Fr., 23.08.2019

Umwelt-AG am Gymnasium St. Kaspar betreut Bienenstöcke Fleißig auch in den Ferien

Bei der wöchentlichen Durchsicht werden die Waben genau untersucht. Da die Bienen keinen Urlaub haben, müssen auch die Mitglieder der Umwelt-AG in den Sommerferien aktiv werden. Das tun sie jedoch mit großer Freude.

Bei der wöchentlichen Durchsicht werden die Waben genau untersucht. Da die Bienen keinen Urlaub haben, müssen auch die Mitglieder der Umwelt-AG in den Sommerferien aktiv werden. Das tun sie jedoch mit großer Freude. Foto: St. Kaspar

Bad Driburg-Neuenheerse (WB). Sommerferien. Wie jede Schule wirkt das Gymnasium St. Kaspar ausgestorben. Doch der Schein trügt. Rund 50.000 Schulbienen gehen weiterhin ihrer Arbeit nach, sammeln fleißig Nektar. Und die Schülerinnen und Schüler der Umwelt-AG inspizieren – ungeachtet der Ferien – wöchentlich die drei schuleigenen Bienenstöcke.

Nach Klostergarten und Streuobstwiese haben Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums St. Kaspar die Imkerei als zukunftsweisende Herausforderung entdeckt.

Alle Angst abgelegt

Ausgerüstet mit Schutzanzügen, Smoker und Stockmeißel haben die jungen Imker in den vergangenen Monaten alle Angst vor Bienenstichen abgelegt und begutachten fast schon professionell die Waben der einzelnen Rähmchen.

Fachmann hilft

Als Fachmann und Imker-Lehrer steht ihnen dabei Ralf Varchmin aus Willebadessen mit Begeisterung zur Seite. Im Mix von Theorie und Praxis vermittelt er ihnen, was »Königinnenzellenalarm« bedeutet, was Wächterinnen machen oder wie man der Varroa-Milbe Bienen-schonend zu Leibe rückt. Und Schüler wie Lehrer – denn auch die werden hier zu neugierigen Schülern – staunen über das, was diese kleinen Insekten für das Ökosystem und für die Menschen Gutes tun.

Bienen arbeiten gegen den Hunger in der Welt. Das haben die Mitglieder der Umwelt-AG von St. Kaspar verstanden. »Da ist der Honig, den sie freundlicherweise schenken, eigentlich nur das Sahnehäubchen auf der Sachertorte«, wissen die AG-Mitglieder. Trotzdem: Schon die Frühtracht der drei Schulbienenstöcke brachte 22 Kilo. Die zweite Ernte gar 30 Kilo von bester Qualität. Selbstverständlich schleudern, rühren und portionieren die Schüler den Honig selbst. Kreativ-künstlerische Köpfe unter ihnen haben ein Etikett kreiert und andere, mit eher wirtschaftlichen Fähigkeiten, planen derzeit die Vermarktungsstrategie des St. Kaspar-Honigs.

Und damit wirklich drin ist, was drauf steht, verwandelt die Umwelt-AG den alten Aschenplatz von St. Kaspar in eine Magerrasen-Blumenwiese. Dabei haben sie zunächst den alten Bewuchs in tagelanger Handarbeit entfernt. Roundup nämlich, was die Arbeit merklich erleichtert hätte, war für die Umweltaktivisten von St. Kaspar selbstredend ein No-Go.

Gärtnermeister und Greenkeeper Willi Tewes ist von Anfang an Feuer und Flamme für das Projekt. Er wählte den passenden Samen für diese karge ostwestfälische »Hagebuttengegend« und half mit seiner Egge, den Boden vorzubereiten. Und auch die Fachleute der Unteren Landschaftsbehörde sind der Meinung, dass das Projekt seriös, nachhaltig und förderungswürdig ist, und unterstützen großzügig den Ankauf des teuren Samens.

Schuleigener Honig

»Die Bienen brauchen uns«, meint Julia (12) lapidar auf die Frage, weshalb sie in den Ferien in ihrer Schule arbeitet. Und Lenn (14) ergänzt: »Besser kann ich meine Freizeit nicht verbringen.«

Solch eine Haltung überzeugt auch die Leute des WDR2 und Planet Schule. Sie haben im Rahmen der Aktion #bienenlive St. Kaspar als »Bienenfreundliche Schule« ausgezeichnet.

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