Dian Degener startet mit „All nine yards“ musikalisch durch
Von Marianne und Michael zu Metal

Bad Driburg (WB). Er stand als kleiner Knirps mit Marianne und Michael auf der Bühne, spielte Gitarre vor Stefan Raab und heimste als Zehnjähriger den Nachwuchspreis beim »Jecken-Check« des WDR ein: Der Bad Driburger Dian Degener ist ein musikalischer Tausendsassa.

Dienstag, 18.08.2020, 04:32 Uhr aktualisiert: 18.08.2020, 12:00 Uhr
Die Band „All nine yards“ besteht aus Marc Pavey (von links), Thomas Rabenda, Dian Degener , der sich in der Band E.D. Mathews nennt, Kris Köhler und Marc Boedeker. Am Freitag ist ihre Platte „Blue“ erschienen. Foto: „All nine yards“
Die Band „All nine yards“ besteht aus Marc Pavey (von links), Thomas Rabenda, Dian Degener , der sich in der Band E.D. Mathews nennt, Kris Köhler und Marc Boedeker. Am Freitag ist ihre Platte „Blue“ erschienen. Foto: „All nine yards“

Jetzt, 13 Jahre später, hat er seine musikalische Heimat gefunden.

Der 23-Jährige ist Frontmann der Band „All nine yards“, was auf deutsch so viel heißt wie „die volle Breitseite“. Diese hat im Studio von Dians Vater Lars Dian Ollison ihre erste Platte mit dem Titel „Blue“ aufgenommen, von der die Single „Monsters Dancing“ am 10. Juli und die zweite Single „Leave My Scars Alone“ am 31. Juli erschienen ist. Seit Freitag ist auch das Album selbst auf dem Markt.

Geschrieben hat Dian Degener, der sich den Künstlernamen E.D. Matthews zugelegt hat, die zwölf Stücke zusammen mit seinem Vater.

Mehr Synthesizer

„Dass ‚All nine yards‘ sie spielt, war an sich gar nicht so geplant“, berichtet der junge Musiker. An sich seien die Stücke als sein Soloprojekt vorgesehen gewesen. Die Produktion sei völlig unabhängig vom Band-Gedanken nahezu komplett fertig gewesen. „Als wir dann so mit der Band zusammensaßen und ein wenig geplant hatten, waren wir uns plötzlich einig: Warum zwei Projekte gleichzeitig verfolgen. Wir haben das dann zusammengefügt. Und das Ergebnis ist die Platte ‚Blue‘“, beschreibt der Musiker deren Entstehung.

Da habe es sich auch gut gepasst, dass die Stücke soundtechnisch in eine andere Richtung gingen als das, das „All nine yards“ bisher gespielt habe. „Die haben alle viel mehr Synthesizer drin. Und genau das war es, was die Band ohnehin schon lange wollte“, erläutert der 23-Jährige.

Dian Degener ist zuversichtlich, dass das Projekt gut ankommt. Schon vor einiger Zeit hat die Band das Stück „The Cube Of Yeah“ herausgebracht, das inzwischen schon mehr als 73.000 Mal gestreamt worden ist.

Mal was Härteres

Neben Frontmann Dian Degener gehören zu „All nine yards“ der Lead-Gitarrist Marc Pavey, Thomas Rabunda an der Rhythmus-Gitarre, Bassist Kriss Köhler und Marc Boeddeker am Schlagzeug. Sie kommen aus dem Raum Bielefeld. Aufeinander aufmerksam geworden sind die Musiker, nachdem Dian Degener mit seinem Vater Lars Dian Ollison bei einem Akustik-Auftritt auf dem Geburtstag eines Freundes aufgetreten ist. Marc Pavey habe zuvor mit einer Cover-Band auf der Veranstaltung gespielt. „Eigentlich wollte er danach nach Hause, hat sich uns aber dann doch noch angehört“, blickt der Musiker zurück. Der Bad Driburger: „Er schrieb mich dann bei Facebook und meinte, ich hätte eine fette Stimme und ob ich nicht Lust auf was Härteres hätte.“

Fügung

Sie hätten sich dann zu zweit getroffen, ein bisschen geredet und ein bisschen miteinander Musik gemacht. „Und nach 20 Minuten hatten wir unseren ersten Song geschrieben“, erinnert sich Dian Degener. Das war vor zweieinhalb Jahren. Für ihn ist die Band und das Umfeld die perfekte Mischung. „Ich würde schon fast von Fügung sprechen“, sagt der 23-Jährige. Es sei alles andere als selbstverständlich, dass man eine Gruppe Menschen treffe, die alle gleich tickten.

Dass Dian Degener deutlich jünger ist als seine Mitstreiter, ist für ihn auch deshalb kein Thema. „Alle sind sehr jung geblieben. Und außerdem würde ich wegen meines Pedantismus auch gut als alter Sack durchgehen“, relativiert er schmunzelnd das Thema. „Musik hat kein Alter“, sagt er. Man spiele sich beim Musizieren die Bälle zu, jeder gebe seinen Input – unabhängig vom Alter. Den musikalischen Stil der Band einzuordnen, fällt Dian Degener nicht leicht. „Pop hat bei uns genau so viel Einfluss wie Metall“, erläutert er. Pop-Metal sei deshalb vielleicht die passende Bezeichnung.

„Musik hat kein Alter“

Der Musiker studiert Französisch und Englisch auf Lehramt und will dieses Studium auch abschließen. Gleichwohl räumt er ein, dass dieses nun etwas länger dauere als geplant. „Ich habe einige Entscheidungen zugunsten der Musik getroffen mit dem Wissen, dass sich mein Studium dadurch in die Länge zieht“, erklärt er. Das sei vielleicht nicht weise gewesen, er bereue es aber auch nicht.

Das gilt auch für seine musikalische Vergangenheit, etwa besagten Auftritt mit dem Volksmusik-Duo Marianne und Michael. „Das waren halt die ersten Schritte, die alle dafür gesorgt haben, dass ich jetzt hier sitze und schon ordentlich Erfahrung habe. Ich kann mich mit 23 als alten Hasen bezeichnen“, führt er aus. Und als sehr junger Mensch sei die Bandbreite des Möglichen auch sehr gering. „Sex, Drugs und Rock’n Roll wird als Achtjähriger nur schwer funktionieren“, nennt er ein Beispiel.

So wie viele Künstler auch, hofft Dian Degener nun darauf, bald wieder auftreten zu können.

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