Rettungsaktion für ein junges Reh an der oberen Langen Straße
Gefangen im Holzverschlag

Vlotho (WB). Ein gutes Ende hat die Odyssee eines jungen Rehs in der oberen Langen Straße genommen. Das Tier war die senkrechte bewachsene Böschung seitlich der Burgstraße mindestens zehn Meter tief bis an die obere Lange Straße gestürzt.

Dienstag, 28.04.2020, 14:00 Uhr
Geschäftsfrau Ute Grimmel (links) und Anne Hosnedl zeigen den Holzverschlag mit Mülltonnen, in dem das Reh gefangen war. Das Tier war vom Wald an der oberhalb entlang führenden Burgstraße den steilen Abhang hinunter zehn Meter in die Tiefe gestürzt. Foto: Gisela Schwarze
Geschäftsfrau Ute Grimmel (links) und Anne Hosnedl zeigen den Holzverschlag mit Mülltonnen, in dem das Reh gefangen war. Das Tier war vom Wald an der oberhalb entlang führenden Burgstraße den steilen Abhang hinunter zehn Meter in die Tiefe gestürzt.

Neben dem Brautmodengeschäft von Ute Grimmel hatte der Postbote am Vormittag das Randalieren und Poltern eines Tiers in einem nach oben geöffneten Holzverschlag für Mülltonnen gehört. Der Postbote teilte Ute Grimmel seine Beobachtung mit: „Da will ganz offensichtlich ein eingesperrtes Tier raus. Vorsicht, das könnte ein Wildschein sein.“ Beherzt erkundeten Ute Grimmel und die Anwohnerin Anne Hosnedl die Lage. Durch Spalten in den Holzwänden des Verschlags entdeckten sie ein verzweifeltes Reh, das sie mit großen ängstlichen Augen anschaute.

„Ich rief die Feuerwehr an, weil ich nicht wusste, was wir machen sollten“, erzählt Ute Grimmel. „Von der Feuerwehr bekamen wir den Rat, den Verschlag zu öffnen und das Tier laufen zu lassen“, so die Geschäftsfrau. „Das war mir viel zu gefährlich, denn hier in der Stadt und in der Langen Straße hätte das Reh vor ein Auto laufen können“, berichtet sie über das abgestürzte Waldtier.

Polizei alarmiert

So rief sie die Polizei an. „Zwei Beamte waren innerhalb von fünf Minuten hier und hatten sogar noch eine Forstmeisterin alarmiert, die ebenfalls schnell bei uns in der oberen Langen Straße an Ort und Stelle war. Alle umstehenden Personen hätten sich zunächst einmal entfernen müssen, denn die Forstmeisterin wollte sicherstellen, dass offensichtlich beim abgestürzten Tier keine Verletzungen vorhanden waren.

Als der Gesundheitszustand des verängstigten Tieres äußerlich geprüft und für gut befunden war, schmiedeten die drei Helfer einen Rettungsplan. „Die Polizisten kamen ins Geschäft und fragten mich nach einer großen Decke, die ich ihnen gab. Diese Decke hielten sie ausgebreitet vor die Tür des Verschlags und öffneten langsam die Tür“, beschreibt Ute Grimmel.

Reh in einer Decke geborgen

In die große Decke flüchtete nun das Reh in seiner panischen Angst zu seiner Rettung. Die Beamten legten das erfolgreich gefangene Tier in der Decke auf den Rücken, einer von ihnen fasste die Vorderbeine, der andere die Hinterläufe. So trugen sie das in die Decke eingehüllte Tier sicher von der Langen Straße die Höltkebruchstraße hinauf bis zum Waldgebiet unterhalb der Burgstraße.

Dort schenkten die Polizisten dem Tier die Freiheit. „Das Reh war zwar jung, konnte aber bereits selbstständig ohne Hilfe der Mutter leben“, war Ute Grimmel beruhigt. Das hatte ihr die Forstwirtin versichert. „Das Tier hatte einen Schutzengel, denn wenn es neben den Mülltonnen-Verschlag auf die Pflastersteine abgestürzt wäre, hätte es den Unfall wahrscheinlich nicht oder nur schwer verletzt überlebt“, ist Anne Hosnedl sicher.

 

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