Mo., 07.05.2018

Neuenheerse feiert 1150-jähriges Bestehen – große Resonanz freut Organisationsteam »Heimat ist mehr als ein Ort«

Auch der Nachwuchs zeigt Herz für Neuenheerse. Jungen und Mädchen der Grundschule des Nethedorfes waren beim Umzug dabei und hatten großen Spaß. Insgesamt haben sich 33 Gruppen mit mehr als 400 Personen beteiligt.

Auch der Nachwuchs zeigt Herz für Neuenheerse. Jungen und Mädchen der Grundschule des Nethedorfes waren beim Umzug dabei und hatten großen Spaß. Insgesamt haben sich 33 Gruppen mit mehr als 400 Personen beteiligt. Foto: Frank Spiegel

Von Frank Spiegel

Bad Driburg-Neuenheerse (WB). Was für ein Fest – Neuenheerse hat sich mit den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 1150-jährigen Bestehen selbst übertroffen. Höhepunkte waren ein Festumzug mit herausragender Beteiligung und zahlreichen Zuschauern sowie die Festrede von Oberstudiendirektor a.D. Lothar Hamelmann.

Entsprechend bester Stimmung war Christian Schwarze vom Organisationskomitee. »Mehr als 400 Teilnehmer im Festumzug in 33 Gruppen, drei Musikkapellen – das ist unglaublich, das hat all unsere Erwartungen übertroffen«, freute er sich. Hinzu kam die große Anzahl der Zuschauer am Straßenrand. Schwarze: »Wir waren vollkommen überrascht, da wir angenommen hatten, dass die meisten ja schon im Umzug selbst dabei sind. Dass so viele Gäste von außen gekommen, das ist toll.«

Vielfalt und Abwechslung

Das Ziel, das ganze Dorf mitzunehmen sei erreicht worden. »Wir wollten ein Fest feiern von Neuenheersern für Neuenheerser. Jeder trug einen kleinen Teil dazu bei, die Vielfalt und Abwechslung zu zeigen, die unser Dorf bietet«, sagte er. »Ich könnte platzen vor Freude, wenn ich sehe, was dabei herausgekommen ist.«

Er habe das Gefühl, die Neuenheerser hätten in den vergangenen Monaten wieder mehr zuein­ander gefunden. »In einer Dorfgemeinschaft kann nur das ›Wir‹ gewinnen«, rief er den zahlreichen Menschen zu, die sich nach dem Festumzug in der Nethehalle versammelt hatten, um zu feiern.

Das »Wir-Gefühl« war auch wesentlicher Bestandteil der Festrede von Lothar Hamelmann. Er hatte seine Ausführungen unter das Motto des Festes gestellt: »Zusammen leben – gemeinsam feiern!«

»Der Trend zur Vereinzelung, zur Individualisierung nimmt zu. Viele Menschen verbringen die meiste Zeit ihres Lebens mit dem Smartphone und haben mehr Freunde bei Facebook als im wirklichen Leben«, stellte er fest. Selbst beim Public-Viewing kämen zwar hunderte oder tausende Menschen zusammen, eine tragende Gemeinsamkeit entwickele sich dennoch nicht.

»Wir aber erleben hier und jetzt eine echte Gemeinschaft: Ganz Neuenheerse ist in Bewegung und feiert zusammen, Alteingesessene und Zugezogene«, sagte der Oberstudiendirektor a.D.. Besonders bemerkenswert sei, dass die Idee zu dieser gemeinsamen Feier in einem Brainstorming der Jugend entstanden sei, und auch das Organisationsteam bestehe aus jungen Menschen. »Welch hoffnungsvolles Zeichen für unser 1150 Jahre altes Neuenheerse! Den Anfang machten die Damen, die Zukunft gestalten wir«, sagte er und erntete zustimmenden Applaus.

Lebendiges Dorfleben

Am Beispiel mehrere Vereine und Initiativen arbeitete er nicht nur das lebendige Dorflebens Neuenheerses heraus. Er verquickte dies auch mit gehaltvollen Gedanken. »Heimat ist mehr als ein Ort, es ist das Miteinander an diesem Ort, das unser Wurzelgefühl stärkt. Die Kraftquelle der Heimat, das sind wir alle«, verdeutlichte er.

Besonders deutlich präsentiere sich das Jubiläumsfestmotto, wenn beim Stiftsmarkt Menschen von weit her in den Ort strömten, um mit den Neuenheersern zu feiern. Diese fühlten sich aufgenommen. »Senden wir auch weiterhin diese Botschaft nach außen. Neuenheerse – ein Dorf, wo man sich wohlfühlt, ein Dorf, das man sympathisch findet«, appellierte er an die Bewohner des Ortes.

Den Festumzug zuvor hatten die zahlreichen Gruppen zu einem sehenswerten Ereignis gemacht. Teilweise prächtig verkleidet wie etwa die Stiftsdamen, in der zünftigen Kleidung, die zu ihrem Hobby passt wie die Segeltruppe, in historischen Uniformen wie die Freiwillige Feuerwehr oder in Arbeitskleidung wie das Forstamt, das Team der Fleischerei Sievers-Reitemeyer oder der Praxis Blümel – auf ihre Weise trugen alle Gruppen zu einem bunten und abwechslungsreichen Umzug bei. Fachkundig vorgestellt wurden die Teilnehmer von Rüdiger Beulen vor dem Ehrenmal.

Der zweite Festtag begann mit einem Festgottesdienst in der Nethehalle. Nach einem Familienfrühschoppen mit Blasmusik und Essen aus der Gulaschkanone waren historische Szenen in einer kleinen Theatervorstellung zu erleben.

Stielhöpper-Wettbewerb

Bereits am Freitagabend hatte es mit dem Stielhöpper-Wettbewerb eine Premiere gegeben. Sebastian Arens hat ihn für sich entschieden. Carsten Hesse belegte den zweiten, Johannes Hesse des dritten Platz. Etwa 150 Besucher waren gekommen, um zu sehen, wie die Teilnehmer des Wettstreites mit Hilfe einer Stange die Nethe mehr oder weniger elegant überquerten.

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