Neuenheerse: Manfred und Helga Schröder kaufen 106 Hektar Fläche für Kulturstiftung
Dorf bekommt seinen Wald zurück

Bad Driburg-Neuenheerse (WB). Der Kulturort Neuenheerse bei Bad Driburg hat seinen Stiftswald wieder. Diese freudige Nachricht überbringen Generalhonorarkonsul Manfred O. Schröder und seine Ehefrau Helga den Bürgerinnen und Bürgern des Dorfes. Die Eheleute haben für die von ihnen gegründete Kulturstiftung die 106 Hektar großen Waldflächen zurückgekauft, die fast 1000 Jahre lang zu den Ländereien des Hochadeligen Freiweltlichen Damenstifts Heerse gehört hatten.

Samstag, 15.08.2020, 06:00 Uhr
Blick von der Schutzhütte am Stausee aus auf den Stiftswald von Neuenheerse: Generalkonsul Manfred O. Schröder und seine Ehefrau Helga haben den Wald für die Kulturstiftung erworben. Die Fläche ist insgesamt 106 Hektar groß. Foto: Heiko Bulk
Blick von der Schutzhütte am Stausee aus auf den Stiftswald von Neuenheerse: Generalkonsul Manfred O. Schröder und seine Ehefrau Helga haben den Wald für die Kulturstiftung erworben. Die Fläche ist insgesamt 106 Hektar groß. Foto: Heiko Bulk

Großer Tag für Neuenheerse

„Dies ist ein großer Tag für Neuenheerse“, konstatierte Generalkonsul Schröder bei der feierlichen Unterzeichnung des Kaufvertrages in der Hubertushalle des von ihm vor mehr als 30 Jahren erworbenen und ausschließlich mit privaten Mitteln denkmalgerecht restaurierten Wasserschlosses neben dem Eggedom. „Wir möchten dem Dorf seinen Wald zurückgeben“, bringt das Ehepaar Schröder seine Beweggründe für den Kauf auf den Punkt. Der Kulturort und seine gedeihliche Entwicklung liegen beiden am Herzen. Deshalb haben sie sich mit einer eigens gegründeten Stiftung für den Erhalt des Gymnasiums St. Kaspar und erst kürzlich für die neu gegründete private Grundschule St. Walburga eingesetzt. Die großzügige finanzielle Zuwendung ist in die moderne Sanierung des Grundschulstandorts geflossen. „Wir freuen uns sehr, dass die Jüngsten in Neuenheerse weiterhin lernen können und dass auch das renommierte Gymnasium das Dorf als attraktiven Bildungsstandort stärkt.“

Beide Schulen arbeiten mit der Kulturstiftung Schröder eng zusammen. Die Wege zu den Vereinigten Museen im Schloss und im 2016 eröffneten Neubau auf dem Gelände des früheren Äbtissinnensitzes sind kurz. Beide Schulen liegen in unmittelbarer Nachbarschaft.

Feierliche Unterzeichnung des Kaufvertrages: Die bisherige Eigentümerfamilie war mit Wilhelm Johannes Albers (von rechts), seinem Sohn Matthias und seinem Vater Wilhelm in drei Generationen vertreten. Manfred und Helga Schröder (vorne) kamen ebenso wie Udo Bernsmann (links) und Dr. Josef Lammers vom Vorstand der Kulturstiftung mit der Familie Albers ins Gespräch.

