Sechs-Tonnen-Findling krönt höchsten Punkt im Kreis Herford
Bonstapel bekommt Gipfelstein

Vlotho (WB). Ein sechs Tonnen schwerer Findling kennzeichnet seit dem Wochenende den höchsten Punkt im Kreis Herford. 342 Meter über Normalniveau ist die geologische und historische Attraktion zu bewundern. Das Valdorfer Urgestein Friedrich-Wilhelm Südmersen ist der Vater des steinernen Projekts.

Mittwoch, 01.07.2020, 09:00 Uhr
Bei der Feierstunde zur Einweihung des Sechs-Tonnen-Findlings als Gipfelstein: Bürgermeister Rocco Wilken, Landrat Jürgen Müller, Jerome, Wilfried Südmersen, Zoé, Stephen Paul und Siegfried Mühlenweg (von links). Foto: Gisela Schwarze
Bei der Feierstunde zur Einweihung des Sechs-Tonnen-Findlings als Gipfelstein: Bürgermeister Rocco Wilken, Landrat Jürgen Müller, Jerome, Wilfried Südmersen, Zoé, Stephen Paul und Siegfried Mühlenweg (von links). Foto: Gisela Schwarze

Während der Einweihungsfeier des Monuments würdigten Landrat Jürgen Müller, Bürgermeister Rocco Wilken, der FDP-Ortsvereinvorsitzende Siegfried Mühlenweg, Stephen Paul, Kreisvorsitzender der Liberalen, und Kurt Knäble als Chef des Vlothoer Heimatvereins die imposante Attraktion im naturnah erhaltenes Gebiet auf dem Bonstapel.

Weil Friedrich-Wilhelm Südmersen (74) der Vlothoer FDP angehört, entstand die Planung zum nun vollendeten Findling-Projekt in den Reihen seiner Partei. Mit seiner eigenen Familiengeschichte ist der Findling eng verbunden, denn der Koloss wurde in den 1970er Jahren auf Südmersens Grund und Boden gefunden, als die Hohenhausener Straße gebaut wurde. 38 Jahre war der Steinbründorfer als Straßenwärter tätig, kannte die Möglichkeiten, den Sechs-Tonnen-Koloss zunächst an einen sicheren Stellplatz in Bauhofnähe zu schaffen.

„Was könnte mit dem Stein passieren?“, fragte sich Friedrich-Wilhelm (Willi) Südmersen jahrelang, bis sich nun die Lösung ergab.

Findling folgt auf Gipfel-Turm

Während einer Sitzung der Liberalen, sichteten die Kommunalpolitiker altes Kartenmaterial Valdorfs und entdeckten, dass bis zum Jahr 1920 auf dem Bonstapel am höchsten Punkt ein Turm gestanden hatte. Da wurde die Idee geboren, den höchsten Punkt der Stadt und des Kreises erneut zu markieren. „Ich bot meinen Findling an“, so Südmersen und begann die Wege fürs Projekt zu ebnen.

Nachdem er die nötigen Genehmigungen eingeholt hatte und auch von der Eigentümerin der Fläche grünes Licht bekam, beförderte ein Unternehmen die sechs Tonnen schwere Fracht an Ort und Stelle. Die Vlothoer FDP, der FDP-Kreisverband und der örtliche Heimatverein drehten gemeinsam am großen Rad der Projektvollendung. Mit seiner Begeisterung steckte Friedrich-Wilhelm Südmersen seine Parteifreunde an, sodass Stephen Paul die Gravur auf dem Koloss sogar aus eigener Tasche bezahlte. Die Kosten für den Steintransport übernahm der FDP-Ortsverein.

Gedicht zur Einweihung

Die Geschichte des Steins kleidete Friedrich-Wilhelm Südmersen zur Feier der Einweihung in ein Gedicht. „Mein Standplatz ist luftig und schön, da, wo viele Menschen mich sehn“, hieß es in den Zeilen, die der Initiator vortrug. Sein Enkel Jerome (9) und dessen Kameradin Zoé (10) entfernten die weiße Hülle, die um den Stein gelegt war.

„Können nicht Berge, aber Steine versetzen“

„Wir können nicht Berge versetzen, aber Steine“, schmunzelte Siegfried Mühlenweg zur Eröffnung des Festakts. Er verwies auf die Möglichkeit, den Stein sogar mit Post zu beehren mit der Adresse „Der dicke Willi“. Ein Briefkasten ist hinter einem der umliegenden Sitzfindlinge angebracht.

Landrat Jürgen Müller: bezeichnete den nun vollendeten Plan Friedrich-Wilhelm Südmersens als grandiose Idee. „Da haben wir etwas Symbolstarkes, was bleibt“, würdigte er. „Der Kreis ist steinreich“, fügte der Landrat hinzu.

Die Tatkraft und Entscheidungsfreudigkeit Friedrich Wilhelm Südmersens lobten auch Rocco Wilken und Kurt Knäble.

„Wir wohnen da, wo andere Urlaub machen. Möge der markante Punkt der gemeinsamen Heimat sehr viele Leute interessieren, damit sie hierher wandern“, so Stephen Paul.

 

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