Nachwuchsmusiker treten in der Kulturfabrik mit stählerner Musik auf
Hart, härter, Metalcore

Vlotho (WB). Die Hardcore-Szene Ostwestfalens besteht aus kleinen Gruppen oft politisch motivierter Musiker, die mit harten Klängen ihrem Lebensgefühl einen Ausdruck verleihen. Sie lieben dunkle Rhythmen, halten zusammen und stehen für Freiheit. In der Kulturfabrik sind vier Bands beim Inner Regio Konzert aufgetreten.

Montag, 02.03.2020, 16:55 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 10:28 Uhr
Wenig Licht, laute Musik: Freunde des Hard- und Metalcore lieben es düster. Foto: Frank Dominik Lemke
Wenig Licht, laute Musik: Freunde des Hard- und Metalcore lieben es düster. Foto: Frank Dominik Lemke

„Wir wollen einfach lokale Bands unterstützen. Dafür bekommen wir von denen eine richtige Knallerparty“, sagte JUZ-Auszubildende Ronja Eckert. Die 20-Jährige teilt die Leidenschaft für harte Musik mit ihren Freunden. Sie treffen sich auf Festivals und leben ihre Gemeinschaft bei seltenen Gelegenheiten wie dem Inner Regio Konzert in Vlotho.

Für den Sänger der Band „Keep it Alive“ hat dieses Lebensgefühl vor allem etwas mit Selbstrespekt zu tun: „Ich habe immer meine politische Meinung vertreten und oft dafür einstecken müssen. Doch dafür kann ich morgens offen in den Spiegel sehen“, sagte Christian Entorf. Der 38-Jährige ist mit der Hardcore-Band „Keep it Alive“ am dem Abend als erstes aufgetreten. Danach spielten die Bands „Late Generation“ (Metalcore), „Destination Chaos“ (Metalcore) und „Rodels“ (Stoner/Doom).

Großes Einzugsgebiet

Das Jugendzentrum der Kulturfabrik organisiert die Inner Regio-Konzerte seit mehr als zehn Jahren. „Früher gab es in Vlotho und Umgebung weitaus mehr regionale Bands“, erinnerte sich Merle Stemmer von der Jugendfreizeitstätte. Deswegen kommen die Musikgruppen inzwischen aus Städten wie Paderborn oder Warburg. Die Ausrichtung auf Hardcore-Musik ist neu. Sehr angenehm sei der Zusammenhalt der Gruppen: „Das ist harmonisch abgelaufen“, sagte Merle Stemmer. Vieles würden die Musiker untereinander abstimmen und selbst organisieren: Technik, Instrumente, Zeitpläne.

30 Gäste gut unterhalten

Die Ausstattung und die Bühne bietet das Jugendzentrum. „Vor allem geht es darum, dass die Nachwuchsmusiker unter Konzertbedingungen auftreten können“, sagte Ronja Eckert. Für die etwa 30 Gäste war der Abend ein großer Spaß. Typisch für Konzerte mit Hard- und Metalcoremusik ist das „Pogen“. Der Pogo ist ein Tanz, der seine Ursprünge in der Punk-Szene der 70er Jahre hat. Damals begannen die Jugendlichen damit, beim Tanzen einfach in die Luft zu springen. Durch aggressivere Musik wurde daraus ein Umherspringen mit kurzen, intensiven Körperkontakten zu anderen Tänzern.

Jeder bewegt sich dabei individuell. Andere Mittänzer werden gestoßen, geschubst und angerempelt. Das baut Aggressionen ab. Beim Pogen geht es um das gegenseitige Miteinander. Deswegen achten die Tänzer aufeinander. Wer die Szene kennenlernen will, hat beim kommenden Inner Regio die Gelegenheit dazu.

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