Landratskandidat Michael Stickeln (CDU) möchte mit den Menschen etwas bewegen - seit 16 Jahren Stadtoberhaupt in Warburg
Bürgermeister aus Leidenschaft

Höxter/Warburg (WB). Er liebt seine Heimatstadt. Und schaut von einem Aussichtspunkt, den auch Touristen mögen, besonders gern auf ihre Dachlandschaft und die schmucken historischen Fassaden: Das Rondell unterhalb der Burg ist der Lieblingsplatz des Warburger Bürgermeisters und CDU-Landratskandidaten Michael Stickeln. „Hier habe ich alles im Blick, was zusammengewachsen ist“, sagt der 51-Jährige und zeigt auf die Kirchen der Alt- und der Neustadt und auf das geschichtsträchtige Rathaus zwischen den Städten.

Samstag, 29.08.2020, 09:40 Uhr
Das Rondell ist sein Lieblingsplatz: Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln hat für seine Heimatstadt viel erreicht. Für die CDU tritt er bei der Kommunalwahl als Landratskandidat an. Er will Nachfolger von Friedhelm Spieker werden. Foto: Sabine Robrecht
Das Rondell ist sein Lieblingsplatz: Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln hat für seine Heimatstadt viel erreicht. Für die CDU tritt er bei der Kommunalwahl als Landratskandidat an. Er will Nachfolger von Friedhelm Spieker werden. Foto: Sabine Robrecht

Große Symbolkraft

Als dieses Wahrzeichen 1568 gebaut wurde, lag die Vereinigung von Altstadt und Neustadt bereits mehr als 130 Jahre zurück. Gut Ding will eben manchmal Weile haben. Für diese Erkenntnis hat der Panoramablick vom Rondell eine Symbolkraft, die Michael Stickeln berührt und ihn in der Zuversicht bestärkt, dass Nord- und Südkreis mit der Zeit auch noch weiter zusammenwachsen. Deshalb liebt er diesen Ort, seit er ihn vom Bürofenster des besagten Rathauses aus für sich entdeckt hat. Das war – Michael Stickeln weiß es ganz genau – 1986. Damals absolvierte er bei der Stadt eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter. Eine Station war das Fremdenverkehrsamt. Von dort aus schaute er direkt auf das Rondell.

Michael Stickeln auf dem Weg zum Rondell.

Michael Stickeln auf dem Weg zum Rondell. Foto: Sabine Robrecht

Als der heutige Bürgermeister kürzlich diesen Aussichtspunkt mit der großen Kanone und der noch größeren Symbolkraft besucht hat, ist er auf dem Weg vielen Menschen begegnet: dem bekannten Schornsteinfegermeister Rudi Ryll beispielsweise und der jungen Rückkehrerfamilie, die in Rylls Nachbarschaft in der Straße „An der Burg“ ihr neues Haus bezogen hat. Der Bürgermeister freut sich über ihren Zuzug und wechselt mit der Familie ein paar Worte. Überhaupt ist er gerne mit den Bürgern im Gespräch. Das Stadtoberhaupt ist nahbar und will es auch als Landrat bleiben.

Leutseliges Naturell

Für dieses Markenzeichen muss sich der 51-Jährige nicht verbiegen. Die Leutseligkeit gehört zu seinem Naturell und kommt ihm beruflich zugute. Denn: „Die Menschen zu mögen, ist eine Grundvoraussetzung für einen Bürgermeister.“ Michael Stickeln entspricht diesem Postulat. Er mag die Menschen. Mit ihnen und für sie etwas zu bewegen, ist seine Leidenschaft. Deshalb wirkt er nach 16 (!) Bürgermeister-Jahren in keinster Weise amtsmüde. Die Souveränität des Routiniers ist gepaart mit einem unverbrauchten, erfrischenden und überhaupt nicht aufgesetzten Esprit. Kaum zu glauben also, dass er in Warburg aufhört.

Einhelliger Rückhalt

Die Entscheidung dazu hat der Diplom-Verwaltungswirt und Diplom-Betriebswirt aus Dössel 2015 für sich getroffen und seiner Partei frühzeitig kommuniziert. „Ich bin 2004 angetreten, um als wichtigste Herausforderungen unter anderem die Stadtfinanzen in Ordnung zu bringen und das Krankenhaus zu erhalten. Diese und weitere Themen des Wahlprogramms habe ich abgearbeitet. Die Stadt steht sehr gut da – so dass der Nachfolger einen guten Start hat. Nach 16 Jahren wollte ich etwas anderes machen und den Zeitpunkt nicht erleben, an dem die Leute sagen ‚Jetzt kann auch mal ein anderer ran‘.“

Aus der Wirtschaft hatte er zwei Angebote. Als CDU-Kreisvorsitzender Christian Haase MdB ihn dann aber fragte, ob er sich die Landratskandidatur vorstellen könne, sagte Stickeln ja. Und die Partei steht wie ein Mann (oder eine Frau) hinter ihm: 99,6 Prozent der Stimmberechtigten des Nominierungsparteitages können sich – wie er selbst – seine Kandidatur vorstellen. „Dieses Ergebnis hat mich sprachlos gemacht“, ist der Vater zweier Söhne nach wie vor überwältigt von diesem einhelligen Rückhalt.

