Coronavirus: Veranstaltungen in Vlotho und Kalletal abgesagt – Brückenmarkt findet statt
„Tag des Wassers“ fällt aus

Vlotho/Kalletal (WB). In Vlotho und Kalletal gibt es wegen des Coronavirus erste Veranstaltungsabsagen. Betroffen sind unter anderem der Tag des Wasser und Veranstaltungen der Freiwilligen Feuerwehr.

Mittwoch, 11.03.2020, 12:00 Uhr aktualisiert: 11.03.2020, 13:06 Uhr
Im Vlothoer Rathaus reagiert man gelassen. Der Bürgermeister verweist auf die enge Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt. Schilder im Rathaus weisen darauf hin, dass aufs Händeschütteln verzichtet wird. Foto: Jürgen Gebhard
Im Vlothoer Rathaus reagiert man gelassen. Der Bürgermeister verweist auf die enge Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt. Schilder im Rathaus weisen darauf hin, dass aufs Händeschütteln verzichtet wird. Foto: Jürgen Gebhard

Im Vlothoer Rathaus hat am Dienstagnachmittag der Krisenstab getagt. Dem gehören unter anderem die Leiterin des Ordnungsamtes und der Bürgermeister an. „Wir nehmen die Lage sehr ernst. Bei allen Entscheidungen stehen wir in enger Verbindung mit den Gesundheitsbehörden“, sagt Rocco Wilken. Nach aktuellem Stand würden alle Veranstaltungen in der Kulturfabrik, die Bürgermeistergespräche in den Ortsteilen und auch „Grün statt Grau“ wie geplant sattfinden. Wilken: „Das kann sich allerdings jederzeit ändern.“

Vom 27. bis 29. März soll der Vlothoer Brückenmarkt veranstaltet werden. Vlotho-Marketing und Stadtverwaltung haben ihn gestern nicht abgesagt. Der Brückenmarkt als Freiluft-Veranstaltung werde nicht von 1000 Menschen gleichzeitig besucht und falle damit nicht unter die aktuelle Anordnung, sagt Wilken.

„Exter rockt“ auf der Kippe

Das für den 20. Juni von den „Heinzelmännchen“ geplante Benefiz-Festival Exter rockt steht auf der Kippe. Vorsitzende Katrin Althof: „Wir prüfen noch, ob es stattfinden kann.“

Auch im Kalletal gibt es bereits erste Absagen: Der für diesen Freitag, 13. März, mit vielen angemeldeten Teilnehmern geplante Weiterbildungsnachmittag für Senioren zum Thema „Wege zu leistungsfähigerem Denken“ findet erst einmal nicht statt. „Die Veranstaltung wird in Anbetracht der aktuellen Gesundheitslage verschoben. Der neue Termin wird zeitnah mitgeteilt“, heißt es aus der Gemeindeverwaltung.

Abgesagt ist bereits der Tag des Wassers , den die Stadtwerke Vlotho für den 22. März geplant hatten. Beabsichtigt war, umfassend über die Wasserversorgung in Vlotho zu informieren. Zum Programm sollten auch Besichtigungen von Brunnen und Hochbehältern gehören. Mit großen Menschenmengen hatte man nicht gerechnet. „Die Trinkwasserversorgung ist jedoch ein sehr sensibler Bereich. Wir wollen deshalb kein auch noch so geringes Risiko eingehen“, sagt Stadtwerke-Chef Bernd Adam. Die Folgen von Corona seien in Deutschland noch nicht absehbar. Die Versorgungsinfrastruktur mit Gas, Wasser, Strom und Klärwerk dürfe nicht gefährdet werden. Die Absage diene deshalb auch dem Schutz der Mitarbeiter.

Ähnlich der Grund für die Absage von zwei Feuerwehr-Veranstaltung im Kalletal: Dort sind für das Wochenende die Sitzung der Alters- und Ehrenabteilung sowie die offizielle Übergabe des neuen Fahrzeugs der Löschgruppe Varenholz/Stemmen gestrichen. In Absprache mit dem Kreis Lippe stehe dabei im Vordergrund, Feuerwehrleute und die gesundheitlich wohl besonders gefährdeten Senioren vor unnötigen Infektionsrisiken zu schützen.

Situation an den Schulen

Gemeinsam mit der Schulleitung habe man außerdem beschlossen, das geplante Zirkusprojekt der Grundschule Hohenhausen in der nächsten Woche nicht durchzuführen. Bürgermeister Mario Hecker: „Bei den Vorstellungen im Zelt würden dicht gedrängt viele Menschen sitzen, auch viele Omas und Opas.“

An den Vlothoer weiterführenden Schulen läuft der Betrieb bisher ordnungsgemäß. Klassenfahrten mussten nicht abgesagt werden , teilt das Weser-Gymnasium auf Anfrage mit. Die Fahrten seien meist schon im Herbst gewesen oder fänden nach dem Sommer statt, so dass dies derzeit kein Thema sei. Die Skifreizeit, auf die meist im Februar gefahren wird, sei in diesem Jahr ohnehin nicht geplant gewesen, so die Schule. „Außerdem haben wir mit den Kollegen vereinbart, bei Ausflüge oder Exkursionen Rücksprache mit der Schulleitung zu nehmen“, sagt Schulleiter Guido Höltke. Für mögliche Einschränkungen während der Abiturphase erwarte die Schule eine Handlungsanweisung vom Ministerium, die für den 13. März angekündigt sei.

Thomas Nolte, stellvertretender Schulleiter der Weser-Sekundarschule , stellt auf Anfrage zu den Folgen von Corona für seine Schule fest: „Wir sind bei möglichen Absagen von Klassenfahrten sowie Ausfall von Unterricht oder Prüfungen an die Vorgaben des Kreisgesundheitsamtes, des Robert-Koch-Institutes und der Bezirksregierung gebunden. Das wird von Fall zu Fall entschieden. Noch gibt es an unserer Schule dafür keinen Anlass, auch nicht für eine Absage der geplanten Skifreizeit.“ Intern habe man Vorbeugemaßnahmen zur Verringerung der Ansteckungsgefahr getroffen. So seien die Klassen mit Seife fürs Händewaschen ausgestattet worden. Außerdem habe man sich darauf geeinigt, sich mit einem Lächeln zu begrüßen und aufs Händeschütteln zu verzichten.

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