Fr., 05.07.2019

30 Jahre Vereinigte Museen: Neuenheerse würdigt Lebensleistung des Stifterehepaares Schröder »Glücksfall, den man jeden Tag feiern sollte«

Festtag zu Ehren des Stifterehepaares: Bezirksausschussvorsitzender Heiko Bulk (von links), Oberst Bernd Ehlebracht als Repräsentant der Bundeswehr und der Vorsitzende des Trägervereins der Grundschule St. Walburga, Karl-Heinz Schwarze (rechts), würdigen die Lebensleistung des Generalhonorarkonsuls Manfred O. Schröder und seiner Ehefrau Helga.

Festtag zu Ehren des Stifterehepaares: Bezirksausschussvorsitzender Heiko Bulk (von links), Oberst Bernd Ehlebracht als Repräsentant der Bundeswehr und der Vorsitzende des Trägervereins der Grundschule St. Walburga, Karl-Heinz Schwarze (rechts), würdigen die Lebensleistung des Generalhonorarkonsuls Manfred O. Schröder und seiner Ehefrau Helga. Foto: Achim Schubert

Neuenheerse (WB/sos). Als »Glücksfall, den man jeden Tag feiern sollte«, würdigt Karl-Heinz Schwarze, Vorsitzender des Trägervereins der neuen Grundschule St. Walburga, die Entscheidung des Ehepaares Schröder für Neuenheerse. Diese liegt inzwischen genau 30 Jahre zurück. Damals kauften Generalhonorarkonsul Manfred O. Schröder und seine Ehefrau Helga das Wasserschloss samt Torhaus und gaben den Kulturen der Welt ein repräsentatives museales Zuhause.

Das Ehepaar schuf im Schloss und in den 2016 auf dem Gelände errichteten St. Hubertus Helga-Hallen eine Museumslandschaft, die ihresgleichen sucht und Neuenheerse über die Region hinaus als Kulturort profiliert. Zuvor richteten die Schröders das Renaissance-Juwel samt Torhaus und Park mit erheblichen privaten Mitteln her.

Diese große Lebensleistung rückten die Dorfbewohner Neuenheerses jetzt anlässlich des 30-Jährigen mit einem Festtag zu Ehren des Stifterehepaares ins öffentliche Bewusstsein.

Einzigartige Wahrzeichen

»Der Eggedom und das Wasserschloss sind einzigartige Wahrzeichen und bilden den zentralen Mittelpunkt unseres Dorfes. Während unsere Kirche finanzielle Förderer hatte und haben wird, stand das Wasserschloss mittellos daneben«, erinnerte Karl-Heinz Schwarze in seiner Laudatio an die Zeit vor 30 Jahren.

Grußwort

Ein Angehöriger des Hauses Hohenzollern, Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen, hat dem Ehepaar Schröder in einem Grußwort seine Würdigung ausgesprochen.

Seit dem Besuch seines Onkels, Prinz Christian Sigismund von Preußen, anlässlich der Einweihung einer Büste des gemeinsamen Vorfahren Friedrich des Großen in Neuenheerse sei seine Familie mit dem unermüdlichen Einsatz des Ehepaars Schröder für die Region vertraut. Er selbst erinnere sich gerne an seinen Aufenthalt zum Eisenbahnjubiläum 2003 und an das Treffen der Reserveoffiziere des Hörsaals 15 vom 69. Offizieranwärterlehrgang 2004 in Neuenheerse. »Beide Besuche boten mir Gelegenheit, Ihr besonderes Wirken im Wasserschloss vor Ort kennenzulernen.« Zwischenzeitlich sei der Bau der St. Hubertus Helga-Hallen dazugekommen. »Dies möchte ich zum Anlass nehmen, Sie wissen zu lassen, mit welch großer Bewunderung meine Familie schon seit Jahren Ihr vielseitiges soziales und kulturelles Engagement, das weit über die Region hinaus wirkt, verfolgt. Ihnen und Ihrem Lebenswerk gebührt Respekt und allergrößte Anerkennung.«

»Weder die öffentliche Hand noch kommunale Institutionen ließen Interesse am Erhalt dieses historischen Gebäudes erkennen. Sie, verehrtes Ehepaar Schröder, haben allein mit sehr hohen privaten Mitteln dieses Schloss innen und außen im Detail restauriert und erhalten so dem Ort Neuenheerse eine dauerhafte Identität bei nie nachlassender Bereitschaft, Schloss und Dorf zu fördern.«

Weg nicht immer einfach

Trotz fordernder Arbeitsbelastung als Diplomaten- und Unternehmerehepaar hätten die Schröders es geschafft, die Vereinigten Museen mit ihrem hochgeschätzten Kulturgut zu schaffen.

Dieser Weg sei nicht immer erfreulich und einfach für beide gewesen – »auch in Neuenheerse nicht, denn der Kontakt aus dem Dorf war bisweilen zurückhaltend«, räumte Schwarze ein. »Wir brauchten eine lange Zeit, um zu verstehen, dass dieses Schlossgelände nicht mehr 24 Stunden öffentlich zugänglich sein konnte. Auch hatten nicht immer alle Mitbewohner den gleichen Informationsstand. So entstehen Missverständnisse, Widersprüche und vieles mehr. Leider– insbesondere aus heutiger Sicht – viel zu viele Jahre lang.«

Prominente Besucher

Aber jede Medaille habe zwei Seiten. Von Anfang an habe das Ehepaar Schröder in Neuenheerse zuverlässige Freunde gehabt. »Heute schätzen das Dorf und die Region ihre Lebensleistung.« Höchste Repräsentanten aus dem In- und Ausland von Politik, Wirtschaft, Kirchen, Bundeswehr, Adel und Verbänden hätten die Kulturstiftung Schröder in Neuenheerse besucht. Zu den prominenten Gästen gehörte Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen, dessen Grußwort Karl-Heinz Schwarze zur freudigen Überraschung des Ehepaares Schröder verlas (siehe Kasten).

In die Gründung der privaten Grundschule St. Walburga – »eine einzigartige Dorfgemeinschaftsleistung« – habe sich das Ehepaar Schröder als Teil des Dorfes eingebracht und wesentlich den Erfolg des Genehmigungsprozesses mitgestaltet, betonte Schwarze abschließend.

Exponate aus aller Welt

Bezirksausschussvorsitzender Heiko Bulk richtete den Fokus in seinem Grußwort auch auf die Museen. »Mit der Gestaltung und Einrichtung des Wasserschlosses Heerse und den Vereinigten Museen, sowie mit der Gründung einer Kulturstiftung haben Sie unser Dorf weit über unsere Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht.«

Kulturgeschichte geschrieben

Die zahlreichen Exponate aus aller Welt, die im Wasserschloss sowie in den neuen St. Hubertus Helga-Hallen ausgestellt werden, seien ein Besuchermagnet in der Region.

Bulk richtete seinen »aufrichtigen Dank für drei Jahrzehnte, in denen Sie beide in unserem Dorf ein gutes Stück Kulturgeschichte geschrieben haben«, an das Ehepaar Schröder.

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