Mi., 17.04.2019

Kreuztrachten und Prozession am Karfreitag Gläubige gedenken Christi Leid

Auf dem Vortragekreuz sind in Pömbsen die Leidenswerkzeuge und die Nägel, ein Hammer und eine Zange zu sehen. Ihm folgen der unbekannte Kreuzträger samt Gefolge und die Gläubigen durch den Ort.

Auf dem Vortragekreuz sind in Pömbsen die Leidenswerkzeuge und die Nägel, ein Hammer und eine Zange zu sehen. Ihm folgen der unbekannte Kreuzträger samt Gefolge und die Gläubigen durch den Ort. Foto: Frank Spiegel

Pömbsen/Gehrden/Bökendorf (WB). Auf unterschiedliche Weisen wird am Karfreitag der Leiden Jesu gedacht. In Pömbsen und Gehrden gibt es Kreuztrachten, in Bökendorf eine Kreuzweg-Prozession.

Unter dem Motto »Wegbegleiter sein« steht die Kreuztracht in Gehrden, die um 9.30 Uhr mit einem Wortgottesdienst mit Kommunionfeier beginnt. Bereits von 8.30 Uhr an besteht die Möglichkeit zur Beichte.

Nach dem Gottesdienst geht die Kreuztracht hinauf zum Rosenberg, und es werden die 14 Stationen betrachtet. Ein unbekannter Kreuzträger trägt das große Holzkreuz voran und sein Helfer begleitet ihn in der Rolle des Simon von Cyrene.

Unbekannter Kreuzträger

In Gehrden wird bei der Kreuztracht ein Schweißtuch der Veronika von den Messdienern mitgetragen und dem Jesusdarsteller an der sechsten Station (»Veronika reicht Jesus das Schweißtuch«) über das Haupt gelegt.

Seit 1993 gibt es ein neues Tuch, das ein älteres 93 mal 60 Zentimeter auf Leinen gemaltes ersetzt hat. 1993 wurde es, weil es sehr beschädigt war, zum Schutz unter Glas eingerahmt.

Gabriele Sprenger aus Dringenberg hat im Jahre 1993 ein neues Schweißtuch angefertigt, das nun jedes Jahr bei der Kreuztracht mitgetragen wird.

Nach der letzten Station geht die Kreuzgruppe zurück zur Kirche. Dort wird mit dem demütigen Brauch der Kreuzverehrung und dem Segensgebet die Kreuztracht beendet.

Die Gehrdener Kreuztracht ist eine Tradition aus der Klosterzeit. Seit dem Mittelalter zieht die Karfreitagsprozession von der Pfarrkirche den Stationsweg hinaus zur Katharinenkapelle auf dem Rosenberg.

Feier vom Leben und Sterben

In der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt in Pömbsen beginnt die Kreuztracht um 14 Uhr. Hier ist die Feier vom Leben und Sterben Christi im Anschluss an die Prozession durch den Ort. Anders als in Gehrden beten die Gläubigen dort während der Kreuztracht nicht den Kreuzweg, sie halten die Andacht zu den sieben Fußfällen. Angeführt wird die Prozession von einem großen Kreuz, das die Leidenswerkzeuge (Lanze , Essigschwamm, Geißel) und die Nägel, einen Hammer und eine Zange darstellt. Dem Vortragekreuz folgen die drei frommen Frauen, die als Leidenssymbole die Geißel, das Schweißtuch der Veronika und einen Totenkopf mittragen. Es schließen sich der Pastor, die Messdiener und der Diakon mit der Kreuzreliquie an. Den Abschluss der Kreuzgruppe bildet der anonyme Kreuzträger, der von Simon von Cyrene unterstützt wird.

In Bökendorf beginnt die Kreuzweg-Prozession um 10 Uhr am Lämmerkamp.

Die unter Denkmalschutz stehenden Kreuzwegstationen mit der etwa 1,2 Kilometer langen Baumallee im Lämmerkamp gehören zum historischen Landschaftspark des Herrenhauses Bökerhof und sind Teil eines einzigartigen garten- und landschaftsgestalterischen Kunstwerks.

Die Bökendorfer Karfreitag-Prozession, die eine nahezu 190-jährige Tradition hat und in den Anfangsjahren sogar als Kreuztracht durchgeführt wurde, beginnt an der ersten Kreuzwegstation im Schnittpunkt Lämmerkamp/Laubengang auf dem Wirtschaftsweg Kirchweg in Richtung Bellersen. Ziel- und Endpunkt ist das im Jahre 1799 errichtete »Weiße Kreuz«.

Bei der Prozession wird seit 2010 ein kleines Holzkreuz mitgenommen, das von Station zu Station von wechselnden Trägern aus beiden Gemeinden getragen wird. Zu dieser Prozession werden alle Bökendorfer und Bellerser besonders erwartet, aber auch Gäste sind willkommen.

Osterkrippe

Zudem weist der Pfarrgemeinderat aus Bökendorf darauf hin, dass auch in diesem Jahr wieder eine Osterkrippe in der Pfarrkirche aufgebaut ist. »Das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi wird durch verschiedene Gegenstände veranschaulicht und die Osterkrippe verändert sich somit im Laufe der Karwoche«, erläutert Bernhard Aufenanger als Vorsitzender des Pfarrgemeinderates.

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