Familie Kruse nimmt zwei ausgesetzte Katzenbabys auf
Ein Herz und eine Seele

Bad Driburg (WB). Dass zwei unterschiedliche Haustierarten sich nicht wie „Hund und Katze“ verstehen, zeigt die Familie Kruse aus Bad Driburg. Denn in ihrem Haushalt leben nicht nur die vier Kinder von Christina und Nico Kruse, sondern auch eine Katze und der Boxerrüde namens „Tiger“. Katze und Hund kommen prima miteinander klar. „Ich hatte immer schon Katzen und meine Frau immer schon Hunde“, sagt Nico Kruse, „und jetzt sind noch zwei ausgesetzte Kätzchen dazu gekommen.“

Mittwoch, 12.08.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 22:10 Uhr
Nico Kruse mit Tochter Zoe-Lynn (2) und Kätzchen „Simba“ (von links), Christina Kruse mit Kätzchen „Nala“ und Tochter Lea Sophia (6) mit dem Boxerrüden „Tiger“, der die beiden Katzenbabys im Karton gefunden hat. Foto: Reinhold Budde
Nico Kruse mit Tochter Zoe-Lynn (2) und Kätzchen „Simba“ (von links), Christina Kruse mit Kätzchen „Nala“ und Tochter Lea Sophia (6) mit dem Boxerrüden „Tiger“, der die beiden Katzenbabys im Karton gefunden hat.

Boxerrüde findet Kätzchen

„Als ich in der vergangenen Woche mit ‚Tiger‘ durch den Wald Richtung Siebenstern ging, zog der Hund wie verrückt an der Leine und wollte zu einem bestimmten Baum“, erzählt Christina Kruse. Also ließ sie den kräftigen Boxerrüden zum Baum. Dort entdeckte Christina Kruse einen verschlossenen Pappkarton, an dem der Boxer intensiv schnupperte. Und sah ein paar Sekunden später, dass sich in dem Karton zwei verängstigte Katzenbabys befanden.

Völlig entsetzt überlegte sie, was zu tun sei. Die Polizei informieren, mit dem Ordnungsamt reden? „Ich beschloss, die beiden Katzenbabys mit zu uns nach Hause zu nehmen. Doch vorher musste ich ‚Tiger‘ zurück bringen, um die Hände frei zu haben für den Karton“, sagt Kruse.

Großes Interesse

Zuhause angekommen, war das Interesse an dem Zuwachs von Seiten der Kinder und den bereits vorhandenen Tieren groß. „‚Tiger‘ ist sehr zärtlich zu den Katzen und geht vorsichtig durch die Wohnung, um keine Katze aus Versehen zu treten. Ich glaube, er ist auch ein wenig stolz, die beiden Kleinen entdeckt zu haben“, sagt Christina Kruse. „Mir und meinem Mann wurde schnell klar, die Tiere möchten wir nicht mehr trennen. Und sie ins Tierheim abzugeben, kam für uns gar nicht infrage“, ergänzt Kruse.

Was folgte, war ein längeres Gespräch mit der Tierschützerin Gudrun Lump vom Tierhort Albert Schweizer aus Paderborn. „Sie hörte sich die Geschichte an und war entsetzt. Dann erzählte sie mir, wie ich die erst ein paar Wochen alten Babys richtig ernähre und sagte mir volle Unterstützung zu. Kurze Zeit später erschien ihr Mitarbeiter bei uns, entwurmte und entflöhte die Kleinen“, sagt Christina Kruse. „Demnächst werden ‚Nala‘ und ‚Simba‘ noch kastriert und sterilisiert. Auch dies regelt Gudrun Lump.“

Von Tieren lernen

Familie Kruse und Gudrun Lump sind froh, dass die Katzenbabys in gute Hände gelangt sind – und nicht ins Tierheim. „Denn die sind übervoll mit nicht oder nicht mehr gewollten Tieren“, sagt Christina Kruse. „Wir haben bereits einen Hund und eine Katze, zwei weitere bringen wir auch durch“, ist sich Nico Kruse sicher.

Und die kleine Tierwelt im Haushalt der Kruses ist auch für die Kinder gut. Denn von Tieren könne man viel lernen – zum Beispiel, selbst Verantwortung zu übernehmen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7532014?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851031%2F
Grenzwert bei Corona-Neuinfektionen pro Woche überschritten
Ein Helfer der Johanniter hält im Corona Testzentrum am Flughafen Hannover ein Teststäbchen.
Nachrichten-Ticker