WiduLand will mit der Bahn über Ausgestaltung des Deutschlandtakts diskutieren
Gut vorbereitet in den Bürgerdialog

Vlotho (WB) -

Die Bürgerinitiative WiduLand will sich sehr gut und gemeinsam mit anderen Initiativen auf den angekündigten Bürgerdialog zur ICE-Strecke Bielefeld – Hannover vorbereiten. Dem angebotenen Gespräch wolle sich die Bürgerinitiative keinesfalls entziehen. Das kündigt deren Vorsitzender Dirk Schitthelm an.

Mittwoch, 09.12.2020, 16:42 Uhr aktualisiert: 10.12.2020, 09:16 Uhr
Vorsitzender Dirk Schitthelm, hier in der Gründungsversammlung der neuen Bürgerinitiative.
Vorsitzender Dirk Schitthelm, hier in der Gründungsversammlung der neuen Bürgerinitiative. Foto: Jürgen Gebhard

Die DB Netz AG, die vom Bundesverkehrsministerium den Planungsauftrag für eine ICE-Neubaustrecke erhalten hat, habe jetzt Details zu ihrem Bürgerdialog bekannt gegeben. Dieser solle das Planungsverfahren begleiten. Die DB Netz AG werde demnach zwei Formate ins Leben rufen: In einem Plenum solle ein fester Personenkreis aus der Projektregion mit den Planerinnen und Planern zusammenkommen, um einzelne Aspekte des Projekts zu diskutieren.

Zum Zweiten erhalte demnach die Öffentlichkeit Gelegenheit, sich über den Planungsfortschritt zu informieren. „Wir blicken kritisch auf den Bürgerdialog, da von den fünf möglichen Varianten nur zwei den über alles schwebenden Deutschlandtakt einhalten können. Die Frage bleibt also, wie ergebnisoffen dieser Dialog wirklich ist und wie viel Einfluss die Menschen in der Region wirklich im Planungsverlauf nehmen können“, sagt Dirk Schitthelm.

Grundsätzlich sei eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit bei so einem großen Vorhaben positiv zu bewerten. Die Feinheiten müssen dennoch bedacht und bewertet werden.

„Nicht ohne Grund hat die Bundesregierung das Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz im vergangenen Jahr beschlossen und dieses monumentale Bauvorhaben darin aufgenommen. Die Möglichkeiten der Anhörung, Mitsprache und Klage seitens der Betroffenen wurden dadurch massiv eingeschränkt“, so Schitthelm.

Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Friedrich Wilhelm Pelshenke hat er deshalb jetzt an der IG Cosinus, einem Zusammenschluss aller betroffenen Bürgerinitiativen teilgenommen, um das weitere Vorgehen im Schulterschluss der Regionen abzustimmen: „Wir wollen gemeinsam als erstes über die Ausgestaltung des Deutschlandtakts mit der Bahn diskutieren. Durch die strengen Vorgaben fallen jetzt schon mindestens drei, eher vier Varianten aus dem Rennen und wären jetzt schon nur als ‚Beruhigungspillen’ für die betroffenen Regionen anzusehen.“

Es sei demnach als erstes geboten, auf der Bundesebene den Deutschlandtakt so zu gestalten, dass mit einer Minimierung der Fahrzeit, jedoch nicht um strenge 18 Minuten, zwischen Hannover und Bielefeld wesentlich mehr Varianten der ICE-Trasse möglich würden. Erst dann könne „ein echter, ein offener Dialog“ stattfinden.

Der Widerstand in der Region wächst: Knapp 500 Personen sind bereits Mitglied der Initiative, heimische Jäger und Landwirte gehören dazu . 76 orange Dreiecke als Zeichen des Widerstands sind bereits bestellt worden, große Protestaktionen sind in Planung. Zudem haben sich inzwischen die Stadtverbände von SPD, CDU, GLV, Linke und FDP öffentlich für die Unterstützung von WiduLand ausgesprochen. „Der starke Rückhalt zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir starten jetzt richtig durch. Denn wir wollen allen Einfluss, den es nur gibt, auf die Planungen nehmen“, gibt sich Schitthelm.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7716087?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514631%2F
Pröger macht die 40 Punkte klar
Kai Pröger trifft zum 2:2 für den SC Paderborn.
Nachrichten-Ticker