Entwicklung der Ortsmitte: Vlotho bewirbt sich auf Projektaufruf des Bundes
Kleinstadt-Akademie will helfen

Vlotho (WB). Ein Rundgang durch Vlothos Zentrum öffnet rasch den Blick, wo das Problem für die Innenstadtentwicklung liegt. Zahlreiche Altbauten stehen leer und verfallen. Eifrige Bemühungen der Stadtentwickler an die oft weit entfernt wohnenden Eigentümer heranzukommen, endeten oft erfolglos. Ein Projektaufruf des Bundes unter dem Titel „Kleinstadtentwicklung – vielfältig, innovativ und zukunftsfähig“ könnte nun bei der Innenstadtentwicklung helfen.

Donnerstag, 15.10.2020, 03:30 Uhr
Ein Altbestand-Problemfall liegt gleich gegenüber dem Rathaus; die seit Jahren leer stehende Ratsstuben und gleich nebenan das kleine denkmalgeschützte Fachwerkhaus. Foto: Joachim Burek
Ein Altbestand-Problemfall liegt gleich gegenüber dem Rathaus; die seit Jahren leer stehende Ratsstuben und gleich nebenan das kleine denkmalgeschützte Fachwerkhaus.

Das Projekt

Unter Federführung der Stadt Nieheim hat sich die Stadt Vlotho gemeinsam mit den NRW-Städten Marienmünster, Schieder-Schwalenberg sowie den ostdeutschen Städten Drebkau (Brandenburg) und der Hansestadt Seehausen (Sachsen-Anhalt) über die OWL GmbH um die Teilnahme an dem Pilotprojekt „Kleinstadt-Akademie“ beworben. „Ziel des Projektes ist es, neue Ansätze, Ideen und Instrumente zu entwickeln, um einen Wandlungsprozess für das Wohnen in den Ortsmitten, die oft unter den schwierigen immobilienwirtschaftlichen Rahmenbedingungen leiden, einzuleiten“, erläuterte Vlothos Stadtentwickler Michael Fißmer nach einem Treffen der Antragsteller in Nieheim.

Wissenschaftliche Begleitung

Demografischer Hintergrund für die Initiative des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ist die Tatsache, dass in den 2100 Kleinstädten in Deutschland immerhin 30 Prozent der Bevölkerung leben. „Der Bund will nun wissenschaftlich untermauert wissen, was er tun muss, um diesen Kommunen bei der Entwicklung ihrer Zentren zu helfen. Dazu wird es ab 2023 die Kleinstadt-Akademie geben, für deren Pilotphase sich Vlotho und die fünf anderen Städte nun beworben haben“, so Fißmer.

Für die wissenschaftliche Begleitung des Projektes, dessen Geschäftsleitung bei der OWL GmbH liegt, konnten die Fachhochschule des Mittelstandes in Bielefeld und das Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und regionale Entwicklung (InWIS) der Ruhr-Universität Bochum gewonnen werden.

Motivation für Vlotho

Anlass für Vlotho, sich zu beteiligen, ist der dringende Handlungsbedarf für die Innenstadt. Fißmer: „Wir brauchen neue Konzepte, um ökonomische Anreize für Eigentümer von Altbestandbauten zu schaffen, damit auch sie bei neuen Nutzungskonzepten für die Aktivierung von Flächen und Bestandsimmobilien im Ortskern mitmachen.“

Die Wissenschaft soll im Zuge des Projektes anwendbare Instrumente für die kleinen Kommunen entwickeln und den politischen Handlungsbedarf beschreiben. Die beteiligten Pilot-Kommunen überprüfen dann die Anwendbarkeit der entwickelten Instrumente. Außerdem könnten sie sie auch schon einmal ausprobieren und zudem vom Wissentransfer mit den ostdeutschen Städten profitieren, so Vlothos Stadtentwickler. Denkbar sei es, bei der Umsetzung der Konzepte und Instrumente unter anderem finanzielle Anreize für die Eigentümer zu schaffen. Und natürlich müsste auch über bisherige Grenzen für die Erneuerung und Sanierung von Altbauten diskutiert werden, wie zum Beispiel den Denkmalschutz.

Der Zeitrahmen für das Pilotprojekt sei auf etwa 18 Monate festgelegt. 1,7 Millionen Euro stünden für ausgewählte Projekte als Fördermittel zur Verfügung. „Am Ende dieser Akademie-Pilotphase sollen dann Konzepte und Instrumente bereit gestellt werden, die dann auch auf andere Städte übertragen werden können“, erklärte Michael Fißmer.

 

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