Roefs und Schemel bleiben in Vlotho deutlich hinter ihren eigenen Erwartungen zurück
Wilken wiedergewählt

Vlotho(WB). Mit überwältigender Mehrheit ist Bürgermeister Rocco Wilken am Sonntag für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden . Christoph Roefs als unabhängiger Herausforderer blieb mit einem Ergebnis von unter 25 Prozent hinter seinen Erwartungen zurück – er hatte auf eine Stichwahl gehofft. Auch Hans Schemel von den Linken war enttäuscht, er hatte die angepeilten 8 Prozent nicht erreicht.

Montag, 14.09.2020, 04:43 Uhr aktualisiert: 14.09.2020, 05:00 Uhr
Blumen für den strahlenden Wahlsieger: Rocco Wilken mit Ehefrau Andrea und Sohn Keno freuen sich über das eindeutige Votum der Wähler: 6034 Vlothoerinnen und Vlotho wollen, dass er in eine zweite Amtszeit geht. Foto: Jürgen Gebhard
Blumen für den strahlenden Wahlsieger: Rocco Wilken mit Ehefrau Andrea und Sohn Keno freuen sich über das eindeutige Votum der Wähler: 6034 Vlothoerinnen und Vlotho wollen, dass er in eine zweite Amtszeit geht. Foto: Jürgen Gebhard

Die offizielle Wahlpräsentation fand in diesem Jahr coronabedingt in der großen Aula der Weser-Sekundarschule statt. Um 20.55 Uhr betrat Rocco Wilken gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea den Saal. Applaus brandete auf. Die SPD überreichte einen riesigen Blumenstrauß. SPD-Chef Guido Koch, Landtagsabgeordneter Christian Dahm und der GLV-Fraktionschef August-Wilhelm König gratulierten. Kurz darauf Hans Schemel, wenig später Christoph Roefs. „Ich bedanke mich für den fairen Wahlkampf“, sagte der wiedergewählte Bürgermeister zu Hans Schemel. „Danke, dass Sie angetreten sind“, sagte er zu Christoph Roefs. Der Gegenkandidat habe ihm die Chance gegeben, im Wahlkampf sein eigenes Profil zu schärfen.

Herausforderer enttäuscht

Er sei von seinem sehr guten Abschneiden überwältigt, erklärte Rocco Wilken: „Das zeigt, dass wir in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit geleistet haben. Wir haben einen klaren Wählerauftrag erhalten, an den wir nun anknüpfen werden. Unser Ziel ist es, Vlotho weiter gemeinsam gestalten.“

„Mit knapp 25 Prozent bin ich deutlich hinter meinen eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Ich bin enttäuscht“, so Christoph Roefs in einer ersten Stellungnahme. Er wünsche dem alten und neuen Amtsinhaber eine gute Hand für Vlotho: „Die wird er brauchen.“

Seine Themen seien den Vlothoern wohl nicht so wichtig, bedauerte Hans Schemel.

Ebenfalls auf ein deutliches Ergebnis hat der Schwiegervater des alten und neuen Bürgermeisters gerechnet, der extra aus Norderney gekommen war: „Mindestens 62 Prozent“, nannte Werner Weber seine Prognose.

Kommentar von Jürgen Gebhard

Rocco Wilken bleibt Bürgermeister: Dieses Ergebnis ist eigentlich keine Überraschung, obwohl es Gegenkandidaten gab. Hans Schemel hatte gewusst, dass er niemals den Chefsessel erobern würde. Anders bei Christoph Roefs: Der ehemalige CDU-Kreistagsfraktionschef hatte sich einige Hoffnungen auf die Stichwahl und auf Sieg in der Verlängerung gemacht. Doch es ist anders gekommen: Die Vlothoer haben Rocco Wilken erneut das Vertrauen ausgesprochen. Dass er den Job gut macht, hat er nach einem holprigen Start als damals absoluter Neuling bewiesen. Die wichtigsten Entscheidungen für diese Stadt hat er gemeinsam mit allen Ratsfraktionen getroffen. Vor diesem Hintergrund war es dann schon merkwürdig, dass 1. die FDP sich im Wahlkampf hinter einen anderen Bewerber gestellt und dass 2. die CDU, nachdem es ihr nicht gelungen war, einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufzustellen, den aus ihrer Partei ausgetretenen Christoph Roefs zwar nicht offiziell aufs Schild gehoben, ihm jedoch öffentlich große Zuneigung erklärt hatte. Der Wähler hat entschieden. Er setzt auf Kontinuität. Auf eine Kontinuität, die auch die zukünftige Zusammensetzung des Rates erwarten lässt.

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