Vlothoer Laufprofi Bruno Papenhoff und Kalletaler Dozent Thorsten Hüttemeier geben Tipps
Den eigenen Rhythmus finden

Vlotho/Kalletal (WB). Der Weg zur Arbeit ist für viele Menschen weggefallen, die Fitnessstudios sind geschlossen. Wer sich trotz Corona-Shutdown fit halten will, kann mit Turnschuhen und Jogginghose laufen gehen. Richtiges Joggen schont die Gelenke. Wie das geht, verraten Bruno Papenhoff vom Vlothoer Lauftreff und Lauftherapeut Thorsten Hüttemeier, Dozent an der VHS Kalletal.

Donnerstag, 23.04.2020, 15:07 Uhr aktualisiert: 23.04.2020, 15:30 Uhr
Aufwärmen, bevor es losgeht: Der Kalletaler Dozent und Lauftherapeut Thorsten Hüttemeier hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Beim Mauerlaufweg in Berlin ist er 2018 ganze 160 Kilometer am Stück gelaufen. Foto:
Aufwärmen, bevor es losgeht: Der Kalletaler Dozent und Lauftherapeut Thorsten Hüttemeier hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Beim Mauerlaufweg in Berlin ist er 2018 ganze 160 Kilometer am Stück gelaufen.

„Laufen ist an sich relativ einfach. Es gibt bloß ein Grundproblem“, sagt Bruno Papenhoff. Denn wer beim Joggen die Beine durchstreckt, belaste bei jedem Aufsetzen die Knie und das könne auf Dauer zu Schäden und Schmerzen führen. Doch dieses Problem sei einfach zu lösen.

Aufsetzen mit dem Vorderfuß

„Stellen Sie sich vor, dass Sie skifahren. Dadurch beugen Sie beim Laufen die Knie nach vorne und knicken die Beine leicht ein“, sagt Bruno Papenhoff. Das sei zwar anstrengender, schone jedoch die Gelenke und stärke die Muskulatur. Ein Trick: einfach auf dem Vorderfuß aufsetzen. Dann nehme der Körper automatisch die richtige Stellung mit den leicht angewinkelten Knien ein.

Nach etwa sechs Wochen regelmäßigem Training habe der Körper sich daran gewöhnt. Dann könne der Läufer mit dieser Technik auch schnell unterwegs sein. Doch sowohl Bruno Papenhoff als auch Thorsten Hüttemeier empfehlen das langsame Joggen.

Ohne Druck und ohne Schnaufen

Wichtig sei auch eine aufrechte Haltung und das Einatmen durch die Nase. „Es geht erst einmal darum, den eigenen Rhythmus zu finden, ohne Druck und ohne Schnaufen“, sagt Thorsten Hüttemeier. Die Lauftreffs seien aufgrund von Corona erst einmal abgesagt. Doch auf abgelegenen Strecken alleine oder zu zweit könne jeder etwas für seine Gesundheit tun. Denn Laufen stärke die körpereigene Abwehr.

„Unser Immunsystem ist ein passives System, welches Bewegung und Muskelarbeit braucht“, sagt Thorsten Hüttemeier. Gehen und Laufen sei schon richtig gut. Doch es gehe auch anders, und zwar barfuß. Im Fuß des Menschen seien extrem viele Sinneszellen, mit denen das Gehirn automatisch das gesamte Skelett, die Gelenke und den Schwerpunkt des Körpers ausrichte.

Füße als Meisterwerk

Die Füße seien ein Meisterwerk der Natur. Wer barfuß laufe, gebe seinem Körper Millionen von zusätzlichen Sinneseindrücken. Das Fühlen mit den Füßen sei ein erholsames und der Gesundheit förderliches Erlebnis.

Thorsten Hüttemeier denkt dabei an das Waten durch einen kühlen Bachlauf, das Gefühl von Gras unter den Füßen oder nasse Erde zwischen den Zehen. „So teuer ein Schuh auch ist: Die eigentliche High-Tech steckt im Fuß“, sagt Thorsten Hüttemeier dazu.

Der Lauftherapeut und Krankenpfleger für Operationsdienst und Onkologie nimmt regelmäßig an Wettkämpfen teil. 2018 ist er beim Mauerlauf in Berlin 160 Kilometer in 20 Stunden gelaufen. „Das geht nur, wenn man langsam läuft“, sagt Thorsten Hüttemeier. Weitere Informationen auf seinem Blog.

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