Pulse of Europe Schulparlamente im Gymnasium St. Xaver
Schüler diskutieren über Solidarität

Bad Driburg -

Im Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg haben Schüler mit Vertretern von Pulse of Europe darüber diskutiert, wie Solidarität in Europa funktionieren kann.

Freitag, 13.11.2020, 06:00 Uhr
Das Foto zeigt die beiden Schüler-Gruppen links mit Frederike
Das Foto zeigt die beiden Schüler-Gruppen links mit Frederike Foto: Gymnasium St. Xaver

Bad Driburg greift in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium St. Xaver die dritte Runde der europäischen Hausparlamente auf, um sie als Schulparlamente an die jüngeren Mitbürger heranzuführen. Erstmals bietet Pulse of Europe sein Bürgerbeteiligungsformat neben Deutschland in weiteren EU-Mitgliedsstaaten an, darunter Frankreich, Italien, Österreich, Portugal, Polen und Schweden.

Die Ergebnisse dieser privaten Debatten werden direkt an politische Entscheidungsträger in Brüssel weitergegeben, die zeitnah zum Votum der Haus-Parlamentarier Stellung nehmen. Mit dabei in der aktuellen Runde sind auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Manfred Weber, Katarina Barley und Ska Keller.

Vielschichtige Debatte

Im Projektkurs „Europa“ im Gymnasium St. Xaver unter der Leitung von Nicole Allroggen moderierten Frederike Wieneke und Wolfgang Hentschel von Pulse of Europe Bad Driburg eine vielschichtige Debatte im Gymnasium St. Xaver, in der der Frage nachgegangen wurde, ob sich die EU in den Bereichen „wirtschaftlicher Wiederaufbau nach Krisen“, „sozialpolitische Maßnahmen“ und „Bekämpfung des Klimawandels“ zu mehr gegenseitiger Solidarität bewegen soll.

Hinsichtlich der Frage nach wirtschaftlicher Unterstützung bejahten die Schüler, dass diesbezügliches Engagement notwendig sei, auch damit die EU anderen Wirtschaftsblöcken wie China oder USA geschlossen entgegentreten könnte. Demgegenüber wurde angemerkt, dass sich Länder auch selbst anstrengen müssten, ihre Wirtschaftsprobleme zu lösen. Es bestand Einigkeit darüber, dass dort, wo Rechtsstaatlichkeit aufhört, auch Unterstützung zu beenden sei.

Nicht so viel Zustimmung erhielt die Frage, ob die EU verstärkt in sozialpolitische Maßnahmen investieren soll, um der sozialen Ungleichheit zwischen den Mitgliedsstaaten entgegenzuwirken. Staaten müssten zunächst dem Wohlstandsgefälle innerhalb der eigenen Bevölkerung entgegenwirken.

Umweltverträgliche Innovationen fördern

Natürlich wurde aber anerkannt, dass sozialer und gesellschaftlicher Fortschritt ein Grundwert der europäischen Gesellschaft und Demokratie ist. Insofern wäre bei Unterstützung ein Mechanismus wichtig, der sicherstellt, dass das investierte Geld wirklich bei den betroffenen Bürgern ankommt und nicht im Staatsetat versickert.

Höchste Befürwortung erhielt – nicht ganz überraschend – die Frage, ob die EU im Interesse zukünftiger Generationen primär umweltverträgliche Innovationen und Arbeitsplätze fördern soll. Einmütig erklärten die Schüler, dass ein solches Vorgehen zur Existenzsicherung der Menschheit und der eigenen Zukunft absolut notwendig sei. Die EU müsse hier als Vorreiter aktiv werden.

Eine Schülerin bemerkte treffend: „Die Erde ist nicht auf uns angewiesen, aber wir auf die Erde“. Das abschließende Votum zur übergeordneten Frage nach europäischer Solidarität in wirtschaftlichen, sozial- und umweltpolitischen Fragen traf auf einmütige Zustimmung. Ein klares Bekenntnis der jugendlichen Teilnehmer zu europäischem Zusammenhalt.

Der Beteiligungsprozess durch Schulparlamente wurde als sehr positiv eingeschätzt. Die Schüler fühlten sich nach der Debatte besser informiert, was einzelne Themen der EU betrifft. Die engagierten und sachkundigen Argumente der jungen Bürger werden nun an die politischen Entscheidungsträger weitergeleitet und die Rückmeldungen mit Spannung erwartet.

Die dritte Runde der Hausparlamente läuft derzeit noch. Jeder kann Gastgeber eines Hausparlaments werden und auch online recht unkompliziert solch ein Parlament durchführen.

Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter

https://homeparliaments.eu.

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