Do., 16.01.2020

Bauarbeiten Königsberger Straße: Herrmann Kölling sieht Probleme bei Nofallrettung Anlieger kritisiert geplante Vollsperrung

Anlieger Herrmann Kölling (82) sieht mit Sorge der etwa fünfmonatigen Vollsperrung seiner Wohnstraße entgegen. Er fürchtet Probleme gerade für die älte ren Anwohner insbesondere bei Notfällen

Anlieger Herrmann Kölling (82) sieht mit Sorge der etwa fünfmonatigen Vollsperrung seiner Wohnstraße entgegen. Er fürchtet Probleme gerade für die älte ren Anwohner insbesondere bei Notfällen

Von Joachim Burek

Vlotho (WB). Wenn am Monatsende die Kanalbauarbeiten an der Königsberger Straße beginnen, wird es in Teilbereichen der verzweigten Straße zu einer etwa fünfmonatigen Vollsperrung kommen. Herrmann Kölling, Anwohner an einer dieser Sackgassen, macht diese langfristige Beeinträchtigung der Erreichbarkeit seines Grundstücks Sorgen, insbesondere im Falle eines Notfalls.

Der 82-jährige Rentner und seine Frau Regina (78) wohnen bereits seit 1962 in ihrem Haus an der Königsberger Straße. „Die Notwendigkeit der Erneuerung des überalterten Kanals, der bisher durch unsere Gärten läuft, sehen wir ein. Aber dass wir und andere betagte Anwohner fast ein halbes Jahr unser Auto, das wir für Einkäufe und Besorgungen brauchen, mehr als 150 Meter oder je nach Parkmöglichkeit noch weiter entfernt abstellen müssen, ist kaum zu verstehen. Wie sollen wir oder gar noch ältere Anlieger es schaffen, unsere Einkäufe so weit zum Haus zu tragen–“, fragt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Eine zeitweise Öffnung der Sperrung an Wochenenden habe die Stadt mit Verweis auf die zu hohen Kosten, die dann auf die Anlieger umgelegt werden müssten, abgelehnt. Auch viele Anlieger hätten unter diesen Kostenbedingungen einer solchen Regelung nicht zustimmen wollen, berichtet Kölling. In Schreiben der Stadt zu den bisherigen Arbeiten sei außerdem noch von Sperrzeiten zwischen 7 und 17 Uhr die Rede gewesen.

Feuerwehr muss im Notfall Tragehilfe leisten

Ein noch viel größeres Problem sieht er für den Rettungsfall durch die Vollsperrung gegeben. Kölling: „Notarzt und Rettungswagen können dann nicht am Haus vorfahren. Uns wurde gesagt, dass in einem solchen Fall die Feuerwehr zwecks Tragehilfe für den Transport zum Rettungswagen mitalarmiert würde. Das kann doch wertvolle Minuten kosten, bei denen es möglicherweise um Leben und Tod geht.“ Das könne doch ernsthaft so nicht laufen, ist der Rentner besorgt. Wichtig sei ihm aber abschließend zu sagen, dass die Kooperation mit den Baufirmen bei den bisherigen Arbeiten in den Nachbarstraßen stets hervorragend funktioniert habe.

Thomas Bürth, zuständiger Planer bei den Wirtschaftsbetrieben der Stadt, kann die Bedenken des Anliegers verstehen. „Aber wir haben uns im Vorfeld viele Gedanken darüber gemacht, wie wir die Beeinträchtigungen für die Anlieger so gering wie möglich halten können“, sagte er auf Anfrage. Eine tageszeitlich begrenzte Sperrung wie bei den Maßnahmen im Umfeld sei eben nicht möglich, da in dieser Sackgasse einfach der Platz für ein Passieren der Baugrube nicht vorhanden sei.

Baustellengespräche für Anlieger

Christian Hohmeier (Wirtschaftsbetriebe) erklärte in Sachen Rettungswege, dass es Anfang Januar ein Gespräch mit den beteiligen Stellen, darunter der Feuerwehr, gegeben habe. „Die Wehr ist informiert und wird bei Rettungseinsätzen zwecks Tragehilfe immer mitalarmiert. Dieses Verfahren hatte sich bei mehreren Einsätzen während der Kanalarbeiten an der Danziger Straße bereits bewährt.“ Auch bei Löscheinsätzen in der gesperrten Straße würde die Löschgruppe Uffeln neben der Vlothoer Wehr gleich mitausrücken, um technische Hilfe unter anderem bei der Wasserversorgung zu leisten. Sobald die Stadt die Sperrgenehmigung des Kreises für die Wiederaufnahme der Arbeiten am 27. Januar habe, würden die Anlieger erneut über die Regelungen informiert, so Hohmeier. Abschließend wiesen Bürth und Hohmeier auch auf die bewährten Baustellengespräche hin, die immer donnerstags stattfinden würden. „Dort könnten die Anlieger ihre Sorgen und Nöte im Zusammenhang mit der Baustelle vortragen“, sagte Hohmeier.

 

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