Jenny Vogt absolviert Ausbildung als Gärtnerin mit Bravour
Im Team etwas schaffen

Bad Driburg (WB). »Das erste Paket mit Pflastersteinen ist schon sehr anstrengend, aber danach geht’s. Und außerdem ist man ja auch nie allein, sondern arbeitet immer im Team«, sagt Jenny Vogt. Die 22-Jährige hat sich für den Beruf der Gärtnerin in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau entschieden.

Dienstag, 21.08.2018, 10:34 Uhr aktualisiert: 21.08.2018, 10:40 Uhr
Jenny Vogt arbeitet zusammen mit Rene Flore (links) und Alexander Lücke (rechts) in einem Team. Hier bereiten sie eine Fläche am Schulzentrum in Bad Driburg für das anschließende Pflastern vor. Die 22-Jährige ist nach der erfolgreichen Ausbildung übernommen worden. Foto: Jürgen Köster
Jenny Vogt arbeitet zusammen mit Rene Flore (links) und Alexander Lücke (rechts) in einem Team. Hier bereiten sie eine Fläche am Schulzentrum in Bad Driburg für das anschließende Pflastern vor. Die 22-Jährige ist nach der erfolgreichen Ausbildung übernommen worden. Foto: Jürgen Köster

Und dieser Beruf scheint der jungen Dörenhagenerin zu liegen. Ihre Abschlussprüfung hat sie in Theorie und Praxis als Klassenbeste bestanden. In NRW gab es nur noch zwei Azubis, die ihre Note von 1,28 übertroffen haben. Über diesen beachtenswerten Abschluss freut sich nicht nur ihr Ausbildungsleiter Oliver Grigoleit, sondern auch ihr Chef Michael Pöhler.

Nicht nur Blumen pflanzen

Die Serie

In einer Serie stellt das WESTFALEN-BLATT in diesen Wochen Berufe vor, in denen Auszubildende Mangelware sind. Wir wollen wissen, warum sie sich trotzdem für eine Karriere als Bäcker, Fleischer oder Dachdecker entschieden haben. Im zweiten Teil geht es um Jenny Vogt, Gärtnerin der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. Den Anfang machte Maurerlehrling Mateusz Nickel.

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Zurzeit arbeitet die junge Frau auf der Baustelle am Schulzentrum zusammen mit Alexander Lücke und René Flore. Dieser hat seine Ausbildung ebenfalls bei Firma Pöhler gemacht. Inzwischen hat er es dort bis zum Meister gebracht.

Auch Jenny Vogt kann sich vorstellen, in der nächsten Zeit draufzusatteln und noch zu studieren. »Als Mädel für immer ›an der Schüppe‹ arbeiten muss ja nicht unbedingt sein«, meint sie lächelnd. Dabei arbeitet sie gern draußen und mit all den unterschiedlichen Materialien, die in ihrem Beruf eingesetzt werden.

»Das ist eben nicht nur Blumen pflanzen, sondern viel mehr«, sagt sie. Im Büro habe sie nie arbeiten wollen, sondern auf jeden Fall draußen in der Natur. Sie habe schon in den Ferien in diesem Bereich gejobbt und auch ein Praktikum gemacht, um herauszufinden, ob der Beruf der Gärtnerin im Garten- und Landschaftsbau der richtige für sie ist. Ihre Entscheidung hat sie nie bereut.

»Man sieht, was man am Ende des Tages geschafft hat oder wenn man ein Projekt fertig gestellt hat. Das macht zufrieden«, beschreibt sie ihre Motivation. Und das Spektrum der Arbeiten sei vielfältig. Es reiche von der kompletten Neuanlage von Gärten über die Gartenpflege bis hin zum Pflanzen von Blumen, Bäumen und Büschen oder dem Verlegen von Rollrasen.

Tipps in Gartenfragen

Das Berufsbild

Gärtner/innen der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau gestalten unter anderem Gärten und Parks durch fachgerechtes Anpflanzen von Rasen, Bäumen, Büschen, Stauden und Blumen. Sie bauen aber auch Außenanlagen von Hausgärten, Terrassen und Parks über Spiel- und Sportplätze bis hin zu Verkehrsinseln und nehmen Begrünungen an Verkehrswegen und in Fußgängerzonen vor. Auch die Wege und Plätze der jeweiligen Anlagen pflastern sie, bauen Treppen, Trockenmauern, Zäune und Lärmschutzwände. Die Vergütung in der Ausbildung beträgt im ersten Ausbildungsjahr 800 Euro, im zweiten 900 und im dritten bis zu 1000 Euro. Eine tarifliche Bruttogrundvergütung (in der Stunde) liegt nach der Ausbildung zwischen 14,77 und 16,35 Euro.

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Vogt: »Das sieht dann schon toll aus, wenn am Abend dort eine grüne Fläche ist, wo morgens nur die braune Erde war.« Die meisten ihrer Freunde und Bekannten finden es »cool«, was Jenny Vogt macht und lassen sich von ihr gern mal Tipps geben, wenn es um Gartenfragen geht.

Auch von den Kollegen werde sie absolut akzeptiert, berichtet die Gärtnerin. »Wir werden auf keinen Fall belächelt«, schließt sie auch ihre drei Kolleginnen mit ein, die bei der Firma Pöhler arbeiten.

Wie Michael Pöhler erklärt, habe sein Unternehmen aktuell wieder drei Azubis. »Wir besuchen Übungsbaustellen, machen Vorbereitungsseminare und Praktika und legen viel Wert auf ein gutes Betriebsklima«, wirbt er für eine Ausbildung in dem Reelsener Betrieb.

Das hat auch Jenny Vogt gut gefallen und ebenso die Tatsache, dass die Ausbildungsinhalte, die in der Schule theoretisch vermittelt wurden, häufig direkt in die Praxis umgesetzt werden konnten. »Andere Dinge wie etwa die botanischen Bezeichnungen der Pflanzen muss man eben einfach lernen.

Unkraut gehört dazu

Das gehört auch dazu«, berichtet sie aus dem Unterricht, der für sie in Blöcken erfolgte: eine Woche Schule, zwei Wochen Arbeit im Betrieb. Der Wechsel von Lernphasen und Praxis habe ihr gut gefallen. Und, gibt es auch etwas, das ihr keinen Spaß in ihrem Beruf macht?

»Unkraut zupfen ist nicht wirklich toll, aber muss manchmal eben auch gemacht werden«, räumt sie ein. Daheim im Garten lasse sich das ja auch nicht vermeiden, aber den kann sie durchaus genießen, wenn sie frei hat. Das gilt auch für das Motorradfahren, dem sich Jenny Vogt in ihre Freizeit widmet.

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