Heimische SPD-Bundestagsabgeordnete kritisieren Planung – Minden verlöre ICE-Halt
Streit um Verlauf der Trasse

Vlotho/Minden -

Der Streit um den geplanten Neubau der ICE-Schnelltrasse von Bielefeld nach Hannover nimmt an Brisanz zu. Die Deutsche Bahn AG hat am Mittwoch mitgeteilt, vom Bundesverkehrsministerium den Auftrag erhalten zu haben, die Verbindung Hannover-Bielefeld auszubauen.

Donnerstag, 26.11.2020, 03:14 Uhr aktualisiert: 26.11.2020, 03:20 Uhr
Symbolbild
Symbolbild Foto: Friso Gentsch/dpa

Das Ziel im Rahmen des Deutschland-Taktes: Die Fahrtzeit von Bonn nach Berlin soll sich um bis zu 39 Minuten auf vier Stunden reduzieren. Bielefeld und Hannover sollen in bis zu 31 statt 48 Minuten verbunden werden, so die Bahn.

Gegenwind kommt von den drei heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten aus den betroffenen Kreisen in OWL. Nach einer Videokonferenz am Dienstagabend mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), üben Wiebke Esdar (Bielefeld), Achim Post (Minden-Lübbecke) und der Vlothoer Stefan Schwartze heftige Kritik an dem Verfahren. Das Ministerium gehe neuerdings von fünf verschiedenen Trassenvarianten aus. Der Planungsauftrag sei mit der Vorgabe von 31 Minuten Fahrtzeit erteilt worden, was der angesetzten Hochgeschwindigkeitsstrecke entspreche.

„Dass bei diesen Planungen der trassennahe Ausbau keine Rolle spielt, ist skandalös. Es werden stattdessen Streckenvarianten mit irgendwelchen Kantenzeiten geplant in einem Deutschland-Takt, über dessen Ausgestaltung das Parlament bisher weder beraten, noch diesen beschlossen hat“, so Esdar, Post und Schwartze in einer Erklärung zu den Trassenplänen.

Dass die Bahn fünf Varianten durchplant, scheint zumindest wenig glaubwürdig. Laut der Unterlagen des Düsseldorfer Ingenieurbüros Schüßler-Plan erreichen nur zwei der fünf Varianten die vorgegebene Zeit von 31 Minuten. Außerdem wird die Variante 5 in den Erläuterungen des Planungsbüros ziemlich deutlich favorisiert. „Ziel ist es, aufbauend auf den vorangegangenen Varianten eine Optimierung der Kosten und des Nutzens vorzunehmen. Das Wesergebirge wird dann auch im Raum Vlotho in einem langen Tunnel gequert. Anschließend verlaufen die neuen Gleise trassennah in Bündelung mit der A2 bis Brake, wo wieder die viergleisige Bestandsstrecke erreicht wird. Diese optimierte Variante ist mit 4,9 Milliarden Euro deutlich günstiger als alle anderen Varianten, die dieses Ziel erfüllen“, heißt es.

„Wir müssen jetzt mit allem rechnen“, sagt Dirk Schitthelm, Vorsitzender der neugegründeten Vlothoer Bürgerinitiative „WiduLand“.

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