Junge Sportler des Weser-Gymnasiums Vlotho dürfen zurück ins Wasser
Endlich wieder Kanufahren

Vlotho/Porta Westfalica (WB). Jetzt fahren Wassersportler aus Vlotho wieder über den Südlichen See. War die Wasserfläche seit Monaten Gänsen, Enten und Schwänen vorbehalten, so bevölkerten jetzt Gymnasiasten in ihren Kanus das kühle Nass. Die Schüler des Weser-Gymnasiums Vlotho (WGV) haben nun schon das zweite Jahr ihre Bleibe am Südlichen See direkt am Großen Weserbogen, nachdem das Domizil in Vlotho nicht mehr zur Verfügung stand.

Montag, 25.05.2020, 13:32 Uhr aktualisiert: 25.05.2020, 13:40 Uhr
Die Kanuten bevölkern voller Bewegungsdrang nach langer Pause wegen der Corona Krise erstmalig wieder den Südlichen See. Foto: Gisela Schwarze
Die Kanuten bevölkern voller Bewegungsdrang nach langer Pause wegen der Corona Krise erstmalig wieder den Südlichen See. Foto: Gisela Schwarze

„Mit genügend Abstand auf dem Wasser und am Bootshaus ist die Kanu-AG mit Genehmigung der Schulleitung wieder möglich“, freut sich der Pädagoge und AG-Leiter Karsten Hauptfleisch. Sport im Freien sei in der Zeit der Corona-Krise ideal und ab jetzt solle die AG wieder einmal pro Woche stattfinden. Auf der Rückseite des Fährhauses vom „Amanda“- Kapitän Peter Wartenberg besitzen die jungen Kanuten einen Bootsschuppen, in dem sie ihr Inventar lagern. Die meisten von ihnen kommen von Rehme aus mit der Fähre über die Weser und landen dann direkt am Bootshaus. Von dort aus müssen die Wassersportler ihre schwimmenden Untersetzer zum See tragen.

Erst einmal Rasenmähen

Den ersten Schritt zum Kanu-Glück machte Karsten Hauptfleisch, indem er sich mit einem Rasenmäher ausrüstete und eine Schneise durch hohen Grasbewuchs zum Wasser bahnte. Über diesen Zugang beförderten die Schüler in Teamarbeit, bekleidet mit Schwimmwesten und Schutzanzügen, ihre Kanus ins ruhige Gewässer.

Karsten Hauptfleisch leitet die Kanu-AG.

Karsten Hauptfleisch leitet die Kanu-AG. Foto: Schwarze

„Wir sind total glücklich über Sport und Bewegung“, sind Leo Moritz Lenger und Ben Luca Lehn aus der Stufe 7 beim Kanu-Transport begeistert. Auf ihren Wassersport hätten sie sich seit Wochen gefreut und nun sei es endlich so weit. Alle Mitglieder der AG zeigten sich erleichtert über die Lockerung beim Schulsport, die nun das erste Kanufahren des Jahres bescherte.

Fahrt nach Frankreich fiel aus

Immerhin sei das Fahren auf dem Südlichen See ein Trostpflaster für die ausgefallene Fahrt nach Südfrankreich zur Ardeche, die eigentlich haargenau an diesem ersten Trainingstag mit Reisebus und Bootsanhänger zur alljährlichen Kanutour vor den Sommerferien starten sollte. Eine Frankreich-Fahrt mit Kanus, Übernachtung in Zelten und selbst zubereiteter Verpflegung gehört für die Kanu-AG ins Schulprogramm.

„Mit Beginn der Corona-Pandemie war schnell klar, dass diesmal die beliebte sportliche Südfrankreich-Reise entfällt“, erzählten Bärbel und Lothar Wegener, Gründer der WGV-Kanu-AG im Jahr 1975 und pensionierte Pädagogen des Gymnasiums. Sie waren zum aktuellen Start am Südlichen See gekommen, halfen beim Kanu-Transport vom Bootshaus zum Wasser und freuten sich mit den Schülern über die Freiluft-Aktivität nach langem Warten.

Mit Erfahrung auf die Weser

Ab Stufe 6 können die Schüler an der AG teilnehmen. Sie lernen zunächst, im Kanu geradeaus zu fahren oder die Richtung nach rechts oder links zu ändern. Bis es ans Training der Eskimorollen-Technik geht, müssen die Grundvoraussetzungen im Schlaf klappen. „Zum Trainieren ist der Südliche See ein hervorragenden Übungsgewässer“, sagt Karsten Hauptfleisch.

Seien die Kanuten erfahren genug, gehe es dann auch auf die Weser, die als Fließgewässer andere Ansprüche stelle. Es gelte, sich mit Strömungsverhältnissen vertraut zu machen, die besonders bei Landzungen unerwartet seien und bei Ungeübten ein Kentern verursachen können.

Wassersport besitzt am Vlothoer Gymnasium eine lange Tradition. Als 1975 die Ruderboote ausgemustert und teilweise verkauft wurden, schaffte die Schule vom Verkaufserlös und mit einer Finanzspritze des Förderervereins die ersten Kanus an. Bärbel und Lothar Wegener übernahmen damals die Leitung. „Solch eine AG endet meistens, wenn der Gründer pensioniert wird. In Vlotho war das glücklicherweise nicht so“, denkt Lothar Wegener zurück.

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