Fr., 28.12.2018

Netzbetrieb wird Anfang des Jahres aufgegeben – Nur noch ein Geschäftsführer Kündigungen bei Beste-Stadtwerken

Die Beste-Stadtwerke unterhalten im Kreis Höxter mehrere Standorte. Davon einen in Beverungen. Die Umstrukturierung des Unternehmens wird nicht ohne Kündigungen auskommen. Die meisten Mitarbeiter wechseln zu den Netzbetreibern.

Die Beste-Stadtwerke unterhalten im Kreis Höxter mehrere Standorte. Davon einen in Beverungen. Die Umstrukturierung des Unternehmens wird nicht ohne Kündigungen auskommen. Die meisten Mitarbeiter wechseln zu den Netzbetreibern. Foto: Harald Iding

Von Marius Thöne

Beverungen/Steinheim/Bad Driburg/Warburg/Borgentreich (WB). Der Unternehmensumbau bei den Beste-Stadtwerken wird nicht ohne Kündigungen vonstattengehen. Das hat Aufsichtsratsvorsitzender Hubertus Grimm bestätigt. Allerdings bewege sich die Anzahl der ausgesprochenen Kündigungen »deutlich im einstelligen Bereich«, sagte der Beverungener Bürgermeister.

Das Unternehmen war durch hohe Verluste in den ersten Jahren nach seiner Gründung in finanzielle Schieflage geraten. Etwa drei Millionen Euro hatten sich angehäuft, als die finanziellen Probleme im Herbst vergangenen Jahres öffentlich wurden.

Netzbetrieb defizitär

Als wesentliche Ursache wurde der defizitäre Netzbetrieb ausgemacht. Mitte dieses Jahres wurde dann entschieden, die Netze, die von den Mutterstadtwerken in Beverungen, Borgentreich, Steinheim und Warburg (Bad Driburg hat kein eigenes Stromnetz) gepachtet waren, abzugeben und künftig nur noch auf den Vertrieb zu setzen, der immer Gewinne lieferte. Beverungen und Steinheim entschieden sich für einen Verkauf des Stromnetzes an die Westfalen-Weser-Netz (WWN) mit Sitz in Paderborn. Borgentreich verpachtet sein Stromnetz zum Jahresbeginn an die Energienetz Mitte (ENM) in Kassel und die Stadtwerke Warburg wollen ihr Netz wieder selbst betreiben.

40 Mitarbeiter

Das bedeutet, dass die Beste-Stadtwerke künftig mit 40 statt 99 Mitarbeitern auskommen. Beim bereits im Sommer angekündigten Personalabbau habe man sich zum Ziel gesetzt »möglichst niemanden in die Arbeitslosigkeit zu entlassen«, sagte Grimm. Ein Großteil der betroffenen Mitarbeiter wechsle zu den neuen Netzbetreibern. Es werde auch versucht, einige Mitarbeiter an andere Energieversorger zu vermitteln. Andere Beschäftigte würden von den Stadtverwaltungen der beteiligten Städte oder von deren Stadtwerken übernommen. »Es bleiben dann aber immer noch einige wenige übrig, denen wir kündigen mussten«, sagte Grimm am Freitag dem WESTFALEN-BLATT.

Udo Schelling geht

Mit der Abgabe des Netzbetriebes wird der bisher für technische Fragen zuständige Geschäftsführer Udo Schelling aus dem Unternehmen ausscheiden, bleibt aber Chef der Stadtwerke Steinheim. Der seit Herbst tätige Beste-Geschäftsführer Stefan Wagner-Schlee wird die Beste-Stadtwerke dann allein führen. In den ersten Jahren war jeder Geschäftsführer des Mutterstadtwerkes auch Chef bei den Beste-Stadtwerken. Die Vierer-Konstellation, die zudem noch an unterschiedlichen Orten arbeitete, war seinerzeit ebenfalls als Teil des Problems ausgemacht worden.

2019 Gewinne erwartet

Grimm und der neue Geschäftsführer sind guter Dinge, dass die Beste-Stadtwerke künftig erfolgreich sein werden. 2017 wurde bereits ein Gewinn von rund 500.000 Euro erwirtschaftet, für 2019 gibt es nach Grimms Angaben einen Wirtschaftsplan, der unterm Strich ein »deutliches Plus im siebenstelligen Bereich« vorsieht. Der Jahresabschluss für 2018 liegt allerdings noch nicht vor.

Kommentare

Verständnislos

Es ist schon Fraglich, dass die Geschäftsführung weiter Geschäftsführer der jeweiligen Mutter-Stadtwerke bleibt.
Es kann, meiner Meinung nach, nicht sein, dass Mitarbeiter gekündigt werden, aber die Geschäftsführer und der Aufsichtsrat bleibt.
Haben die selbst keine Hochachtung mehr?
Herr Schelling und die anderen drei hätten ihre Jobs abgeben müssen.

Außerdem frage ich mich, weshalb man vier Geschäftsführer für ca. 100 Mitarbeiter braucht?!
Größere Konzerne haben selbst weniger.
4x riesen Summen an Gehälter... Kurzzeitig 5.
das kann es doch nicht sein.

Ich frage mich ebenfalls, dass das Netz minus schreibt.
Andere kaufen die Netze um Geld zu machen und in Steinheim etc. macht es minus?
Jetzt mal ehrlich. Die Westfalen Weser Netz GmbH hat ja auch nicht Geld über und kauft Netze aus langeweile. Oder die Stadt Horn-Bad Meinberg. Diese haben dieses Jahr auch ihr Gasnetz zu 51% zurück gekauft - bestimmt auch nicht, weil sie Geld über haben.

Es sind Fragen über Fragen.
Vielleicht regt es zum Nachdenken an.

Armutszeugnis!

1 Kommentare

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