36 Prozent der Lehrstellen im Kreis Herford sind unbesetzt
Baubranche gehen die Azubis aus

Kreis Herford (WB). Bauboom trifft auf Nachwuchs-Mangel: Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind viele Baufirmen im Kreis Herford vergeblich auf der Suche nach Azubis. Darauf weist die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur hin. Danach blieben im Juli 36 Prozent aller Ausbildungsstellen auf dem Bau unbesetzt.

Donnerstag, 13.08.2020, 15:07 Uhr aktualisiert: 13.08.2020, 15:30 Uhr
Nachwuchsmangel im Handwerk: Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt spricht von einem „Alarmsignal“. Foto:
Nachwuchsmangel im Handwerk: Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt spricht von einem „Alarmsignal“.

Von 33 ausgeschriebenen Plätzen im Kreis waren noch zwölf zu vergeben. Sabine Katzsche-Döring von der IG BAU Ostwestfalen-Lippe spricht von einem „Alarmsignal“. Wenn es den Firmen nicht gelinge, Schulabgänger für die dringend gebrauchte Arbeit als Maurer, Straßenbauer oder Baugeräteführer zu finden, dann gerate das Fundament der ganzen Branche ins Wanken. „Aber nur wenn die Arbeitsbedingungen auf Baustellen attraktiver werden, lässt sich das Nachwuchs-Problem lösen“, ist die Gewerkschafterin überzeugt.

In der laufenden Tarifrunde fordert die IG BAU ein monatliches Einkommensplus von 100 Euro für alle Azubis. Außerdem soll die Fahrt zur Baustelle entschädigt werden. „Wer sich bei der Berufswahl für den Bau entscheidet, der muss auch Familie, Freizeit und Arbeit unter einen Hut bringen können. Aber das klappt für die meisten Berufseinsteiger nur sehr selten“, so Katzsche-Döring. Diese Unzufriedenheit spiegele sich auch in einer hohen Abbrecherquote wider.

Laut aktuellem Ausbildungs- und Fachkräftereport der Sozialkassen des Baugewerbes (SOKA-BAU) bringt jeder dritte Azubi die Ausbildung nicht zu Ende.

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