Sa., 05.05.2018

Lebenshilfe Brakel baut mit LWL-Unterstützung innovative Einrichtung in Bad Driburg Wenn Technik und Nachbarn helfen

Freuen sich auf den Neubau der Lebenshilfe in Bad Driburg: Interessent Jürgen Sander (von links), Franz-Josef Koch, Kämmerer der Stadt Bad Driburg, die Interessenten Roberto Aloi und Daniela Neue, Tina MacLeod von der Projektleitung der Lebenshilfe, Bürgermeister Burkhard Deppe, Lebenshilfe-Geschäftsführer Jerome Major, Michael Dubbert, Technische Leitung Lebenshilfe, die Lebenshilfe-Mitarbeiter Patricia Schäfers, Alexa Tewes und Rainer Wittor sowie die Interessenten Michelle Schnabel, Rüdiger Mortschin und Björn Herrmann.

Freuen sich auf den Neubau der Lebenshilfe in Bad Driburg: Interessent Jürgen Sander (von links), Franz-Josef Koch, Kämmerer der Stadt Bad Driburg, die Interessenten Roberto Aloi und Daniela Neue, Tina MacLeod von der Projektleitung der Lebenshilfe, Bürgermeister Burkhard Deppe, Lebenshilfe-Geschäftsführer Jerome Major, Michael Dubbert, Technische Leitung Lebenshilfe, die Lebenshilfe-Mitarbeiter Patricia Schäfers, Alexa Tewes und Rainer Wittor sowie die Interessenten Michelle Schnabel, Rüdiger Mortschin und Björn Herrmann. Foto: LWL

Bad Driburg(WB/fsp). Die Lebenshilfe Brakel plant ein Wohnprojekt für 15 Menschen mit und ohne Behinderung in Bad Driburg. Außerdem ist eine inklusive betriebene Begegnungsstätte in Planung.

Unterstützt wird sie hier vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der Menschen mit wesentlichen Behinderungen durch Technik und Förderung bei der Nachbarschaft dabei helfen will, in der eigenen Wohnung zu leben.

Das Programm »Selbstständiges Wohnen« (SeWo) fördert mit zehn Millionen Euro in 15 Wohnprojekten Konzepte für Technikunterstützung und Einbindung ins Stadviertel oder die Dorfgemeinschaft in ganz Westfalen-Lippe. Eine Jury, bestehend aus Politikern, Wissenschaftler und Betroffenen, hat eine Auswahl der innovativsten Projekte getroffen – das der Lebenshilfe Brakel gehört dazu.

Der »westfälische Weg«

LWL-Direktor Matthias Löb: »Der hart umkämpfte Wohnungsmarkt ist ein Engpass für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Deswegen sollen die ausgewählten Projekte Modellcharakter haben und andere anregen, sich auch im Wohnungsbau für Menschen mit Behinderungen zu engagieren. Wir wollen einen ›westfälischen Weg‹ für unsere Modellprojekte: Es bedeutet schlaue, aber nicht unbedingt teure Technik. Das geht von der Dusche ohne Schwelle, die jeder kennt, bis zur elektronischen Assistentin, die einen an die nächste Verabredung mit Freunden erinnert – und an den Schirm bei Regenwetter.

Das kombinieren wir mit guter Nachbarschaft, die nicht immer von selbst kommt, sondern die wir mit so genannten Quartiersmanagern fördern. Menschen mit Behinderung sind gute Nachbarn –sei es zum Beispiel die Rollstuhlfahrerin, die den Hund des Nachbarn ausführt.«

Die Wohnungen werden mit intelligenter Technik (Ambient Assisted Living) ausgestattet: Assistenzsysteme helfen den Bewohnern zum Beispiel beim Türöffnen, Telefonieren oder bei der Bedienung der Haustechnik.

Dabei richtet sich die technische Unterstützung – auch bei komplexeren Systemen – nach den individuellen Anforderungen und folgt dem Grundsatz: »So viel Unterstützung wie nötig – so wenig Technik wie möglich.« Außerdem sollen neue Konzepte den Mieter ermöglichen, aktiver Teil der Nachbarschaft zu werden.

Chancen auf eine eigene Wohnung

»Gerade Menschen, die besonders viel Unterstützung im Alltag brauchen, sollen mit unserem Programm neue Chancen auf eine eigene Wohnung bekommen«, so Löb weiter. Wo früher ein Heim oft die einzige Möglichkeit gewesen sei, könnten Menschen mit einer schweren Behinderung heute bei entsprechender Unterstützung auch in Bad Driburg in den eigenen vier Wänden leben.

Zur technischen Assistenz erläutert Matthias Gundler, Prokurist der WLV-Tochtergesellschaft des LWL: »Schon nach der ersten Durchsicht der Projektskizzen wurde deutlich, dass wir für ein selbstständiges Leben unterschiedlichste Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung technisch befriedigen müssen. Wir möchten auf die Menschen individuell eingehen und unter ihrer Akzeptanz für neue Techniken den Sprung der Systeme aus der Forschung in die private Wohnung gestalten helfen.«

»Menschen mit und ohne Behinderung Wohnen nicht nur in einer Wohnung sondern auch in einer Nachbarschaft, einem Viertel, einem Dorf oder Stadtteil – kurzum in einem Quartier«, berichtet Michael Wedershoven, einer der beiden Geschäftsführer der SeWo gGmbH. »Wir werden die Quartiersarbeit bei den ausgewählten Projekten fördern damit von vornherein ein Wohnen in guter Nachbarschaft gelingen kann.«

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