Entscheidung im Pastoralverbund: Keine Gottesdienste mehr an der Solterbergstraße – Nutzung offen
Abschied von St. Hedwig in Exter

Vlotho-Exter (WB) -

Die Corona-Krise hat den Einstieg in den Ausstieg eingeleitet, denn seit Monaten gab es bereits die samstäglichen Vorabendgottesdienste in der katholischen St. Hedwigs-Kirche an der Exteraner Solterbergstraße nicht mehr. Nun hat das hauptamtliche Team des Pastoralverbundes Werre-Weser entschieden: Es wird dort dauerhaft keine Gottesdienste und Kirchengruppentreffen der Gemeindemitglieder mehr geben.

Freitag, 20.11.2020, 17:06 Uhr aktualisiert: 23.11.2020, 11:02 Uhr
Pfarrer Manfred Pollmeier (rechts) und der langjährige Küster Helmut Güttler vor den verschlossenen Kirchentüren von St. Hedwig: Dort werden künftig auch nach der Corona-Krise keine Gottesdienste mehr stattfinden. Gemeinsam mit allen betroffenen Gremien soll nun über die künftige Nutzung entschieden werden.
Pfarrer Manfred Pollmeier (rechts) und der langjährige Küster Helmut Güttler vor den verschlossenen Kirchentüren von St. Hedwig: Dort werden künftig auch nach der Corona-Krise keine Gottesdienste mehr stattfinden. Gemeinsam mit allen betroffenen Gremien soll nun über die künftige Nutzung entschieden werden. Foto: Joachim Burek

„Die Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht, denn Kirche und das Kirchengebäude ist für die Gemeindemitglieder auch immer ein Stück Heimat“, sagt Pfarrer Manfred Pollmeier, Leiter des pastoralen Raumes Werre-Weser. Personalmangel sei allerdings nicht der Grund für diesen Schritt gewesen, sondern die Tatsache, dass die Zahl der Gemeindemitglieder, die die Kirche genutzt hätten, immer weiter zurückgegangen sei. „Zuletzt haben wir bei den Samstagsgottesdiensten noch 20 bis 30 Besucher gezählt. Der frühere Kirchenchor hatte sich dort auch nicht mehr getroffen. Lediglich eine Seniorengruppe hat dort noch das ehemals lebendige Gemeindeleben aufrecht erhalten“, so Pollmeier.

Diese Entwicklung in St. Hedwig, die seit den 80er Jahren zur Kirchengemeinden Heilig Kreuz in Vlotho gehört, kann der langjährige Küster des Kirchengebäudes an der Solterbergstraße, Helmut Güttler, bestätigen. „Wir sind in den letzten Jahren immer weniger geworden, es hat ein Überalterungsprozess eingesetzt. Es gibt hier bald keine Gemeinde mehr“, bedauert Güttler, der seit 1960 der Gemeinde angehört und seit fast 20 Jahren das Küsteramt wahrnimmt.

Wie das Kirchengebäude und das schöne gelegene Areal um die Kirche künftig genutzt werden soll, ist noch völlig offen. „Wir haben da keinen Zeitdruck“, sagt Pfarrer Manfred Pollmeier. Der Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat in Vlotho seien über die Entscheidung informiert. Die Gemeindemitglieder besuchten inzwischen die Gottesdienste der benachbarten katholischen Gemeinden in Vlotho, Herford, Bad Salzuflen und Bad Oeynhausen. Gemeinsam mit dem Pastoralverbund würden beide Gremien nun in Ruhe über die künftige Nutzung beraten. „Da gibt es viele Optionen. Denkbar wäre eine Nutzung als Jugendzentrum oder ein Café-Treff“, so Pfarrer Pollmeier.

Mit der Schließung der katholischen Kirche in Exter geht, eingerechnet der Notkirchenzeit in den 50er Jahren, eine mehr als 70-jährige Tradition zu Ende. Vorwiegend Flüchtlinge aus Schlesien und Oberschlesien hatten sich Ende der 40er Jahre für eine katholische Kirche eingesetzt. 1950 wurde daher eine Notkirche an der Dornberger Heide errichtet. Die Gemeinde wuchs auf später bis zu 500 Mitgliedern. 1961 wurde der Beschluss gefasst, eine eigene Gemeinde aufzubauen. 1964 wurde das Grundstück an der Solterbergstraße erworben, 1978 dann der jetzige Kirchbau fertiggestellt.

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