Do., 13.06.2019

Maria und Anton Weskamp für ihr Lebenswerk geehrt »Als Malteser müssen wir hier helfen«

Maria und Anton Weskamp freuen sich über die Ehrung gemeinsam mit Bernhard Rüther (von 1995 bis 2019 Ortsbeauftragter der Malteser in Altenbeken).

Maria und Anton Weskamp freuen sich über die Ehrung gemeinsam mit Bernhard Rüther (von 1995 bis 2019 Ortsbeauftragter der Malteser in Altenbeken). Foto: Frank Kaiser

Bad Driburg-Neuenheerse (WB). Maria und Anton Weskamp sind jetzt mit der höchsten Auszeichnung des Malteser Hilfsdienstes für ehrenamtliches Engagement, der Verdienstplakette in Gold, ausgezeichnet worden. Das Ehepaar aus Neuenheerse, beide Jahrgang 1942, ist seit mehreren Jahrzehnten in der Malteser-Untergliederung Altenbeken aktiv.

Als zupackend und herzlich – so beschreiben sie ihre Mitmenschen. Maria und Anton Weskamp kennen den Malteser Hilfsdienst von der Pike auf. Schon seit 1963 engagieren sie sich für die katholische Hilfsorganisation. »Damals leisteten wir Malteser vor allem den Sanitätsdienst bei kirchlichen und sportlichen Veranstaltungen«, erinnert sich Anton Weskamp. Fragt man beide nach dem Ereignis, das sie in all diesen Jahren am stärksten geprägt hat, müssen die beiden einen Moment nachdenken.

Ein Ereignis bleibt besonders in Erinnerung

»Wir könnten Bücher darüber schreiben, so viel ist passiert«, sagt Maria Weskamp. Aber ein Ereignis, eine Reise vom 14. bis 19. Oktober 1990, war dann doch etwas Besonderes. Alexandra Freifrau von Wrede-Melschede, Mitglied des Souveränen Malteser Ritterordens, nahm sie damals mit auf eine Reise nach Budapest. In die ungarische Hauptstadt waren damals viele Menschen aus der DDR geflüchtet.

»Wir haben dort erschreckende Zustände vorgefunden«, sagt Anton Weskamp. So etwa beim Besuch eines Krankenhauses: In einem Krankensaal waren 30 Patienten untergebracht. Nicht einmal mit einem Vorhang waren die Betten voneinander abgetrennt. »Die hygienischen Zustände waren katastrophal.«

Auch ein Seniorenheim, das direkt an einer sechsspurigen Kreuzung gelegen war, besuchten sie. Hier war es nicht nur laut. Auch medizinische Geräte waren Mangelware. Ähnlich sah es in einem Heim für Kinder mit Behinderungen aus. »Das hat uns sehr bewegt und da war uns klar: Als Malteser müssen wir hier helfen.«

Malteser-Einsatzmedaille

Kaum zurück in Neuenheerse, planten sie den ersten Hilfstransport, der noch im selben Jahr aufbrach. Oft in Zusammenarbeit mit den Maltesern in Hövelhof, Geseke, Büren, Soest und Höxter organisierten die Weskamps die Hilfsgüter und führten die Transporte teils auch selbst durch. Nicht zuletzt aufgrund all dieser Einsätze erhielten beide bereits die Malteser-Einsatzmedaille für die über 200 Tage, die sie für bedürftige Menschen im Ausland unterwegs waren.

Auch haben die Weskamps selbst Textilien hergestellt. Dazu bauten sie daheim ein großes Netzwerk von Helferinnen und Helfern auf. »Wir haben uns oft getroffen und dann im Akkord warme Schals, Mützen und Socken gestrickt, Jacken und Hosen zusammengenäht.«

Seit sich die Weskamps kennen, passt zwischen die beiden kein Blatt Papier. Auch auf ihren Auslandsfahrten waren sie fast immer als Paar unterwegs und haben an einem Strang gezogen – eine Ehe unter dem Malteser Kreuz.

So viel Engagement blieb nicht unbeachtet. Und so überreichte ihnen der stellvertretende Malteser Diözesanleiter Hubert Berschauer bei einer Feierstunde jetzt diese besondere Auszeichnung. »Sie haben beide ihr Leben unter das achtspitzige Malteser Kreuz gestellt. Vor allem mit Ihrem Engagement im Auslandsdienst haben Sie einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet. Dafür spreche ich Ihnen meine höchste Anerkennung und meinen Dank aus.« Golden glänzt er, der kleine Orden, den die Weskamps jetzt in Händen halten. »Da waren wir doch ehrlicherweise gerührt“, verraten sie im Anschluss an die Feier.

Pilgerfahrten nach Lourdes

Trotz so mancher Beschwerden nehmen die beiden bis heute an vielen Veranstaltungen teil. Vor allem Pilgerfahrten nach Lourdes in Südfrankreich und nach Werl haben es den beiden angetan. »Da waren wir jeweils schon zehnmal dabei.« Wenngleich sie nicht mehr die jüngsten sind, so merkt man ihnen doch an, dass sie immer noch für den Gedanken der Malteser »brennen«.

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