Betriebe stehen bei Aktion „Leere Stühle“ in Bad Driburg für Zusammenhalt in der Corona-Zeit ein
Gastronomie setzt ein starkes Zeichen

Bad Driburg (WB). Die Sonne scheint, am Leonardo-Brunnen plätschert das Wasser, die Tische zahlreicher Gastronomen aus Bad Driburg sind gedeckt: Eigentlich stünde nun echtem Gaumenfreunden nichts mehr im Weg – eigentlich, denn derzeit dürfen sie ihre Kunden angesichts der Corona-Pandemie nicht bewirten. In der Fußgängerzone haben deshalb die Gastronomen auf ihre schwierige Lage mit der Aktion „Leere Stühle“ aufmerksam gemacht.

Freitag, 24.04.2020, 21:03 Uhr aktualisiert: 24.04.2020, 21:10 Uhr
19 Betriebe haben sich am Freitag in Bad Driburg an der Aktion „Leere Stühle“ beteiligt. Foto: Dennis Pape
19 Betriebe haben sich am Freitag in Bad Driburg an der Aktion „Leere Stühle“ beteiligt. Foto: Dennis Pape

Es war ein deutlicher Hilferuf, der am Freitag von 11 bis 13 Uhr am Brunnen in der Bad Driburger Innenstadt zu sehen war. Es war aber auch ein mehr als deutliches Zeichen – die Botschaft der Gastronomen in Bad Driburg: „Wir stehen insbesondere in dieser schwierigen Zeit für unsere Belange ein und halten zusammen.“

„Hygiene ist für uns eine Selbstverständlichkeit“

Das bekräftigte auch Initiator Günter Heyse vom gleichnamigen Café, der praktisch über Nacht 19 Betriebe mobilisieren konnte, sich der Aktion kurzfristig anzuschließen: „Das ist beeindruckend und ein deutliches Signal – hier wird Gemeinschaft gelebt. Die leeren Stühle stehen symbolisch für unseren leeren Lokale. Wir schließen uns damit der Aktion des Gaststättenverbandes DeHoGa an und fordern unter anderem, dass wir so schnell wie möglich zumindest schrittweise öffnen können.“ Weitere Forderungen des Verbandes sind die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes ab dem vierten Monat, eine Senkung der Mehrwertsteuer, klare Regelungen zu Veranstaltungen und einheitliche Bundeszuschüsse für Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern.

„Wir fühlen uns ausgegrenzt, weil in anderen Geschäftsfeldern wieder geöffnet werden darf und wir die Kunden weiterhin nur außer Haus versorgen können – als wären die Gastronomen nicht in der Lage, Hygienevorschriften einzuhalten“, sagte Heyse und wurde dabei unter anderem von Friederike Böhler (Böhlers Landgasthaus) unterstützt: „Hygiene ist für uns vielmehr schon immer eine Selbstverständlichkeit und überall Teil der Ausbildung gewesen“, sagte sie.

Bürgermeister unterstützt Aktion

An der Aktion beteiligt hatten sich am Freitag folgende Betriebe: Café Heyse, Böhlers Landgasthaus, Eggewirt, Waldcafé, Brauner Hirsch, Hotel am Rosenberg, Goeken backen, Gräflicher Park, Landgasthaus Ikenmeyer, Salento 1, Kunkels Eck, Hotel Brand, Westfalenkrug, Estancia, Schwallenhof, Athen, Hellas, Vogt und der Posträuber. Auch Bürgermeister Burkhard Deppe war vor Ort und betonte: „Die Gastronomie ist ein wichtiger Faktor für unsere Stadt als Tourismus- und Gesundheitsstandort. Deshalb ist es wichtig, dieses Diskussion anzustoßen und Ideen für einen baldigen Neustart zu entwickeln. Gleichzeitig ist die Aktion ein starkes Zeichen für den Zusammenhalt.“ Die stellvertretende Bürgermeisterin Christa Heinemann sagte darüber hinaus: „Es ist gut, dass alle Betriebe versuchen, ihre Mitarbeiter zu halten. Es liegt auch an den Bürgern, die Betriebe zu unterstützen.“

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