die Herbst-Schulferien für die Abrissarbeiten genutzt. Allerdings reichen die Ferien nicht ganz aus. Architekt Dirk Witteck vom Vlothoer Architekturbüro Witteck & Kiefer rechnet damit, dass der Teilabbruch etwa vier Wochen dauert. Danach wird eine neue Versorgungsleitung für Warmwasser und Heizung vom Hauptgebäude zur Turnhalle gelegt, damit diese wieder nutzbar wird. Ab Anfang 2020 sollen die Neubauarbeiten beginnen.

Bislang im Zeitplan

Läuft alles nach Plan, wird das zweigeschossige Gebäude mit Aufzug Ende 2020, Anfang 2021 fertig sein. Es hat 689 Quadratmeter Nutzfläche: Mensa-Räume, eine Küche, neue Toiletten, Betreuungsräume. Die Kosten dafür liegen bei 1.815.000 Euro. »Bis jetzt liegen die Arbeiten ohne Kostenüberschreitung im Zeitplan«, teilen »Witteck & Kiefer« mit.

Bernd Adam von den Stadtwerken kündigt an, dass außerdem ab Herbst 2020 die Heizungsanlage der Grundschule im Rahmen eines »Contracting« erneuert wird.

Emma und Niklas sind nicht traurig über den Abriss. Die alten Toiletten »waren nicht mehr so schön«, sagt Niklas diplomatisch. Deutlicher wird Bürgermeister Rocco Wilken, der zum Start der Arbeiten gekommen ist: »Schon alleine von der Geruchsbelästigung her« seien die alten Toiletten nicht mehr haltbar gewesen. Der ganze Trakt war marode. Bernd Adam: »Es gab häufig Probleme mit Verstopfungen«.

OGS fehlten Räume

Doch das war nicht der einzige Grund für die Abrissentscheidung. Wilken: »Wir haben im Rahmen der Schulplanung festgestellt, das hier Räumlichkeiten fehlen.« Schulleiterin Karin Deppe erläutert: »Wir haben 92 Kinder im Ganztag, die in kleinen Räumen untergebracht waren. Bisher mussten sie im Schichtbetrieb essen und wir mussten den Stundenplan um die OGS herum planen.« Außerdem entsprachen die alten Räume nicht mehr den Anforderungen an den Brandschutz.

Peter Weyer (Stadt Vlotho), Tina Röttger und Karin Deppe (Grundschule), Rocco Wilken, Bernd Adam, Dirk Witteck, Marcus Kiefer haben sich mit Niklas, Emma, Tim (10) und Keno (10) den Start der Abrissarbeiten angesehen.

Peter Weyer (Stadt Vlotho), Tina Röttger und Karin Deppe (Grundschule), Rocco Wilken, Bernd Adam, Dirk Witteck, Marcus Kiefer haben sich mit Niklas, Emma, Tim (10) und Keno (10) den Start der Abrissarbeiten angesehen. Foto: Heike Pabst

Die alten Räume sanieren und ein zweites Stockwerk oben drauf setzen: Das wurde weder für wirtschaftlich noch für machbar befunden. Darum haben sich die politischen Gremien einstimmig für die Variante »Abriss und Neubau« entschieden. »Wir wissen, wie wichtig das Thema OGS ist und unterstützen es gerne«, sagt Rocco Wilken. »Nicht zuletzt ist eine gute Ausstattung der Schulen auch ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt.«

Karin Deppe und ihre Stellvertreterin Tina Röttger freuen sich auf die neuen Räume. Dann sollen 80 Kinder gleichzeitig Mittagessen können. Das geplante Gebäude passe »ideal in den rhythmisierten Ganztag hinein«, sagt Karin Deppe. »Die neuen Räume erleichtern unsere Abläufe und ermöglichen unsere Angebots- und Entspannungsvielfalt.«

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