Warburger Bürgermeister ist jetzt auch offiziell Landratskandidat im Kreis Höxter
CDU setzt auf Michael Stickeln

Borgentreich/Kreis Höxter (WB). Mit einem Traumergebnis von 99,6 Prozent der Stimmen ist Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln am Samstag in der Borgentreicher Schützenhalle offiziell zum Landratskandidaten der CDU gewählt worden. 228 von 232 abgegebenen Stimmen entfielen auf den Warburger Bürgermeister. Für den Dösseler gab es nach der Wahl minutenlangen Applaus.

Sonntag, 21.06.2020, 13:41 Uhr
Blumen zum innerparteilichen Wahlsieg: CDU-Kreisverbandsvorsitzender Christian Haase gratuliert Michael Stickeln zu 228 von 232 Stimmen. Rechts im Bild: Kristina Jäkel-Stickeln, Ehefrau des Warburger Bürgermeisters. Foto: Jürgen Vahle
Blumen zum innerparteilichen Wahlsieg: CDU-Kreisverbandsvorsitzender Christian Haase gratuliert Michael Stickeln zu 228 von 232 Stimmen. Rechts im Bild: Kristina Jäkel-Stickeln, Ehefrau des Warburger Bürgermeisters. Foto: Jürgen Vahle

Stickeln, der einziger Kandidat und vom Kreisvorstand vorgeschlagen worden war, machte deutlich, dass er große Ehrfurcht und Respekt vor der Verantwortung habe, die das Amt des Landrates mit sich bringt. Zudem hätten die bisherigen hauptamtlichen Landräte Hubertus Backhaus und Friedhelm Spieker große Fußstapfen hinterlassen. Nach 16 Jahren als Warburger Bürgermeister sei jetzt aber die Zeit gekommen, nach neuen Herausforderungen zu suchen.

Michael Stickeln ist 51 Jahre alt, verheiratet und Vater von Zwillingen. Seine beiden Söhne sind drei Jahre alt. Der Diplom-Betriebs- und Verwaltungswirt ist seit 33 Jahren in der CDU, stark ehrenamtlich engagiert und seit 16 Jahren Warburger Bürgermeister. Seit sieben Jahren ist er Sprecher der Bürgermeister im Kreis Höxter.

Wahlkampf eröffnet

Zeitgleich mit der Kandidatenkür und der Wahl der Kreistagsbewerber eröffneten die Christdemokraten im Kreis Höxter am Samstag den Kommunalwahlkampf und machten deutlich, mit welche Themen sie am 13. September punkten wollen.

„Es wird eine Zeit nach Corona geben“, machte Stickeln deutlich. Und da gebe es große Herausforderungen. So wolle sich die CDU dafür einsetzen, dass der Kreis Höxter weiter für Familien die Möglichkeit bietet, Wohneigentum zu schaffen. Der Erhalt der im Kreis Höxter nach wie vor intakten Natur, der guten Sozialstruktur und der hohen Sicherheit (OWL-weit die niedrigste Kriminalitätsrate) sei für die CDU von jeher wichtig. In Kitas und der Tagespflege sollen weitere Plätze geschaffen werden, kurzfristig 137 U3- und 265 Ü3-Plätze. Zum Teil liefen die Bauvorhaben bereits. „Im U3-Bereich ist die Nachfrage sehr dynamisch. Dabei bieten wir bezahlbare Elternbeiträge unter dem Landesdurchschnitt“, machte CDU-Kreisfraktionschef Dr. Josef Lammers deutlich. Für Stickeln sind auch Senioren und ihre „unschätzbaren Erfahrungen“ wichtig. Die könnten in einem Seniorennetzwerk gebündelt werden.

