Generalüberholung der Valdorfer Kirchenorgel
Neuer Sound zum vierten Advent

Vlotho (WB -

Seit Ende Oktober wird die Valdorfer Orgel renoviert. Zum vierten Advent soll sie möglichst wieder fertig sein. „Wenn alles klappt, wird sie an diesem Tag zum ersten Mal im Gottesdienst erklingen“, sagt Pfarrer Christoph Beyer. Ein großes Orgelkonzert wird es wegen der Corona-Pandemie zumindest vorerst nicht geben.

Montag, 07.12.2020, 15:40 Uhr
Mathias Johannmeier an seinem Arbeitsplatz auf der Empore. Der Orgelbauer aus Levern-Stemwede hat auch schon in St. Stephan Vlotho und in der
Mathias Johannmeier an seinem Arbeitsplatz auf der Empore. Der Orgelbauer aus Levern-Stemwede hat auch schon in St. Stephan Vlotho und in der Foto: Jürgen Gebhard

 

 

 

Das Instrument ist im Jahr 1964 von der Wehrendorfer Orgelbaufirma Steinmann gebaut worden. „Solide Qualität. Eine Orgel, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Kirchen sehr ähnlich gebaut wurde“, sagt der Gemeindepfarrer. Sie ersetzte die ebenfalls von Steinmann gebaute Orgel. Die stand auf der nicht mehr vorhandenen Empore über dem Altarraum und entsprach mit ihren gerade einmal 40 Jahren spieltechnisch und klanglich nicht mehr dem Zeitgeschmack der Wirtschaftswunderjahre. Vor dem Krieg sei es angesagt gewesen, Orgeln wie ein Orchester klingen zu lassen, „sehr dumpf, sehr mulmig“, sagt Orgelbauer Mathias Johannmeier.

In den 60er Jahren habe man dann versucht, den Orgelklang zur Zeit von Johann Sebastian Bach nachzuahmen. „Die Valdorfer Orgel ist eine typische Orgel aus dem Neobarock“, charakterisiert Mathias Johannmeier das Instrument, das er in diesen Tagen nach und nach wieder zusammenbaut. Der Klang sei vor der Generalüberholung schrill und spitz, das Bassfundament zu gering gewesen.

Den Klang hat der Orgelbauer, der auch schon in St. Stephan Vlotho und in der Bonneberger Jubilate-Kirche gearbeitet hat, in den vergangenen Woche korrigiert. Er hat das Pfeifenwerk überarbeitet, hat verschlissene Teile aus Filz und Leder ersetzt, hat hohe vorhandene Register reduziert und hat dafür mehr tief klingende Register eingebaut. Und er hat kräftig Staub geputzt, der sich im Laufe der Zeit überall abgelagert hatte. „Wenn Staub ins Pfeifenwerk kommt, wird der Klang allmählich dumpfer“, sagt Johannmeier, der in seinem kleinen Betrieb in Levern-Stemwede zwei feste Mitarbeiter und je nach Auftragslage auch noch ein oder zwei externe beschäftigt.

Etwa alle 20 Jahre sollte eine Orgel generalüberholt werden, weiß auch der Pfarrer. Die Valdorfer Orgel ist zuletzt bei der großen Kirchenrenovierung 2007 gründlich gereinigt worden. Für mehr habe damals das Geld gefehlt. Christoph Beyer: „Danach hatten wir ein paar Jahre Zeit, den Klang im veränderten Kirchraum zu hören. Am Anfang standen Beratungen mit dem Orgelsachverständigen der Westfälischen Landeskirche und den Organisten, die in Valdorf an der Orgel spielen. Dabei wurde deutlich, dass neben einer gründlichen Reinigung auch viele Teile einschließlich der Elektrik erneuert werden müssen.“

Die Orgel hat sich auch optisch verändert: An der Brüstung hat sie einen neuen Gehäuseturm für das Rückpositiv mit zehn neuen Metallpfeifen erhalten. Im Hauptwerk wurde ein Register so umgebaut, dass dort nun 12 Holzpfeifen aus dem Fundus der Gemeinde ihren Platz erhalten haben. Außerdem wurden Holzplatten aus dem Gehäuse entfernt, sodass nun der Sound aus den insgesamt 1134 klingenden Pfeifen bei 19 klingenden Registern besser herauskommen kann.

Die Generalüberholung der alten Orgel kostet etwa 30.000 Euro. 6000 Euro gibt es vom Kirchenkreis, den Rest muss die Gemeinde aufbringen. „Eine Spendenaktion läuft an“, sagt der Gemeindepfarrer.

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