Do., 18.07.2019

Baustelle St. Walburga: Neuenheerser helfen kräftig mit Ein Dorf gestaltet seine eigene Schule

Die Kinder des zukünftigen dritten Schuljahres sind denen dankbar, die sich unermüdlich für die Gründung der Grundschule St. Walburga eingesetzt haben. Sie freuen sich schon den gemeinsamen Schulstart nach den Sommerferien.

Die Kinder des zukünftigen dritten Schuljahres sind denen dankbar, die sich unermüdlich für die Gründung der Grundschule St. Walburga eingesetzt haben. Sie freuen sich schon den gemeinsamen Schulstart nach den Sommerferien. Foto: St. Walburga-Schule

Von Jürgen Köster

Bad Driburg-Neuenheerse (WB). Das Rentnerteam läuft zur Höchstform auf, Väter nehmen Extra-Urlaub, Mütter kümmern sich nicht nur um Verpflegung, sondern machen sich mit Werkzeug bewaffnet an die Arbeit in den Fluren, ehemalige Schüler schleppen Kisten: In einer Gemeinschaftsleistung versetzen die Neuenheerser Bürger die Grundschule in einen Top-Zustand, der gewährleistet, dass dort am 28. August der Unterricht wieder beginnen kann. Drei Tage vorher soll die private St. Walburga-Schule eingeweiht werden.

»Als Ziel für das Ende der Arbeiten haben wir allerdings den 15. August angesetzt, damit noch ein wenig Spielraum bleibt«, sagen Karl-Heinz Schwarze und Marcus Weiß, Vorsitzende des Trägervereins. »Und wir sind überzeugt: Das klappt.«

Wer die Arbeiten beobachtet und mit den Helfenden spricht, kann diese Überzeugung nur teilen. Die Gruppe, die sich sonst ehrenamtlich vorwiegend um Dorfpflegearbeiten kümmert, hat sich zuletzt der Außenanlagen angenommen. »Sie sind mit eigenem Werkzeug angerückt, haben Hecken geschnitten, Unkraut entfernt und vieles mehr. Nach drei Stunden war alles wieder tip top«, freut sich Schwarze über die Einsatzbereitschaft der Helfer.

Materialkosten

Unter ihnen sind auch einige Handwerksmeister, die ihr Wissen und ihre Tatkraft einbringen. Sonst wären die vielfältigen Aufgaben wohl auch gar nicht zu meistern. Zwischen 70.000 und 100.000 Euro wird die Sanierung des Schulgebäudes kosten, schätzen die Organisatoren. Dieses Geld wird überwiegend für Material verwendet werden, weil die Neuenheerser eben selbst mit Hand anlegen.

Fliesen werden abgestemmt, Steine aus Wänden gebrochen, Fußboden erneuert, Decken mit Hochdruckreinigern gesäubert. Containerweise wird Unrat vor allem aus den Keller- und Abstellräumen beseitigt. Die alten Toilettenanlagen sind bereits ausgebaut. Den Neuanstrich der Wände in den Fluren übernehmen gerade mehrere Frauen. Auch die Klassenräume werden bereits farblich gestaltet – ganz nach den Wünschen der Lehrerinnen.

Bis zu 40 Helfer seien es am vergangenen Samstag gewesen, berichtet Schwarze. 15 bis 20 seien an anderen Tagen vor Ort. Manche wie beispielsweise Josef Rustemeier seien »quasi immer da«. Andere helfen dann mit, wenn es ihre Zeit zulässt. »Wenn Spezialwissen erforderlich ist, verlassen wir uns natürlich auf Fachleute«, berichtet Schwarze mit Blick auf die Verkabelung im künftigen Sekretariat. Auch am Lehrerzimmer und dem Raum für die Schulleitung wird eifrig gearbeitet. Die Jalousien an der Innenseite der Fenster in den Klassenräumen sind bereits entfernt. »Es müssen neue an der Außenseite angebracht werden, um die Wärme gar nicht erst in die Räume zu lassen. Das kostet natürlich Geld«, erklärt Marcus Weiß. Er freut sich ebenso wie die anderen Mitglieder des Fördervereinsvorstandes darüber, dass die finanzielle Unterstützung seit der Gründung des Vereins ständig gewachsen ist. »Einige Sponsoren haben auf unsere Anfragen umgehend reagiert und beteiligen sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise.«

Chronik entdeckt

So wird es sogar möglich, ein bleiverglastes Fenster im Treppenhaus zu restaurieren und zur Einweihung wieder präsentieren zu können. Ebenfalls aufgearbeitet wird eine Schulchronik, die bei den Aufräumarbeiten zufällig aufgetaucht ist. Joachim Schubert hat sich darum gekümmert, dass sie künftig im Internet verfügbar sein wird. Das Original ist dem Landesarchiv in Detmold zur Verfügung gestellt worden. Schubert hält den gesamten Restaurierungsvorgang in der Schule in Fotos fest.

auf Zukunft ausgerichtet

Dass die Öffentlichkeit stets bestens informiert wird, ist Aufgabe von Johanna Schlüter (17) und Antonia Grau (16). Sie haben beide die Grundschule ihres Heimatdorfes besucht und gehen nun »natürlich in unserem Gymnasium St. Kaspar« zum Unterricht. Sie schreiben Artikel für die Internetseite und bringen diese immer wieder auf den neusten Stand. Auch die sozialen Medien versorgen sie mit Informationen über und aus St. Walburga. »Bei uns ist eben alles auf die Zukunft ausgerichtet«, lächelt Karl-Heinz Schwarze.

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