Di., 05.11.2019

Kantoreien aus Vlotho und Herford singen »Fauré + Bach« Stimmungsvolles Konzert in St. Stephan

Die Kantorin Liga Auguste dirigiert die Kantate »Ich hatte viel Bekümmernis« von Johann Sebastian Bach. Das Konzert in der Kirche St. Stephan hören mehr als 200 Gäste.

Die Kantorin Liga Auguste dirigiert die Kantate »Ich hatte viel Bekümmernis« von Johann Sebastian Bach. Das Konzert in der Kirche St. Stephan hören mehr als 200 Gäste.

Von Frank Lemke

Vlotho (WB). Zwei Kantoreien, zwei Chorleiter, zwei Aufführungen: Liga Auguste und Harald Sieger haben sich einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Gemeinsam haben sie mehr als 90 Sänger auf ein Konzert vorbereitet, mit dem sie in St. Stephan aufgetreten sind.

»Was daraus geworden ist, lässt sich kaum in Worte fassen«, sagte Pfarrer Jörg Uwe Pehle. Die Einsätze waren perfekt. Die Stimmen der Sänger waren rein und klar. Alles habe zusammen gepasst. »Die beiden Kantoren haben es geschafft, eine Stimmung zu erzeugen, die jeden in ihren Bann zieht«, so Jörg Uwe Pehle.

Die erste Aufführung des Konzerts wenige Tage zuvor in Herford hatte Harald Sieger geleitet. Der ehemalige Kreiskantor von Bad Oeynhausen ist seit Februar Landeskirchenmusikdirektor in Bielefeld. Das Konzert in der Kirche St. Stephan hat die Vlothoer Kantorin Liga Auguste dirigiert.

Die Musiker haben zwei sehr anspruchsvolle Stücke für mehr als 200 Gäste in Vlotho gespielt. Sie begannen mit der Kantate »Ich hatte viel Bekümmernis«, BWV 21, von Johann Sebastian Bach, die er im Herbst 1713 in der Liebfrauenkirche in Halle hat aufführen lassen. In dem Werk sind Bibelwortsätze eingeflochten, unter anderem die Psalmen 94, 19 und 42, 12 sowie aus der Offenbarung: In Solo-Stücken hält die Seele des Menschen Zwiegespräch mit dem Heiland Jesus Christus. Im Kern geht es um die Seele in ihrer Not, die sich von Gott verlassen fühlt. Als Antwort erhält sie die Mahnung, sich auf Gott zu verlassen und auf ihn zu harren.

Vier Solisten unterstützen die Kantoreien

Das zweite Stück ist das »Requiem op. 48« von Gabriel Fauré aus dem Jahr 1893. Der Komponist hat den Tod nicht als schmerzvolle Erlebnis verstanden, sondern als eine willkommene Befreiung, ein Streben nach dem Jenseits. Daraus entstand dieses friedvolle Requiem, welches auf zentrale Abschnitte klassischer Requiem-Texte verzichtet, wie beispielsweise die Androhung des Fegefeuers und das himmlische Strafgericht.

Vier Solisten waren bei der Aufführung in der Kirche St. Stephan dabei: die aus Russland stammende Sopranistin Irina Trutneva, der gebürtige Ungar Jozsef Opicz, der deutsche Konzert- und Liedsänger Andreas Fischer sowie Matthias Koch, der für den erkrankten Bassbariton Gottfried Meyer mit dabei war. Mit dem Programm »Fauré + Bach« ist es den Kantoreien, Solisten und Dirigenten gelungen, ein außergewöhnliches geistliches und stimmungsvolles Konzert nach Vlotho zu bringen.

Sollten sich Harald Sieger und Liga Auguste künftig wieder einmal dazu entschließen, zusammenzuarbeiten, können sich die Zuhörer wiederum auf ein besonderes Erlebnis freuen.

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