Modernisierung der Kläranlage: Bau des neuen Belebungsbecken hat begonnen
Arbeiten liegen im Zeitplan

Vlotho (WB). Ein gewaltige Baugrube dominiert derzeit das Bild auf der Baustelle, auf der die bestehende Kläranlage der Stadt Vlotho umgebaut und modernisiert wird. Dort, wo jetzt diese Grube gähnt, wird sich künftig das Belebungsbecken zur biologischen Abwasserreinigung mit einer acht Meter hohen Betonwand erheben. Ganz aktuell ist viel Muskelkraft gefragt, da dort derzeit die Eisenbewehrung für die dicke Betonsohlplatte des Bauwerks eingebaut wird.

Samstag, 17.10.2020, 03:30 Uhr aktualisiert: 17.10.2020, 03:40 Uhr
Bernd Adam, Chef der Vlothoer Stadtwerke und Wirtschaftsbetriebe, begutachtet die Arbeiten für das neue Belebungsbecken der Kläranlage. Derzeit wird die Bewehrung für die Sohlplatte erstellt Foto: Joachim Burek
Bernd Adam, Chef der Vlothoer Stadtwerke und Wirtschaftsbetriebe, begutachtet die Arbeiten für das neue Belebungsbecken der Kläranlage. Derzeit wird die Bewehrung für die Sohlplatte erstellt Foto: Joachim Burek

Für diese Platte werden insgesamt 530 Kubikmeter Beton, das entspricht etwa 67 Lkw-Ladungen, benötigt“, verrät Klärwerksmeister Carsten Welling. Gemeinsam mit Bauingenieurin Marion Gräfner und Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Adam erläutert er den Baufortschritt auf Vlothos wohl größter Baustelle.

Seit August 2018 wird dort die bestehende Biofor-Kläranlage für ein Investitionsvolumen von etwa 17 Millionen Euro zu einer konventionellen Anlage umgebaut, die künftig auch eine vierte Klärstufe zur Beseitigung von Mikro-Schadstoffen und Medikamentenrückständen im Abwasser besitzt.

„Den Einbau dieser vierten Reinigungsstufe und alle dafür notwendigen anderen Baumaßnahmen fördert das Land Nordrhein-Westfalen mit 3,2 Millionen Euro“, ergänzt Stadtwerkechef Bernd Adam. Ziel der Modernisierung sei, mit der neuen Anlage noch besser die Umwelt und insbesondere die Flora und Fauna der durch Vlotho fließenden Weser zu schützen, erklärt Adam.

Start in 2018

Mit dem Start der Maßnahme im Sommer 2018 seien im ersten Bauabschnitt Vorbereitungsarbeiten wie der Rohr- und Leitungsbau für die notwendige Infra-Struktur sowie der Abriss alter Bausubstanz, unter anderem der alten Nachreinigungsanlage, erfolgt.

Zweiter Bauabschnitt

Aktuell befindet sich die Maßnahme im zweiten Bauabschnitt. Nachdem bereits die zwei Nachklärbecken errichtet wurden, ist nun mit dem Bau des großen Belebungsbeckens für die biologische Abwasserreinigung begonnen worden. „Die große Herausforderung bei diesem Projekt ist, den Umbau sukzessive bei laufendem Betrieb umzusetzen“, erläutern die Fachleute der Kläranlage. Die Biologische Abwasserreinigungsstufe soll aller Voraussicht Mitte 2021 fertiggestellt sein.

 

Vierte Reinigungsstufe

Im Anschluss soll im dritten Bauabschnitt – Mitte 2021 – mit dem Bau der vierten Klärstufe begonnen werden. Dazu wird ein Teil der Bausubstanz der jetzt bestehenden Biofor-Anlage umgebaut, und dann die neuen Aktiv-Kohlefilter installiert. Der vierte und letzte Bauabschnitt umfasst schließlich die Anpassung der Außenanlage. „Da braucht es eine neue Umzäunung und ein neues Tor. Es müssen eine Fahrzeugumfahrt und Feuerwehraufstellflächen geschaffen werden“, sagt Marion Gräfner. Zudem würden alle wichtigen Versorgungsanlagen, wie das Blockheizkraftwerk, die Anlagen zur Stromerzeugung und das Notstromaggregat mit Dieseltank im neuen Kesselhaus oberhalb der Hochwasserlinie untergebracht. „Insgesamt liegen wir mit den Bauzeiten gut im Plan und wollen Ende 2022 den Umbau abgeschlossen haben“, ist die Ingenieurin zuversichtlich.

Energieautark

Ein weiteres Ziel, um auch den Klimavorgaben der Stadt Vlotho zu entsprechen, ist der Bau von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Kläranlage. Wir wollen erreichen, dass die Anlage möglichst energieautark ist“, sagt Stadtwerkechef Bernd Adam. Immerhin brauche die Anlage so viel Energie, um bei Trockenheit 4800 Kubikmeter Abwasser am Tag und bei Regen 12.ooo Kubikmeter am Tag zu bewältigen.

 

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