Digitale Infrastruktur

Größter Infrastrukturposten, den sich die CDU auf die Fahnen geschrieben hat, ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur. Glasfaser soll in den kommenden fünf Jahren bis an jedes Haus gelegt werden, schnelle Mobilfunkverbindungen an jeder Ecke des Kreises verfügbar sein. Hier setzt die CDU auf den Standard 4G. Für Michael Stickeln ist das ein zentrales Projekt. „Die Coronakrise hat gezeigt: Schnelles Internet ist für alle wichtig. Und gibt es diese Infrastruktur, spricht alles für den ländlichen Raum“, ist Stickeln sicher: „Warum sollen Start-Ups immer nach Berlin gehen.“

Das Auto werde trotz aller Bemühungen im Kreis Höxter das Fortbewegungsmittel Nummer eins bleiben. Daher sei der Lückenschluss B64/83 wichtig. Die CDU wolle auch dafür kämpfen, dass Bus und Bahn „mittelfristig günstig, schnell, nachhaltig und zuverlässig“ seien, sagte der Landratskandidat. Neue Verkehrssysteme (On-Demand-Dienste, Mobilstationen, Car-Sharing) müssten verstärkt vorangetrieben werden. Die mittelständische Landwirtschaft (1300 Betriebe, 64.800 Hektar Nutzfläche) müsse beim Strukturwandel unterstützt werden. So soll die regionale Vermarktung gefördert werden. Die Stelle „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ in der Kreisverwaltung soll dauerhaft etabliert und ein breites Schulangebot (auch Förderschulen) erhalten bleiben. Das geplante Atommülllager in Würgassen sieht er sehr kritisch. Hier fehlten noch viele Informationen.

CDU-Kandidaten für den Kreistag

Die 21 CDU-Kreistagskandidaten sind am Samstag mit großer Mehrheit gewählt worden. Es gab lediglich im Wahlbezirk 13 (Brakel) eine Kampfabstimmung. Hier setzte sich die 22-jährige Ricarda Simon aus Frohnhausen gegen das langjährige Kreistagsmitglied Heike Hartmann (Hampenhausen) überraschend durch. Hartmann war eine faire Verliererin und die erste Gratulantin.

Die weiteren Kandidaten sind: Mark Becker (Bezirk 1, Höxter); Franz-Josef Schröder (Bezirk 2, Höxter); Fabian Wöstefeld (Bezirks 3, Höxter); Stefan Berens (Bezirk 4, Höxter); Thomas Johlen (Bezirk 5, Marienmünster/Brakel); Heinrich Lücke (Bezirk 6, Nieheim); Alfred Gemmeke (Bezirk 7, Steinheim); Gisela Müller (Bezirk 8, Steinheim); Heinz Seifert (Bezirk 9, Bad Driburg/Brakel); Matthias Goeken (Bezirk 10, Bad Driburg); Bertwin Kühlmann (Bezirk 11, Bad Driburg); Dr. Josef Lammers (Bezirk 12, Brakel); Fabian Lülff (Bezirk 14, Beverungen); Stephan Böker (Bezirk 15, Beverungen); Julia Robrecht (Bezirk 16, Borgen-treich); Werner Dürdoth (Bezirk 17, Borgentreich/Willebadessen); Heiko Hansmann (Bezirk 18, Willebadessen/Warburg); Sascha Meyer (Bezirk 19, Warburg); Regina Feischen (Bezirk 20, Warburg); Wilhelm Skroch (Bezirk 21, Warburg).

Aussichtsreiche Listenplätze nach den Direktkandidaten haben Herbert Leifert (Warburg, Platz 22), Verena Güthoff (Warburg, Platz 23), und Birgit Riepe-Dewender (Beverungen, Platz 24) sowie Caspar Moritz von Haxthausen (Brakel, Platz 25)

 

Kommentare

Herrmann Hoffmann  schrieb: 22.06.2020 19:58
Was soll man auch erwarten?
Der Kandidat will "die mittelständische Landwirtschaft beim Strukturwandel" unterstützen. Das wird den Bauern nicht helfen. Putzige Hofläden - Wieviele sollen es denn sein? - sind nichts als Schönfärberei und Träumereien. Der sogenannte Strukturwandel muss nicht begleitet, er muss beendet werden! Das hülfe den Bauern. (Tönnies lässt schön grüßen.)
1 Kommentare
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