„Canaillen Bagage” erzählt auf Burg Vlotho von Hans Christian Andersen
Ein traumhaftes Leben

Vlotho (WB). Er wollte Schauspieler sein und wurde der bekannteste Dichter Dänemarks. Hans Christian Andersen starb 1875 in Kopenhagen. Das Ensemble „Canaillen Bagage“ lässt seine Erinnerung wieder aufleben. Das Straßentheater aus Bielefeld ist mit seinem Stück „Andersens Schatten“ auf der Burg Vlotho aufgetreten.

Donnerstag, 25.06.2020, 17:24 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 17:30 Uhr
Auf der Bühne geht es an diesem Nachmittag sehr turbulent zu. Es ist gerade Jahrmarkt, beim dem Künstler und Akrobaten die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich ziehen. Foto: Frank Dominik Lemke
Auf der Bühne geht es an diesem Nachmittag sehr turbulent zu. Es ist gerade Jahrmarkt, beim dem Künstler und Akrobaten die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich ziehen. Foto: Frank Dominik Lemke

Das Stück beginnt mit einem mondän gekleideten Mann, der seine Geschichte erzählt: „Gestatten sie, dass ich mich vorstelle. H. C. Andersen mein Name“, sagt der Protagonist und erinnert sich an seine Reisen, Menschen und Fantasien. „Vor fünf Jahren erlebte ich etwas äußerst Erstaunliches“, sagt er, „ich verlor meinen Schatten.“

Verschiedene Lebensphasen

In dem Theaterstück wird er von mehreren Schauspielern porträtiert, mal als gereifter Mann mit Frack und Zylinder, dann als kindischer Knabe, der am Anfang seines Lebens steht. Hans Christian Andersen wuchs als Sohn eines verarmten Schuhmachers und einer alkoholkranken Wäscherin in Odense auf Fünen auf. Mit 14 Jahren ging er nach Kopenhagen, um als Schauspieler sein Brot zu verdienen – vergeblich. Danach bemühte er sich als Sänger.

Aufmerksamkeit zog er mit seinen Gedichten auf sich. Der Direktor des Königlichen Kopenhagener Theaters nahm ihn in seine Obhut. König Friedrich IV. förderte ihn ebenfalls. Am Ende seiner Schulzeit schrieb Hans Christian Andersen das berühmte Gedicht „Das sterbende Kind“. Sein Blick auf die Welt aus der Sicht eines Kindes sollte später typisch für sein literarisches Schaffen werden. Aus seiner Feder stammen Geschichten wie „Das hässliche Entlein“, „Die kleine Meerjungfrau“ oder „Däumeline“.

Theater unter Auflagen

„Canaillen Bagage“ porträtiert ihn als verträumten, hoffnungsvollen und spielerischen Menschen, der mit seinem sonnigen Gemüt die Herzen der Menschen berührt. Der Auftritt auf der Burg Vlotho ist der erste nach dem Corona-Lockdown. „Das geht nur unter strengen Auflagen und dank der Hilfe des Jugendzentrums und der Stadt“, sagt Matthias Lehre vom Initiativkreis Burgtheater.

50 Zuschauer können mit Abstand voneinander in der historischen Kulisse der alten Burgruine das Stück sehen. „Mehr als 200 haben versucht sich anzumelden“, sagt Merle Stemmer vom Jugendzentrum. Wer „Canaillen Bagage“ verpasst hat, kann versuchen, ein Platz bei den nächsten Auftritten zu bekommen.

Die Sommertour der Theatergruppe führt als nächstes nach Herford. Dort tritt sie am Freitag, 26. Juni, um 19 Uhr auf dem Münsterkirchplatz auf.

Mehr als 200 Menschen haben versucht, sich für die 50 Sitzplätze beim Gastspiel der „Canaillen Bagage“ in Vlotho anzumelden.

Mehr als 200 Menschen haben versucht, sich für die 50 Sitzplätze beim Gastspiel der „Canaillen Bagage“ in Vlotho anzumelden. Foto: Frank Lemke

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