Stadt Vlotho beschließt Projekt für Chancengleichheit in Corona-Zeiten
Stadt kauft 1800 iPads für Schüler

Vlotho (WB). Alle Vlothoer Schüler und Lehrer erhalten ab dem neuen Schuljahr iPads für den digitalen Unterricht. Für die Grundschulen und die weiterführenden Schulen werden insgesamt 1800 Geräte angeschafft.

Sonntag, 17.05.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 18.05.2020, 08:36 Uhr
Rocco Wilken wirbt im Haupt- und Finanzausschuss für seinen Antrag. Der Ausschuss tagt mit Abstand in der Aula der Weser-Sekundarschule. Foto: Jürgen Gebhard
Rocco Wilken wirbt im Haupt- und Finanzausschuss für seinen Antrag. Der Ausschuss tagt mit Abstand in der Aula der Weser-Sekundarschule. Foto: Jürgen Gebhard

„Diese Eins-zu-Eins-Ausstattung ab der ersten Klasse dürfte in Deutschland einmalig sein“, sagte Bürgermeister Rocco Wilken, der die Beschlussvorlage initiiert hatte. Knapp 1,2 Millionen Euro hat der Haupt- und Finanzausschuss bewilligt. Angeschafft werden Geräte der Firma Apple mit 128 GB Speicher, mit Hülle und Pen/Tastatur. Enthalten in der Investition sind auch die Kosten für den notwendigen technischen Support.

„Ich bedanke mich im Namen der Schüler und der Lehrer“, sagte Bürgermeister Rocco Wilken nach dem einstimmig gefassten Beschluss. Zuvor hatte er vehement für diese von ihm als „Vlothoer Chancen-Modell“ bezeichnete Investition geworben. Die wegen der Corona-Krise verhängte Kontaktsperre habe Eltern und Schüler vor große Probleme beim Zugang zu Bildung gestellt. Mit den wenigen vorhanden Klassensätzen könnten derzeit zuhause nur sehr wenige Schüler erreicht werden. Um Schulbildung in Zeiten von Corona zu ermögliche, dürften die Kosten „nur sekundär“ sein. Eine gute und lückenlose Ausstattung mit digitalen Endgeräten stelle zum neuen Schuljahr Chancengleichheit und Teilhabe sicher.

„Tolle Chance für Kinder“

Als Vertreterin der Grundschulen betonte Annelene Schulte die Möglichkeiten des digitalen Lernens: iPads mit den entsprechenden Apps brächten „sinnvolles Lernen ins Kinder-Homeoffice“ und ermöglichten einen direkten Austausch mit den Lehrern: „Das ist auch eine tolle Chane für Kinder, in deren Elternhaus eine andere Sprache gesprochen wird.“

Als sie vor 17 Jahren als Rektorin nach Valdorf gekommen sei, habe sie eine für damalige Verhältnisse optimal mit neuen Medien ausgestattete Schule vorgefunden, die seitdem regelmäßig im Präsenzunterricht genutzt würden.

Schulleiter bedanken sich

Guido Höltke, seit knapp zwei Jahren Schulleiter des Weser-Gymnasiums, sagte, dass der Einsatz digitaler Medien bereits seit einiger Zeit von allen Vlothoer Schulen gemeinsam beraten werde. Er bedankte sich für dieses „große Projekt“ des Schulträgers. Die Vlothoer Schulen würden es nun schnell für Homeschooling und Präsenzunterricht mit Leben füllen: „Wir sind bereit. Die Kollegen warten darauf. Bitte unterstützen sie uns.“

Vor der Abstimmung meldeten sich die Sprecher aller Fraktionen zu Wort.  Schulausschuss-Vorsitzender Guido Koch (SPD), Julia Dowe (CDU), August-Wilhelm König (GLV) und Hans Schemel (Die Linke) lobten das Vorhaben und sagten sofort ihre Unterstützung zu. Das beeindruckte auch Andreas Stocksmeier, der für die FDP einen Aufschub bis Mitte Juni beantragen wollte, um bis dahin Fragen zur Finanzierung zu klären: „Das wäre das falsche Zeichen. Auch wir stimmen jetzt zu.“

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