So., 17.03.2019

61-Jähriger in Lebensgefahr – Frau sticht auf Ehemann ein Messerstich: Polizei geht von Notwehr aus

Das Haus, in dem es zu einem Streit zwischen den Eheleuten gekommen ist, steht in einer Wohnsiedlung südlich der Bad Driburger Innenstadt.

Das Haus, in dem es zu einem Streit zwischen den Eheleuten gekommen ist, steht in einer Wohnsiedlung südlich der Bad Driburger Innenstadt. Foto: Isabell Waschkies

Von Jürgen Köster

Bad Driburg (WB). Bei einem Streit mit seiner Frau hat ein 61-Jähriger in Bad Driburg (Kreis Höxter) lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Die 57-Jährige hatte ihrem Mann ein Messer in den Bauch gestoßen. Offenbar handelte sie dabei aus Notwehr.

Die Tat ereignete sich am Freitagabend in einer Wohnsiedlung im südlichen Teil der Bad Driburger Innenstadt. Die Frau hatte selbst einen Notruf abgesetzt, teilte die Polizei mit. Als die Beamten in der Wohnung des Mehrfamilienhauses eintrafen, fanden sie den lebensgefährlich verletzten Ehemann vor sowie dessen Frau. Diese war leicht verletzt.

Während der ersten Ermittlungen ergaben sich für die Polizei Hinweise darauf, dass es sich um eine Gruppe von Tätern handele, die geflüchtet sei. Die Beamten leiteten noch vor Ort die Fahndung nach den möglichen Tätern ein. Da nach den ersten Erkenntnissen der Polizei ein versuchtes Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde eine Mordkommission gegründet. Die Mordkommission mit der Bezeichnung »Sulburg«, die sich aus Beamten der Polizei Bielefeld und der Polizei Höxter zusammensetzt, übernahm die Ermittlungen in dem Fall. Die Leitung übernahm Kriminalhauptkommissar Jürgen Kollien.

»Die Hinweise auf eine Gruppe von Tätern erwiesen sich als falsch«

Die weiteren Befragungen und Ermittlungen ergaben dann jedoch ein anderes Bild, als die Ermittler zunächst angenommen hatten. »Die Hinweise auf eine Gruppe von Tätern erwiesen sich als falsch«, teilten die Staatsanwaltschaft Paderborn und Polizei Bielefeld in einer gemeinsamen Pressererklärung am Samstag mit.

Fest stand dann jedoch, dass die Frau ihrem Mann mit dem Messer in den Bauch gestochen hatte. Dabei erlitt dieser die lebensbedrohlichen Verletzungen. Der 61-Jährige wurde ins Krankenhaus gebracht und notoperiert. Nach Auskunft von Staatsanwaltschaft und Polizei besteht weiterhin Lebensgefahr. Weitere Auskünfte wollte die Polizei gestern nicht geben.

Die weiter laufenden Ermittlungen ergaben dann, dass die Frau vermutlich aus Notwehr gehandelt hatte. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Paderborn entschieden sich die Beamten die Frau wieder zu entlassen. Nach ihrer Vernehmung hatten sich die Anzeichen offenbar dafür verdichtet, dass eine Notwehrsituation nicht ausgeschlossen werden könnte, heißt es in der Mitteilung der Polizei Bielefeld. Zu möglichen Ursachen für die Reaktion der Frau machte die Polizei keine Angaben.

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