Popsänger Joris gibt Open-Air-Auftritt vor 100 ausgewählten Zuschauern
„Zum ersten Mal wieder“

Vlotho/Essen (WB). Das lange Warten hat ein Ende: Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie konnte Singer- und Songwriter Joris jetzt wieder bei einem Open-Air-Festival vor Zuschauern auftreten. Dort gewährte er auch einen kleinen Einblick, wie sich der Neustart anfühlte und was dem ehemaligen Vlothoer in der außergewöhnlichen Zeit geholfen hat.

Freitag, 12.06.2020, 15:47 Uhr aktualisiert: 12.06.2020, 15:50 Uhr
Auf Einladung des Radiosenders „1Live“ tritt Joris beim „Seaside Beach“ am Baldeneysee in Essen auf. Foto: Dirk Sonntag
Auf Einladung des Radiosenders „1Live“ tritt Joris beim „Seaside Beach“ am Baldeneysee in Essen auf. Foto: Dirk Sonntag

Unter dem Titel „Zum ersten Mal wieder – das Open-Air Wochenende“ hatte der WDR mit seinem Sender „1Live“ zum „Seaside Beach“ am Baldeneysee in Essen eingeladen. Exakt 100 Zuschauer hatten das Glück, beim Festival dabei sein zu können – mit reichlich Abstand, vorher festgelegten Sitzplätzen und namentlicher Registrierung. Im Gegenzug gab es dafür Joris im kleinen Kreis, mit glasklarer Stimme, großer Geste und ganz viel Gefühl.

„Zaungäste“ auf dem See

„Ich bin riesig froh endlich wieder live vor Publikum und nicht nur vor Auto-Scheinwerfern zu spielen“. Dass dies nicht nur warme Worte von Joris waren, wurde schon bei seinem ersten Lied deutlich. Mit reichlich Spielfreude und einem breiten Grinsen im Gesicht wirkte er auf der Bühne wie neu losgelassen.

Den Zuschauern, aufgeteilt auf 25 Mini-Areale, gefiel diese Energie, schon da hielt es die meisten Besucher nicht mehr auf den Plätzen. Beifall gab es von seinen Fans und zusätzlich ein paar erfinderischen Zaungästen. Die hatten mit ihren Booten auf dem Baldeneysee mit prima Blick auf die Bühne einen „Konzert-Halt“ eingelegt.

Mit seiner aktuellen Single „Nur die Musik“ ist der 30-jährige derzeit häufig im Radio zu hören, ein Ersatz für die Livekonzerte ist das aber nicht. „Ich bin froh, dass ich in dieser Ausnahmezeit viele gute Freunde an meiner Seite hatte. Das hat mir sehr geholfen“, gestand er offen ein.

„Der Boden weggebrochen“

Und er gewährte einen Einblick, wie sich prominente Künstler derzeit fühlen. Ohne anzuklagen verwies er darauf, dass keineswegs nur die Autoindustrie Probleme habe. Den Künstlern sei der Boden unter den Füßen weggebrochen. „Ich freue mich riesig auf die Zeit, wo ich hier nicht vor 100 Personen spiele, sondern nächstes Jahr vor Zehntausend“.

Für einen Moment gab es für Joris bei seinem kleinen beruflichen Schritt zurück zur Normalität dann Wichtigeres als die Musik. Bei seinem Lied „Signal“ kniete er auf der Bühne minutenlang nieder und ermunterte die Zuschauer mitzumachen. Die brauchte er gar nicht zu bitten. Kniefälle werden zurzeit in Amerika und überall auf der Welt als Protest gegen Rassismus und Anfeindungen genutzt.

Als längst die Dunkelheit am See eingebrochen war, hallten die Rufe nach einer Zugabe über das Strandgelände. Bei der kleinen Kulisse war jede Stimme zu hören – fast wie zu Beginn seiner Karriere vor etlichen Jahren beim Auftaktkonzert in der Vlothoer Kulturfabrik. Im Licht einer Grubenlampe spielte Joris „Glück Auf“. Ein trefflicher Abschluss und zugleich der Ausblick auf bessere Zeiten für Künstler – nach der Corona-Zeit.

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