Lernwerkstatt in der Kita der Südstadt eröffnet
Den Kindern Raum geben

Bad Driburg (WB). Philipp schnappt sich einige Kaffeebecher aus Pappe und beginnt damit diese zu stapeln. Kurze Zeit später ist eine beachtliche Pyramide entstanden. Michael und Julian haben eine Waage aus dem Regal geholt, abwechselnd legen sie bunte Kunststoffwürfel hinein und beobachten, was passiert.

Mittwoch, 29.11.2017, 23:56 Uhr aktualisiert: 30.11.2017, 00:00 Uhr
Elke Van Wesenbeeck mit Michael (links) und Julian in der Lernwerkstatt der Kita. Die Kinder erkunden die Materialien auf eigene Faust. Hier findet einen Waage ihr besonderes Interesse. Die Erzieherin beobachtet nur. Foto: Jürgen Köster
Elke Van Wesenbeeck mit Michael (links) und Julian in der Lernwerkstatt der Kita. Die Kinder erkunden die Materialien auf eigene Faust. Hier findet einen Waage ihr besonderes Interesse. Die Erzieherin beobachtet nur.
Prof. Dr. Hartmut Wedekind (von links) eröffnet die Lernwerkstatt zusammen mit Lena Döring (Kreis Höxter), Burkhard Deppe, Marion Mikus, Pfarrer Hubertus Rath, Marianne Strauß, Elke Van Wesenbeeck und Lena Döring (Katholische Kindertageseinrichtungen).

Prof. Dr. Hartmut Wedekind (von links) eröffnet die Lernwerkstatt zusammen mit Lena Döring (Kreis Höxter), Burkhard Deppe, Marion Mikus, Pfarrer Hubertus Rath, Marianne Strauß, Elke Van Wesenbeeck und Lena Döring (Katholische Kindertageseinrichtungen). Foto: Jürgen Köster

Erzieherin Elke Van Weerenbeeck sitzt zwar mit am Tisch, beobachtet aber nur und beantwortet manchmal einige Fragen. »Genau so soll es sein in einer Lernwerkstatt«, sagt Prof. Dr. Hartmut Wedekind.

Beobachten und höchstens Impulse geben

Der Wissenschaftler von der Alice Salomon Hochschule Berlin eröffnete zusammen mit Vertretern der Stadt und des Trägers, der Katholischen Kindertageseinrichtungen im Hochstift GmbH, die erste Lernwerkstatt in Bad Driburg in der Kita »Zum verklärten Christus«.

»Partizipation kann nur gelingen, wenn man eine Lernwerkstatt hat«, zeigen sich Prof. Wedekind und Marion Mikus als Leiterin der Einrichtung überzeugt. »Wir müssen den Kindern Raum geben, sie sollen lernen durch ausprobieren.«

Das bestätigt Elke Van Weerenbeeck, die bei Prof. Wedekind eine Fortbildung absolviert hat. »Wir mussten zuerst lernen, uns auf unsere Hände zu setzen, nur zu beobachten, vielleicht einen Impuls zu geben und nur darauf Acht zu geben, dass nichts ›aus dem Ruder‹ läuft«, berichtet die Erzieherin. Das sei zunächst ungewohnt gewesen.

Nicht mehr nur artig da sitzen und zuhören

»In künftigen Gesellschaften brauchen wir Menschen, die etwas selbst entwickeln«, zeigt sich Bürgermeister Burkhard Deppe von der Konzeption des selbstständigen Lernens überzeugt. Dazu gehöre aber auch ein gewisser Mut. »Aber wer etwas verändern will, braucht auch Mut dazu«, konstatiert er. Diese Ansätze würden auch in der Schule zunehmend verfolgt.

»Die Zeiten, in denen die Kinder nur noch artig da sitzen und zuhören, sind lange vorbei. Dies ist der richtige Weg«, meint auch Marianne Strauß, Vorsitzende des Schulausschusses im Rat der Stadt.

Und dabei sind die Materialien in der Lernwerkstatt überwiegend einfache Dinge des täglichen Lebens, wie Marion Mikus erklärt. Das reiche von Käseschachteln über Bierdeckel und Pappbecher bis hin zu diversen Verpackungen. Aber auch Überraschungseier und Malutensilien gehörten dazu.

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