Land und Kreis stellen Geld für flexible Öffnungszeiten zur Verfügung
Auch sonntags in die Kita?

Höxter (WB). Auch am Wochenende oder an Feiertagen in den Kindergarten gehen – im Kreis Höxter ist das bisher nicht möglich. Das könnte sich allerdings ändern.

 

Montag, 31.08.2020, 00:00 Uhr aktualisiert: 31.08.2020, 02:02 Uhr
Die Öffnungszeiten der Kindergärten im Kreis Höxter können jetzt mit Mitteln des Landes und des Kreises flexibler gestaltet werden. Bislang ist die Nachfrage bei den Trägern corona-bedingt aber eher gering. Foto: dpa
Die Öffnungszeiten der Kindergärten im Kreis Höxter können jetzt mit Mitteln des Landes und des Kreises flexibler gestaltet werden. Bislang ist die Nachfrage bei den Trägern corona-bedingt aber eher gering. Foto: dpa

Das Land NRW zahlt Trägern von Kindergartenstätten zusätzliches Geld, wenn sie die Öffnungszeiten flexibler gestalten. Der Kreis Höxter hat dafür entsprechende Fördergrundsätze erarbeitet, die der Jugendhilfeausschuss jetzt gebilligt hat. Für das laufende Kindergartenjahr zeigten die Träger allerdings wenig Interesse.

Corona bremst Nachfrage

Jutta Schwämmle vom Jugendamt nannte als Gründe die Corona-Krise und den Fachkräftemangel. So seien für die Kindergärten die Maßnahmen nicht umsetzbar, weil es auf dem Arbeitsmarkt kurzfristig kein zusätzliches Personal gibt. Für das Kindergartenjahr 2021/22 rechnet sie allerdings mit einem Mittelabruf. Etwa 350.000 Euro stehen bereit. Davon trägt der Kreis einen Eigenanteil von 25 Prozent.

Schwerpunkte

Der Jugendhilfeausschuss hat sich am Donnerstag auf folgende Förderschwerpunkte verständigt.

  • Gefördert werden sollen Einrichtungen, die tatsächlich über 47 Stunden pro Woche hinaus geöffnet haben.
  • Gefördert werden sollen Einrichtungen, die vor 7 Uhr oder nach 17 Uhr und auch am Freitagnachmittag geöffnet haben.
  • Kindertageseinrichtungen, die weniger als 16 Tage jährlich schließen, erhalten pro Tag weniger einen pauschalen Förderbetrag.
  • Darüber hinaus soll die Flexibilisierung von 35-Stunden-Plätzen bezuschusst werden. Dazu soll der buchbare Zeitkorridor für die Eltern erweitert werden.

Bislang sind Eltern, die ihr Kinder 35 Stunden pro Woche betreuen lassen, oft auf einen festen Rahmen beschränkt. Eine Vielzahl der Kindergärten im Kreis Höxter betreut diese Kinder in der Regel am Vormittag und nach einer Mittagspause zu Hause wieder am Nachmittag. Darüber hinaus gibt es so genannte Blockmodelle mit Mittagsessen im Kindergarten. Dieses Blockmodell muss ein Kindergarten mindestens anbieten, um überhaupt in den Genuss einer Förderung kommen zu können. Dann können die Eltern entscheiden, wie sie das Stundenkontingent für ihr Kind aufteilen. Es kann beispielsweise montags bis mittwochs von 7 bis 15 Uhr in die Kita kommen, donnerstags von 7 bis 16 Uhr und freitags gar nicht.

Bezuschusst werden können auch Betreuungsangebote bei unregelmäßigen Bedarf oder für „ausnahmsweise kurzfristig erhöhten Bedarf der Familien“ und Notfallpflege. Ebenso kann Geld eingesetzt werde, um in Kooperation mit Tagesmüttern individuelle Lösungen zu ermöglichen, beispielsweise für eine Betreuung in den frühen Abendstunden.

Früh morgens

Bislang gibt es von 96 Kindergärten im Kreis Höxter mit der Kita Rappelkiste in der Kreisstadt und dem Katholischen Kindergarten St. Nikolaus in Nieheim zwei Tagesstätten, die vor 7 Uhr öffnen. „Nach 17 Uhr hat keine Kita regulär geöffnet, wobei aber teilweise auf die besonderen Bedarfe der Eltern Rücksicht genommen wird, sei es durch Erweiterung der Öffnungszeiten oder Randzeitenbetreuung durch eine Tagespflegeperson“, ergänzt die Höxteraner Kreisverwaltung.

Schließtage

Unter 16 Schließtagen bleiben ebenfalls nur zwei Kindergärten, nämlich die AWO-Kita in Bad Driburg (drei Schließtage) und die Kita Klabautermann in Steinheim (14 Schließtage). Das Kinderbildungsgesetz sieht vor, dass die Zahl der jährlichen Schließungstage 20 nicht überschreiten sollte. Mehr als dreißig Schließtage im Jahr sind unzulässig. Der Begriff der Schließtage wird aus Elternsicht verstanden, also einschließlich Schließzeiten für pädagogische Konzepttage, Weiterbildung oder Teambildungstage.

Elternmeinung

Eine Befragung der Eltern zu der Flexibilisierung der Betreuung hat es bislang nicht gegeben. Der Kreis kündigt für den 4. November eine Tagung des Jugendamtselternbeirat an. Hierzu sollen auch die Elternbeiräte der Kindertagesstätten eingeladen werden. Bei der Sitzung werden auch die neuen Landesmittel vorgestellt und diskutiert.

 

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