>

Fr., 10.06.2016

Ordensgemeinschaft des Steyler Missionswerks verlässt Bad Driburg »Rosa Schwestern« lösen Kloster auf

Die »Rosa Schwestern« haben sich ganz der eucharistischen Anbetung verpflichtet. Jetzt verlassen sie Bad Driburg.

Die »Rosa Schwestern« haben sich ganz der eucharistischen Anbetung verpflichtet. Jetzt verlassen sie Bad Driburg. Foto: Jürgen Köster

Von Sabine Robrecht

Bad Driburg (WB). Die der Steyler Anbetungsschwestern verlassen Bad Driburg. Mit der Auflösung ihrer Niederlassung in der Kurstadt verliert die Klosterregion ein Zentrum tiefer Spiritualität.

Einige Schwestern ziehen nach Berlin um

Über das Erzbistum Berlin ist die Aufhebung des Dreifaltigkeitsklosters bekannt geworden. Die Ordensfrauen hatten eigentlich vorgehabt, die Menschen vor Ort über die Pfarrnachrichten des Pastoralverbunds direkt zu informieren. Berlin ist ihnen aber zuvor gekommen. Von den 24 Schwestern des Konvents – sie sind zwischen Ende 30 und 93 Jahre alt – werden einige ins Charlottenburger Anbetungskloster Sankt Gabriel nach Berlin entsandt. Andere gehen ins Mutterhaus des Ordens im niederländischen Steyl. Dorthin wird auch die seit 1974 in Bad Driburg ansässige Generalleitung der Kongregation umziehen.

Auflösung erstreckt sich über mindestens zwei Jahre

Das Korrespondenzzimmer: Die Schwestern beantworten Briefe immer umgehend. Foto: Jürgen Köster

»Ein Kloster aufzugeben, ist immer eine schmerzliche Sache«, betont die Generalökonomin des Bad Driburger Konvents, Schwester Maria Magdalena. Über mindestens zwei Jahre werde sich die Auflösung hinziehen. Das 1924 bezogene Haus wird also nicht von heute auf morgen leer stehen. Die konkreten Planungen beginnen, wenn die Generaloberin Ende des Monats von ihrer Visitationsreise zurückgekehrt ist. Ganz am Anfang, so Schwester Maria Magdalena, stehen auch die Gespräche darüber, was mit Grundstück und Gebäude passieren wird.

Noch beherbergt es einen traditionsreichen Klosterbetrieb mit Hostienbäckerei. Weiteres Standbein ist die Gestaltung von religiösen Fotospruchkarten und Bildgebetszetteln.

Anbetung ist der zentrale Dienst der Gemeinschaft

Neben der Arbeit gehören Kontemplation und Anbetung unverzichtbar zum Tagesablauf der »Rosa Schwestern« dazu. Die Anbetung ist der zentrale Dienst der Gemeinschaft. Die Ordensfrauen nehmen immer auch Sorgen und Nöte anderer mit in ihr Gebet: »Gerade in schwierigen Situationen erinnern sich viele Menschen daran, dass es die ›Rosa Schwestern‹ gibt. Sie wissen zu schätzen, dass wir für ihre Anliegen beten.«

Menschen besuchen Gottesdienste im Kloster

Aus Bad Driburg und auch aus anderen Orten wenden sich die Menschen schriftlich, telefonisch oder persönlich an der Pforte an die Schwestern. Über die Webseite des Klosters entstehen ebenfalls viele Kontakte, berichtet die Generalökonomin. »Früher kamen viele Kurgäste donnerstags zu unseren Tonbildschauen. Das ist zurückgegangen.« Eine umfangreiche Korrespondenz und Gespräche mit Ratsuchenden sind aber geblieben. »Viele Menschen kommen auch zu unseren Gottesdiensten und Anbetungsstunden.«

Weggang bedauerlich

Erste deutsche Niederlassung

Die Kongregation der »Dienerinnen des Heiligen Geistes von der Ewigen Anbetung« ist 1896 als dritter Zweig des Steyler Missionswerkes gegründet worden. Sie gehört neben den ebenfalls vom heiligen Arnold Janssen gegründeten Steyler Missionaren und den Steyler Missionsschwestern zur weltweiten Steyler Ordensfamilie. 1924 entstand in Bad Driburg die deutschlandweit erste Niederlassung der Anbetungsschwestern.

Gerade weil die Ordensfrauen den Menschen eine wichtige Stütze sind und ihre Anliegen vor Gott bringen, empfinden die Seelsorger des Pastoralverbunds Bad Driburg die Kloster-Auflösung als großen Verlust: »Der Weggang ist hochgradig bedauerlich, weil die Schwestern für Bad Driburg und Umgebung wichtige Ansprechpartnerinnen sind«, verweist Pastor Peter Lauschus darauf, dass Menschen die Ordensfrauen des Konvents um Gebetsunterstützung bitten.

Zum Ende dieser Ära trage, so die Generalökonomin, nicht zuletzt der Nachwuchsmangel bei. Ein Kloster werde aufgelöst, um die anderen europäischen Standorte zu stärken. Der Rückgang der Berufungen sei ein globales Phänomen und auch auf den Philippinen spürbar. Von dort sind, so Schwester Maria Magdalena, immer viele Ordensfrauen nach Bad Driburg entsandt worden. Das sei so nicht mehr möglich, weil die Klöster in Zeiten des Nachwuchsmangels ihre Schwestern selbst bräuchten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4070663?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198395%2F2851031%2F