Untere Naturschutzbehörde appelliert: Geräte nicht abends und nachts nutzen
Mähroboter gefährden Igel

Kreis Herford (WB). Die untere Naturschutzbehörde des Kreises Herford warnt davor, selbstfahrende Rasenmäher abends und nachts einzusetzen. Die Geräte verursachen massive Verletzungen bei Igeln.

Donnerstag, 13.08.2020, 17:27 Uhr aktualisiert: 13.08.2020, 17:30 Uhr
Sie sind beliebte Gartenbewohner: Aber Igel brauchen nicht nur Platz, sondern auch Artenvielfalt und Rücksichtnahme. Foto: dpa
Sie sind beliebte Gartenbewohner: Aber Igel brauchen nicht nur Platz, sondern auch Artenvielfalt und Rücksichtnahme. Foto: dpa

Jährlich fallen etwa eine halbe Million Igel dem Straßenverkehr zum Opfer. Doch auch Mähroboter werden für sie zur Gefahr, da sie oft zur Hauptaktivitätszeit der Igel eingesetzt werden. Die erste dieser Phasen liegt zwischen 18 und 21 Uhr, die zweite zwischen 0 und 3 Uhr. Anstatt vor den gefährlichen Mähern zu flüchten, rollen sich die Stacheltiere bei Gefahr zu einer Kugel zusammen und erstarren für einige Minuten.

„Oft erleiden die Tiere durch die scharfen Messer massive Verletzungen. Jungtiere sind dabei besonders gefährdet, schon wegen ihrer geringeren Körpergröße. Zudem bleiben die schwer verletzten Tiere unbemerkt, da sie keine Schmerzenslaute ausstoßen und sich ins Unterholz zurückziehen, um dort qualvoll zu verenden“, erklärt Hannelore Frick-Pohl von der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Herford.

Sensorik verfeinern

Deshalb sollten die Geräte in keinem Fall während der Dämmerung oder nachts mähen. Die Hersteller werden von den Wildbiologen aufgefordert, die Sensorik zu verfeinern, sodass die Geräte den Tieren ausweichen können.

Darüber hinaus schadet ein vom Mähroboter gepflegter Rasen dem Igel und allen anderen Gartentieren bei der Nahrungssuche. „Den biologisch wertlosen Grünflächen fehlen Blühpflanzen und Kräuter, die den Insekten und Kleintieren Nahrung bieten“, so Frick-Pohl.

Die Igel sind zu einem gewissen Grad Kulturfolger: Sie haben ihre ehemals reichgegliederte Feldflur verlassen und sind in die Stadt mit ihren naturnahen Gärten, Parks und Friedhöfen gezogen. Sie gehören zu den beliebten Gartenbewohnern. „Artenvielfalt im Garten, Laub- und Reisighaufen, Wiese statt Rasen hilft den beliebten Stachelrittern“, weiß Frick-Pohl.

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