Bauausschuss befasst sich in Sondersitzung mit Änderungsantrag
Mehr Lärm vom Berg

Bad Driburg/Nieheim (WB). Die Bilster Berg Drive Resort GmbH hat einen Antrag auf Änderung der Genehmigung der Anlage beim Kreis Höxter beantragt. Ziel der Änderung sei es, dass der Streckenbetrieb mehr Lärm emittieren darf als bisher.

Mittwoch, 28.06.2017, 14:11 Uhr aktualisiert: 28.06.2017, 14:14 Uhr
Das Sank-Nikolaus-Hospital Nieheim wird derzeit saniert. Dort soll der Lärm-Grenzwert vom Bilster Berg erhöht werden Foto: Harald Iding
Das Sank-Nikolaus-Hospital Nieheim wird derzeit saniert. Dort soll der Lärm-Grenzwert vom Bilster Berg erhöht werden Foto: Harald Iding

Konkret solle am St. Nikolaus-Alten- und Pflegeheim künftig mehr Lärm ankommen als bisher. Darüber hat Baudezernent Martin Kölczer den Rat der Stadt Bad Driburg bei seiner jüngsten Sitzung informiert. In einer Sondersitzung des Bauausschusses am Donnerstag, 6. Juli, soll die komplexe Thematik eingehend erörtert werden.

Auch wenn es im Wesentlichen um einen Messpunkt auf dem Gebiet der Stadt Nieheim gehe, sei auch die Stadt Bad Driburg betroffen, meinte Bürgermeister Burkhard Deppe. »Wenn es dort lauter werden darf, wird es auch bei uns lauter.«

Zum Hintergrund: Die bisherige Genehmigung beinhaltet zulässige Immissionsgrenzwerte an zwölf verschiedenen Immissionspunkten im Umfeld der Strecke. Dass dort jeweils nur eine bestimmt Menge an Lärm ankommen darf, wird durch das Monitoring-System auf der Anlage gewährleistet.

Der so genannte maßgebliche Immissionspunkt liegt am ehemaligen Hospital St. Nikolaus. Hier ist der Grenzwert auf 45 dB(A) festgesetzt. An den anderen Punkten liegen die Grenzwerte zwischen 50 (Wohngebiete) und 60 dB(A) (Außenbereichswohnhäuser).

Diese würden teilweise sehr deutlich unterschritten, wenn der Grenzwert am Pflegeheim erreicht sei, erläuterte Kölczer auf Anfrage. Der strengere Grenzwert an St. Nikolaus habe somit ein höheres Schutzniveau für die übrigen Bereiche zur Folge.

Daher sei auch die Bevölkerung der Stadt Bad Driburg betroffen, und der zuständige Fachausschuss werde sich mit der Angelegenheit befassen. Der Kreis hat die Stadt gebeten, über die Erteilung des Einvernehmens ihrerseits zu entscheiden.

Kommentare

normalster  schrieb: 29.06.2017 12:39
Bilster Berg - Flugplatz Bielefeld
Eine vergleichbare "Salami-Taktik", das heißt das gezielte strategische Aushöhlen von mit Anwohnern getroffenen vertraglichen Vereinbarungen, wird auch von den Betreibern des Flugplatzes Bielefeld betrieben (Aussetzung des Nachtflugverbotes durch vorgeschobene betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, Förderung der Wirtschaft, etc.). Hier wurde sogar von einigen „Flugplatz-Lobbyisten“ von „Anwohner-Terror“ gesprochen als Geschädigte auf Ihr Recht auf Schutz vor Lärm (besonders Nachts) verwiesen…
Im Grunde genommen geht es auch am Bilster Berg um die „gelungene Lobbyarbeit“ einiger weniger zu Lasten der Anwohner und Allgemeinheit. Die verantwortlichen Politiker müssen an Ihre Verantwortung als Volksvertreter erinnert werden (vor und nach der Wahl) …nämlich der Bevölkerung im Allgemeinen zu dienen und keine "reinen" Lobbyisten von privilegierten finanziell potenten Minderheiten zu sein zu sein.
Udo Vau  schrieb: 29.06.2017 08:14
Do lauter als gedacht
Wir wohnen 2km vom Bilster Berg westlich und 50m von der Ostwestfalenstraße östlich.
An Tagen mit Westwind (zu 95% der Fall) übertönt das Motorengebrüll vom Bilster Berg jetzt schon häufig die Ostwestfalenstraße.
Das war echt verdammt gutes Marketing, den Bürgern in der Region eine Rennstrecke auf einem Berg so zu verkaufen, dass der Schall sich "nach oben verteilt"
Manfred Seifert  schrieb: 28.06.2017 19:27
alte Menschen haben keine Lobby
Nun also doch, was viele schon lange befürchtet haben ist nun traurige Realität, die
Menschen im letzten Lebensabschnitt, die im Nikolaus Hospital eine neue Heimat
gefunden haben, sollen dem Profitstreben und dem Egoismus der Rennfraktion weichen.
Die TA Lärm hat aus wisenschaftlicher Sicht vernünftige Grenzen einer Belästigung
festgeschrieben, deren Anwendung in Frage zu stellen ist schon sehr erstaunlich.
Bisher hat das mit Einschränkungen friedlich miteinander funktioniert. Was die Bilster Berg GmbH
nun aber beantrgt ist eine einseitige Kriegserklärung an alle Menschen der Region, insbesondere aber
die Bewohner der Stadt Nieheim und der Ortschaften und traurigerweise nun auch noch gegen die
alten Menschen. Vertrauen wir auf die Wetsicht der damit befassten Abteilungen beim Kreis Hoexter.
3 Kommentare
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