Feierliche Unterzeichnung des Kaufvertrages: Die bisherige Eigentümerfamilie war mit Wilhelm Johannes Albers (von rechts), seinem Sohn Matthias und seinem Vater Wilhelm in drei Generationen vertreten. Manfred und Helga Schröder (vorne) kamen ebenso wie Udo Bernsmann (links) und Dr. Josef Lammers vom Vorstand der Kulturstiftung mit der Familie Albers ins Gespräch. Foto: Sabine Robrecht

Mit dem Wald geben die Eheleute Schröder dem Dorf nun zurück, was annähernd 1000 Jahre zu Neuenheerse gehört hatte. Denn im Jahr 868 tauschten die Gründer des Stifts Heerse, die heilige Walburga und ihr Bruder Liuthard, ihr Privatvermögen gegen Ländereien in der Egge. Fast 1000 Jahre lebten das Stift und das darum entstandene Dorf von diesen Gütern. Nach dem jähen Ende durch die Säkularisation 1810 wurde ein Teil des Waldes der Gemeinde Neuenheerse überschrieben. Bei der kommunalen Neugliederung ging er an die Stadt Bad Driburg über, die den Wald 1997 an einen Privateigentümer verkaufte.

Wald wird Stiftung stärken

Das Ehepaar Schröder erwarb den Wald nun von der Familie Albers, Gut Frielinghausen bei Meschede. Da er der Kulturstiftung übertragen ist, hat Neuenheerse nach 210 Jahren nun wieder einen Stiftswald. „Er wird fortan unveräußerlich sein“, betont Generalkonsul Schröder. „Dieser Tag ist ein historisches Datum in der Geschichte unseres Kulturortes“, ordnete Kuratoriumsmitglied Bernfried Jacobi bei der feierlichen Vertragsunterzeichnung den Kauf als bedeutend ein. Dr. Josef Lammers vom Stiftungsvorstand hob hervor, dass der Wald die Stiftung auf Dauer stärken wird. „Wir sind dem Ehepaar Schröder für diese großzügige Zustiftung sehr dankbar.“

Beispielloses Engagement

Heiko Bulk, Vorsitzender des Bezirksausschusses, brachte ebenfalls seinen Dank und seine Wertschätzung für das jahrzehntelange Engagement des Generalkonsuls und seiner Ehefrau zum Ausdruck. Beide haben, wie er hervorhob, Kulturgeschichte geschrieben und gehören zum Ort mit dazu. Das habe der Kauf des Waldes einmal mehr nachdrücklich unterstrichen.

Karl-Heinz Schwarze, ebenfalls Vorstandsmitglied der Kulturstiftung, würdigte Manfred O. Schröder und seine Ehefrau Helga als „Förderer lebenswichtiger Infrastruktur in und um Neuenheerse“. „Danke, dass Sie sich seit 1989 für Neuenheerse entschieden haben“, blickte er auf die Zeit zurück, als das Stifterehepaar mit dem Erwerb des Schlosses, der Restaurierung des Renaissance-Juwels und der Einrichtung der Vereinigten Museen den Grundstein für sein beispielloses Wirken in Dorf und Region gelegt hat.

Forstamtsrat Wilfried Drüke, ehemaliger Revierförster, hat die Verhandlungen zum Kauf des Stiftswaldes fachkompetent begleitet. Er wird die Bewirtschaftung leiten und freut sich, dass klimageschädigte Teile nun nachhaltig wieder aufgeforstet werden können.

Bei der Unterzeichnung des Kaufvertrages waren neben den Vertragspartnern die Vorstandsmitglieder der Kulturstiftung, Dr. Josef Lammers, Udo Bernsmann und Karl-Heinz Schwarze, anwesend. Wilfried Drüke, Bernfried Jacobi und Thomas Wunram vertraten das Stiftungskuratorium. Bezirksausschussvorsitzender Heiko Bulk gehörte ebenfalls zu den Gästen. Auf besonderem Wunsch der Stifter waren Pater Josef Klingele und Karl-Heinz Rustemeyer als verdiente Bürger von Neuenheerse zur Feierstunde eingeladen.

Denkmal im Schlosspark

Das Ehepaar Schröder möchte als Reminiszenz an den Rückkauf des Waldes einen großen Gedenkstein mit gravierter Inschrift im Park des Wasserschlosses aufstellen. „Dieses Denkmal soll künftige Generationen an das Zustandekommen des Kaufvertrages, das Datum der Unterzeichnung und somit an die Heimkehr des Stiftswaldes erinnern.“

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