Vlothoer Jagdpächter appelliert: Diesen Tieren kein zusätzliches Futter bieten!
Essensreste locken Waschbären an

Vlotho (WB). Essensreste oder abgelaufene Lebensmittel sollten nicht auf dem Kompost entsorgt werden und erst recht nicht in der freien Natur. Darauf weisen heimische Fachleute aus gegebenem Anlass hin, denn: „Über dieses Nahrungsangebot freuen sich die Waschbären. Aber die Waschbären braucht niemand, denn sie richten große Schäden an“, sagt Jagdpächter Karl-Heinz Lenger aus Vlotho-Bonneberg.

Montag, 27.04.2020, 10:12 Uhr aktualisiert: 27.04.2020, 13:18 Uhr
Waschbären sehen possierlich und nett aus , sind aber unerwünscht. Die nachtaktiven Tiere haben in unserer Region keine natürlichen Feinde und sind zur Plage geworden. Foto: Gisela Schwarze
Waschbären sehen possierlich und nett aus , sind aber unerwünscht. Die nachtaktiven Tiere haben in unserer Region keine natürlichen Feinde und sind zur Plage geworden. Foto: Gisela Schwarze

Und Waschbären können richtig nerven: „Immer wieder erhalte ich Anrufe von Leuten, die Geräusche auf dem Dachboden hören und dort Waschbären vermuten“, erzählt Karl-Heinz Lenger.

Die Population sei seit den beiden ersten am Edersee 1934 ausgesetzten Waschbären-Pärchen rasant angestiegen. Nach der Staupe-Epidemie, von der die Raubwildart vor Jahren befallen war, wachse die Anzahl an Waschbären wieder rasant.

Landwirt Karl-Heinz Lenger ist Pächter vom Jagdrevier Solterberg/Sprickberg. Zu seinen Aufgabe gehört es, dort für ein Gleichgewicht zwischen Raubwild und Niederwild zu sorgen. „Da macht mir die ständig zunehmende Zahl der Waschbären erhebliche Sorgen“, sagt der Mann aus dem heimischen Hegering. „Die Raubwildart mit dem flauschigen Fell, der Gesichtsmaske und den schwarzen Knopfaugen darf zwar gejagt werden, ist aber nachtaktiv“, sagt er. Eine Fallenjagd sei kaum möglich, denn die Auflagen im neuen Landesjagdgesetz verhinderten eine wirksame Reduzierung der Waschbären-Verbreitung.

„Allesfresser sind zur Plage geworden“

Die Allesfresser seien in der gesamten Region zur Plage geworden: „Sie schädigen die ökologische Vielfalt in unserer Landschaft und in unseren Revieren.“ Karl-Heinz Lenger erinnert an die von Waschbären abgeernteten Maisfelder, die im vorigen Jahr in Vlotho nicht nur die Landwirte und Jäger Gerhard Reckefuß, Ralf Steinmann und Hans-Werner Schäfer schockiert hätten. Es müsse alles unterlassen werden, was das Wachstum der Waschbären-Population fördere: „Dazu gehört das achtlose Wegwerfen von Nahrungsmitteln in der Landschaft.“

Mit gutem Beispiel geht Karl-Heinz Lenger beim Sauberhalten der Umwelt voran. Mehrfach hat der 86-Jährige einen Bereich am Sprickbergweg gereinigt, an dem immer wieder Nahrungsmittel entsorgt würden. „Das Anbringen einer Wildkamera erscheint mir als geeignetes Mittel, dort Wegwerfaktionen zu verhindern“, hofft der Jagdpächter auf Erfolg.

Diese Wildkamera solle außerdem davor abschrecken, in dem Revier Verpackungsmüll zu entsorgen. Anlieger beobachteten immer wieder, dass hier Menschen mit Säcken anreisen, um sie dann in den Wald zu werfen. Karl-Heinz Lenger appelliert: „Sauberkeit und Ordnung können die Natur und die Umwelt schützen. Dazu kann jeder Mensch durch verantwortungsvolles Handeln beitragen.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7385284?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514631%2F
Gymnasialeltern fordern Präsenzunterricht für alle
Gymnasialeltern in NRW fordern, dass alle Jahrgänge in den Schulen unterrichtet werden.
Nachrichten-Ticker