Sa., 17.08.2019

»Gräflicher Park« schließt Ayurveda-Zentrum und hauseigene Wäscherei Tagungen und Wellness im Fokus

Volker Schwartz, Geschäftsführer des Gräflichen Parks, möchte die Schwerpunkte im Hotel wieder auf das Tagungs- und Wellnessgeschäft verlagern. Ayurvedische Angebote soll es im Spa-Bereich des Hotels geben statt im Stahlbadehaus.

Volker Schwartz, Geschäftsführer des Gräflichen Parks, möchte die Schwerpunkte im Hotel wieder auf das Tagungs- und Wellnessgeschäft verlagern. Ayurvedische Angebote soll es im Spa-Bereich des Hotels geben statt im Stahlbadehaus. Foto: Horst Hamann

Von Jürgen Köster

Bad Driburg (WB). Der Verschlankungsprozess im »Gräflicher Park Health & Balance Resort« geht weiter. Nach der Zusammenlegung von »Caspar´s Restaurant« und »Pferdestall« wird nun das Ayurveda-Zentrum geschlossen. Zum Jahreswechsel werden zudem die Leistungen der bisher hauseigenen Wäscherei an ein externes Unternehmen vergeben. Etwa 30 Mitarbeiter sind von diesen Veränderungen betroffen.

»Alle nicht leitenden Mitarbeiter dieser Bereiche bekommen bei uns im Unternehmen neue Jobs angeboten«, verspricht Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff. »Bedarfe und Nachfragen verändern sich einfach im Lauf der Jahre, so dass ein Unternehmen, das wirtschaftlich erfolgreich sein will, regelmäßig dort nachjustieren muss, um sich auch für die Zukunft profitabel aufzustellen«, erklärte der Inhaber der Unternehmensgruppe am Freitag auf Anfrage dieser Zeitung.

Profitabel aufstellen

Invstitionen in Bad Klosterlausnitz

Diverse Erweiterungspläne hat die Moritz-Klinik in Bad Klosterlausnitz aus dem Verbund der Gräflichen Kliniken. Noch in diesem Jahr solle die erste Baumaßnahme starten und weitere Schritte ab voraussichtlich 2022 folgen, informiert jetzt die Geschäftsführung.

Im ersten Schritt sei der Bau einer komplett neuen Station geplant, die Platz für 30 Patientenzimmer biete. Die Arbeiten, die bei laufendem Betrieb stattfinden würden, sollen im dritten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen sein. »Inklusive der Errichtung von Außenanlagen und einer Tiefgarage belaufen sich die Baukosten auf 6,7 Millionen Euro«, erklärt Christoph Essmann, Geschäftsführer der Thüringer Gräflichen Kliniken.

Darüber hinaus sei geplant, ab 2022 einen neuen Gebäudekomplex zu errichten und diesen an die Klinik anzuschließen, was allerdings eine vorherige Änderung des Bebauungsplanes voraussetze. »Dieser gänzlich neue Bau wird 66 neue Patientenzimmer enthalten sowie neue Therapieräume, Mitarbeiterumkleiden, einen neuen Mitarbeiterspeiseraum mit Außenterrasse und eine zusätzliche Anlieferung für Liegendtransporte«, führt Christoph Essmann aus. »Für diese Maßnahme ist dann ein Investitionsvolumen von 17 Millionen Euro vorgesehen.«

Volker Schwartz, Geschäftsführer des Gräflichen Parks, begründete die Schließung des Ayurveda-Zentrums, das bisher im Stahlbadehaus seinen Sitz hatte. Die gewünschten Erfolge im Bereich »Health and Balance« hätten sich nicht schnell genug eingestellt. Die ayurvedischen Angebote würden jedoch weiterhin im Garten Spa des Hotels angeboten.

»Da es für uns wichtig ist, das Hotel möglichst hoch auszulasten, werden wir unsere Schwerpunkte wieder auf das Tagungs- und Wellnessgeschäft verlagern«, sagte Schwartz. Er sieht die Vorteile einerseits in der wesentlich größeren Zielgruppe an Gästen sowie dem reduzierten Aufwand an Personal und Infrastruktur im Hotel.

Der Schritt sei nicht leicht gefallen, betonte Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff. »Die Mitarbeiter hier sind wahnsinnig motiviert und leisten großartige Arbeit. Am Ende des Tages müssen wir aber wirtschaftlich arbeiten, da wir eine Verantwortung gegenüber allen Mitarbeitern des Gräflichen Parks und auch der gesamten Gruppe haben«, betonte der Inhaber. Er hat bereits Pläne für die Nutzung der freigewordenen Räumlichkeiten im Therapiezentrum. Sie würden für ein neues Projekt im Bereich Gesundheit genutzt – dieses Mal jedoch abgekoppelt vom Hotel. »Bei allen notwendigen Anpassungen an den Markt bleiben wir unserer DNA treu«, sagte der Graf.

Konzentration zahlt sich aus

Wie er weiter berichtet, zahle sich die Konzentration der gastronomischen Angebote bereits aus. Man arbeite jetzt schon effizienter, die Umsatzkurve zeige »eine deutliche Tendenz nach oben.« Als Hintergrund für die Zusammenlegung hatte das Unternehmen den Fachkräftemangel angeführt, der sich derzeit auch durch Ostwestfalen-Lippe ziehe (Bericht 30. Juli)

Als weitere Maßnahme auf dem Weg zu mehr Wirtschaftlichkeit bezeichnete Graf von Oeynhausen-Sierstorpff die Schließung der betriebseigenen Wäscherei, die zum Jahresende erfolgen soll. »Bei den 400 Tonnen Wäsche pro Jahr kommen wir leider nicht annähernd auf den Preis, den uns externe Dienstleister anbieten können. Was andere besser können, sollten wir abgeben, um uns auf unsere Kernkompetenzen zu konzentrieren«, stellte der Graf fest.

Abteilung Psychosomatik vergrößern

Er verwies auch auf Veränderungen im Bereich der Kliniken. In der Park-Klinik in Bad Hermannsborn solle die Abteilung Psychosomatik aufgrund ihres Potenzials vergrößert werden. Der Bereich der Kardiologie werde dafür verkleinert.

Gute Nachrichten hatte Graf von Oeynhausen-Sierstorpff aus Bad Klosterlausnitz zu vermelden. In der thüringischen Moritz-Klinik werde kurz- und langfristig sogar eine Vergrößerung angestrebt (Siehe Kasten »Investitionen«).

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