Schutz vor Corona: Feuerwehr Vlotho stellt sämtliche Dienste und Übungen ein
Alles abgesagt

Vlotho (WB). Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Vlotho ist in höchster Alarmbereitschaft, um in eigenen Reihen Infektionen mit dem Corona-Virus zu vermeiden. „Zum Glück sind bisher alle gesund geblieben“, sagt Torsten Sievering als Leiter der gesamten Truppe. Wie bereits im Frühjahr gelten ab sofort wieder sehr strenge und sehr konsequente Schutzregeln und Hygienemaßnahmen.

Donnerstag, 29.10.2020, 04:07 Uhr aktualisiert: 29.10.2020, 04:10 Uhr
Die Gerätehäuser dürfen derzeit nur noch von den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr betreten werden. Foto: Jürgen Gebhard
Die Gerätehäuser dürfen derzeit nur noch von den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr betreten werden. Foto: Jürgen Gebhard

In einer Videokonferenz mit dem Kreisbrandmeister ist Ende voriger Woche beschlossen worden, sämtliche Dienste und Ausbildungsaktivitäten einzustellen. Damit entfallen auch die wöchentlichen Treffen der aktiven Kräfte in den fünf Gerätehäusern der Stadt Vlotho. Der Zugang zu den Gerätehäusern ist jetzt nur noch den Angehörigen der Feuerwehr erlaubt, ansonsten sind die Löschgruppen telefonisch erreichbar (Ansprechpartner auf der Feuerwehr-Homepage). „Bedauerlich: Auch unsere Jugend, die gerade wieder nach wochenlanger Pause mit einem besonderen Hygienekonzept gestartet ist, muss alle Zusammenkünfte wieder einstellen“, sagt Sievering.

„Alles ist abgesagt – bis auf die Einsätze“, bringt es der Feuerwehrchef auf den Punkt. Bei den Einsätzen gelten ab sofort wieder konsequente Schutzmaßnahmen. Das fängt bereits bei der Fahrt zum Einsatzort an: Im Feuerwehrauto herrscht Maskenpflicht. Und vor Ort muss penibel darauf geachtet werden, dass sich die Feuerwehrleute aus den verschiedenen Gruppen möglichst nicht zu nahe kommen. Bei kleineren Einsätzen sei das relativ einfach, bei größeren könne das zu einer logistischen Herausforderung werden.

Abstand beim Einsatz

Die Trennung der eingesetzten Feuerwehrleute ist absolut notwendig, erklärt Sievering: „Es wäre schon schlimm genug, wenn nach einer einzelnen Corona-Infektion alle Kameraden oder Kameradinnen dieser Löschgruppe in Quarantäne müssten. Wir müssen auf jeden Fall vermeiden, dass der schlimmste Fall eintritt und dass die gesamte Vlothoer Feuerwehr ausfällt.“

Auch nach den Einsätzen wird es bis auf weiteres keine Besprechungen mehr geben. Gerade bei Unfällen oder Bränden mit Todesfällen sei die psychische Belastung der Feuerwehrkräfte sehr groß. Ein ausführliches Nachgespräch, auch mit einem Seelsorger, helfe dabei, das Erlebte zu verarbeiten.

Eigentlich sollte am nächsten Wochenende der beliebte „Bunte Abend“ der Feuerwehr stattfinden. Er ist abgesagt. Auch den alljährlichen „Tag der offenen Tür“ am Gerätehaus am Bullerbach – bei dem regelmäßig neue Mitglieder gewonnen werden können – hat 2020 nicht stattgefunden, auch nicht das bei Familien beliebte Osterfeuer.

Keine Veranstaltungen

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sei es absolut richtig gewesen, dass die Stadt bei der bevorstehenden Generalinstandsetzung der Gerätehäuser auf eine Zusammenlegung von Standorten verzichtet habe, sagt Sievering: „Auch das trägt dazu bei, dass wir auch in schwierigen Zeiten wie diesen für die Bevölkerung da sind.“

Den erste Einsatz unter den aktuell angeordneten Corona-Schutzmaßnahmen gab es für die Vlothoer Feuerwehr am Dienstag nach Mitternacht auf der A2: Kurz vor dem Kreuz Bad Oeynhausen stand ein VW Passat in Flammen. Der Wagen war in Richtung Hannover unterwegs, als der Fahrer plötzlich zum Anhalten gezwungen war. Insgesamt 20 Mitglieder des Löschzugs Vlotho und der Löschgruppe Bonneberg bekämpften die Flammen – mit dem gebotenem Abstand zueinander.

Seit Anfang des Jahres sind die 152 ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männer bereits zu 200 Einsätzen ausgerückt. Sievering: „Wir müssen alles tun, damit wir weiterhin einsatzbereit sind.“

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