„Peter“ verunstaltet Weser-Gymnasium Vlotho und andere Gebäude – Polizei sucht Zeugen
Graffiti kosten die Stadt viel Geld

Vlotho (WB) -

Kunstvolle Fassadenmalereien oder Graffiti werden in Vlotho gerne gesehen und werden sogar öffentlich gefördert. Aber seit den Sommerferien nehmen andere, unerwünschte „Malereien“ so stark zu, dass die Polizei und die Vlothoer Stadtverwaltung nun die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach dem Verursacher bitten.

Montag, 30.11.2020, 04:38 Uhr aktualisiert: 30.11.2020, 04:40 Uhr
Weder schön noch sinnvoll findet Schulleiter Guido Höltke diese „Malerei“ am Weser-Gymnasium Vlotho.
Weder schön noch sinnvoll findet Schulleiter Guido Höltke diese „Malerei“ am Weser-Gymnasium Vlotho.

Betroffen sind verschiedene Bereiche des Weser-Gymnasiums, aber auch andere Stellen innerhalb des Stadtgebietes. „Es handelt sich speziell um den Namen Peter, der in Verbindung mit einem Blitz oder einer doppelt unterstrichenen Linie verbreitet wird“, teilt die Vlothoer Stadtverwaltung mit. Aufgebracht werden die Schmierereien mit Edding, schwarzer Spray-Farbe und weißem Heizungslack. Eben jener Lack könnte jetzt dazu führen, dass der Verursacher ausfindig gemacht wird: Dessen Spur zieht sich vom Weser-Gymnasium hinunter bis zur Poststraße, an der vor einer Hofeinfahrt ein riesengroßer Klecks verschüttet wurde. Die Anwohner sind informiert.

Weitere identische „Peter“-Schriftzüge finden sich an der Unterführung zum DRK-Heim auf dem Fußweg zur Weser und an der Vlothoer Grundschule. Besonders auffällig ist die Ähnlichkeit der Schriftart bei dem jeweils weißen oder schwarzen Schriftzug. Gegenwärtig gehen die Ermittler davon aus, dass sich mindestens zwei Täterinnen oder Täter an den Graffiti beteiligt haben müssen.

Besonders ärgerlich: „Die Entfernung ruft Kosten im hohen dreistelligen Bereich hervor und wird vermutlich nicht einmal vollständig möglich sein. Wir müssen extra eine Firma engagieren, die sich auf die Beseitigung von unschönen Graffitis spezialisiert hat. Mit normalen Mitteln kommt man da nicht weit“, sagt Peter Weyer aus der Stadtverwaltung. Die Reinigungskosten werden durch die Stadt Vlotho bezahlt. So entstünden „notwendige Einsparungen und Streichungen von Geldern an anderen Stellen“, teilt Axel Mowe mit.

„Die Graffitis sehen weder gut aus, noch haben sie irgendeinen sonstigen Sinn. Ganz im Gegenteil belasten sie eher die gute Atmosphäre an den Schulen und im öffentlichen Bereich“, äußert sich Guido Höltke, Schulleiter des Weser-Gymnasiums.

Auf den Täter oder die Täterin kommen Konsequenzen zu, wenn er oder sie gefasst wird. Denn die Stadt bringt illegale Graffiti zur Anzeige. Laut Paragraf 303 II aus dem Strafgesetzbesuch wird eine „einfache Sachbeschädigung durch Graffiti“ mit einer Freiheitsstrafe von maximal zwei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft. Falls der Verursacher oder die Verursacherin minderjährig ist, werden die Eltern zur Kasse gebeten.

„Gibt es nicht deutlich sinnvollere Beschäftigungen als Sachbeschädigung?“, fragt sich Nicole Schweitzer aus der Pressestelle des Rathauses: „In Vlotho gibt es die Möglichkeit, freitagnachmittags einen Graffiti-Workshop an der Kulturfabrik zu besuchen – vielleicht sollten die Täterinnen oder Täter sich dort mal kreativ ausleben, anstatt öffentliche Gebäude zu beschmieren – cool ist das sicherlich nicht!“

Zeugen, die etwas Auffälliges bemerkt haben oder zur Identifizierung der Verursacher beitragen können, werden gebeten, sich bei der Kreispolizeibehörde in Herford unter 05221/8880 zu melden.

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