Do., 21.11.2019

Facebook-Gruppe entspricht dem Wunsch von Pfarrer Jörg Uwe Pehle Geplante Solidaritätskundgebung abgesagt

Eine geplante Solidaritätsbekundung von Facebook-Nutzern am Sonntag auf dem Kirchplatz wurde aus Respekt vor dem Wunsch von Pfarrer Pehle wieder abgesagt

Eine geplante Solidaritätsbekundung von Facebook-Nutzern am Sonntag auf dem Kirchplatz wurde aus Respekt vor dem Wunsch von Pfarrer Pehle wieder abgesagt Foto: Gebhard

Vlotho (WB/pab). Um ein Zeichen der Solidarität für Pfarrer Jörg Uwe Pehle zu setzen, der aufgrund von homophoben Anfeindungen Vlotho verlassen möchte, hatte die Facebook-Gruppe »Vlotho Gruppe 2.0« für Sonntag, 24. November, zu einer Versammlung auf dem Kirchplatz eingeladen. Doch das Treffen wurde am Donnerstag wieder abgesagt.

Vor dem Gottesdienst wollten sich die Gruppenmitglieder gemeinsam gegen Intoleranz und Homophobie positionieren. Weil Totensonntag ist, hatten die Veranstalter die Teilnehmer zunächst noch dazu aufgerufen, weder Trillerpfeifen noch Sprechchöre einzusetzen.

Ewigkeitssonntag nicht stören

Eine solche Versammlung soll es nun jedoch nicht geben. Grund für die Absage: Der Kirchenkreis Vlotho hat auf seiner Homepage eine Mitteilung zu den Geschehnissen in der St. Stephansgemeinde und in der Stadt veröffentlicht , in der es heißt: »Jörg Uwe Pehle bedankt sich für die Solidarität, die ihm seit der Gemeindeversammlung entgegenschlägt. Vor allem in den sozialen Netzwerken solidarisieren sich zahlreiche Vlothoer mit dem Pfarrer. Jörg Uwe Pehle bittet jedoch darum, von einer Kundgebung am kommenden Sonntag vor der Kirche abzusehen. Zum Gottesdienst am Ewigkeitssonntag erscheinen viele Menschen, die ihrer Verstorbenen in diesem Jahr gedenken möchten. Das solle nicht durch eine Demonstration vor der Kirche gestört werden.«

Respekt für andere Bibelauffassungen

Weiterhin zitiert der Sprecher des Kirchenkreises Superintendent Andreas Huneke mit den Worten: »Die fortlaufenden Anfeindungen gegenüber Jörg Uwe Pehle und seinem Ehemann in Vlotho sind inakzeptabel. Wir verurteilen dieses aufs Schärfste.« Der Superintendent verdeutliche, dass jeder, der nicht in einer Gemeinde mit einem homosexuellen Pfarrer leben wolle, »selbstverständlich in eine andere Gemeinde wechseln« könne.

Kirchenkreis, Landeskirche und Pfarrer Pehle respektierten jedoch andere Auffassungen zum Verständnis des biblischen Wortes. »Die Position der Evangelischen Kirche von Westfalen ist das Ergebnis eines langen Prozesses«, so die Mitteilung des Kirchenkreises. »Der Respekt muss jedoch gegenseitig sein: Er ist auch von allen anderen Gemeindemitgliedern und Presbyterien gegenüber der von der Synode beschlossenen Praxis in der Evangelischen Kirche von Westfalen zu erwarten.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7080951?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514631%2F