Zeit für die Bürger

Nahbar, authentisch und ohne falsche Versprechungen: Diesem bewährten Kurs bleibt Michael Stickeln auch im Landrats-Wahlkampf und im Fall seines Umzugs ins Kreishaus Höxter treu. Gewählt werde man nicht, weil man den Menschen etwas verspreche. „Die Bürger wollen, dass man sich Zeit nimmt und ihnen die Dinge erklärt.“ Das hat Michael Stickeln getan, als er sich in seiner ersten Amtsperiode anschickte, die Stadt aus dem Haushaltssicherungskonzept zu führen. „Wir mussten Gebühren anpassen und Steuern erhöhen. Ich bin in Bürgerversammlungen gegangen und habe den Menschen erläutert, warum das nötig war. Trotz des Sparkurses bin ich ohne Gegenkandidaten mit 89,5 Prozent wiedergewählt worden.“ Finanzpolitisch liegen dem scheidenden Bürgermeister Weitblick und Nachhaltigkeit am Herzen. Beispiel: Internationaler Hansetag 2036. Für dieses Großevent, das Warburg zum 1000-jährigen Stadtjubiläum ausrichtet, „legen wir seit 2012 über den Pensionsfonds jedes Jahr 20.000 Euro an die Seite“, um den dann Handelnden keine Last aufzubürden.

Zurück zum Rondell: An diesem Lieblingsplatz richtet der Bürgermeister den Blick auf die bereits 1949 eingeweihte Wirmer-Leuchte am Marianum, um seiner Heimatstadt Respekt zu zollen: „Warburg hat die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 schon zu einer Zeit gewürdigt, als die Gedenkkultur noch nicht so weit war.“ Stickeln schaut weiter zur Diemel und zum Diemelradweg „als verbindendes Element zwischen den Städten und den Bundesländern“.

Dörfer erradelt

Apropos Radweg: Der agile Landratskandidat hat sich aufs Rad gesetzt, als er im Wahlkampf die Ortschaften Höxters besucht hat. Kreisweit hat Stickeln in den vergangenen Wochen viele Dörfer bereist. Und er ist berührt: „Man lernt die Orte intensiver kennen und macht sich bewusst, wie abwechslungsreich und ehrenamtlich durchdrungen unser Kreis ist. In den Dörfern wohnen beeindruckende Menschen, die vielfältige Projekte realisieren. Wir haben zehn wunderschöne Städte mit eigenen Stärken und interessante Unternehmen. Die Menschen brennen für ihre Betriebe und ihre Projekte. Es ist eine tolle Herausforderung, diese Region zu entwickeln und voranzubringen.“

Wir haben uns mittelfristig vorgenommen, Glasfaser bis an jedes Gebäude zu bringen.

Michael Stickeln

Dafür bringt der 51-Jährige eine unerschöpflich scheinende Energie mit. 16- bis 18-Stunden-Tage sind keine Seltenheit – als Bürgermeister nicht und im Wahlkampf schon gar nicht. Die Digitalisierung ist ihm ein Herzensanliegen. „Wir haben uns mittelfristig vorgenommen, Glasfaser bis an jedes Gebäude zu bringen.“ Das gehöre inzwischen zur Daseinsvorsorge wie Strom und Wasser und mache die Region, die mit intakter Natur, großer Sicherheit, hohem Freizeitwert und geringen Wohnkosten punktet, auch für Startups mit klugen Köpfen und Rückkehrer attraktiv.

Die Familie ist seine Kraftquelle: Mit ihren Zwillingssöhnen Nathanael und Aurelian genießen Michael Stickeln und seine Ehefrau Kristina Jäkel-Stickeln die knappe Freizeit.

Die Familie ist seine Kraftquelle: Mit ihren Zwillingssöhnen Nathanael und Aurelian genießen Michael Stickeln und seine Ehefrau Kristina Jäkel-Stickeln die knappe Freizeit. Foto: Daniel Winkler

Kraftquelle bei allem Stress ist die Familie. Die Zwillingssöhne Nathanael und Aurelian (dreieinhalb) sind der ganze Stolz von Michael Stickeln und seiner Ehefrau Kristina Jäkel-Stickeln. Die Bildhauer- und Steinmetzmeisterin führt den Betrieb ihres Großvaters in Wrexen und verarbeitet den dort beheimateten Buntsandstein. „Ich bin zum Steinexperten geworden“, sagt Michael Stickeln. Aber nur in der Theorie, wie er freimütig zugibt: „Praktisch bin ich bereits bei dem Versuch gescheitert, für eine Vogeltränke ein Loch in einen Stein zu klopfen“, lacht der scheidende Bürgermeister. Das gemeinsame Hobby des Paares, das Westernreiten, liegt aus Zeitgründen auf Eis. Die wenige Zeit, die sie derzeit zusammen haben, widmen beide ihren Kindern. „Die Jungs machen uns viel Freude.“

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