März-Zahlen im Kreis Höxter: 3170 Menschen ohne Job – Problem Gastronomie und Handel
Kurzarbeit geht drastisch zurück

Höxter -

Im März 2021 sind von Unternehmen aus dem Kreis Höxter 28 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht worden. 227 Personen werden als von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein deutlicher Rückgang (Februar: 173 Anzeigen, 2194 Personen).

Mittwoch, 31.03.2021, 22:06 Uhr aktualisiert: 31.03.2021, 22:10 Uhr
Die Gastronomie ist seit einem Jahr in Not. Schon 2020 ließen Hoteliers und Gastronomen hier den leeren Stuhl bei dieser Aktion auf Höxters Marktplatz im April für sich sprechen.
Die Gastronomie ist seit einem Jahr in Not. Schon 2020 ließen Hoteliers und Gastronomen hier den leeren Stuhl bei dieser Aktion auf Höxters Marktplatz im April für sich sprechen.

Am Arbeitsmarkt im Kreis Höxter hat im März eine Frühjahrsbelebung eingesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Vormonat um 4,4 Prozent gesunken. Weniger Menschen als im Februar haben ihre Beschäftigung verloren. Zudem haben wieder mehr Menschen eine Anstellung gefunden.

Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit kommentierte die Lage so: „Der saisonal typische Rückgang der Arbeitslosenzahl fällt im Vergleich zu den Vorjahren überdurchschnittlich deutlich aus. Die positive Entwicklung ist ein deutliches Signal dafür, dass sich der Arbeitsmarkt im Kreis Höxter zurzeit von den negativen Auswirkungen der Pandemie erholt.

Die Industrie im Kreis Höxter profitiert von der globalen Erholung. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist allerdings allein auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung zurückzuführen; in der Grundsicherung steigt die Arbeitslosenzahl leicht an. Hierin zeigen sich Risiken in der Pandemie unter anderem für geringfügig und kurzfristig beschäftigte Menschen sowie für Selbstständige.“

Im Vergleich zum Monat März 2020, in dem sich die Pandemie aus statistischen Gründen noch nicht spürbar auf die Arbeitslosigkeit auswirkte, liegt die Arbeitslosenzahl um 8,6 Prozent erhöht – das bedeutet einen niedrigen Anstieg im NRW-Vergleich.

„Das Kurzarbeitergeld nehmen Unternehmen weiter in großem Umfang in Anspruch. Dieses bleibt eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich der Arbeitsmarkt stabil entwickeln kann“, so Heinz Thiele. Auch aus Sorge vor dem zunehmenden Fachkräftemangel wollten viele Betriebe ihre Beschäftigten halten. Für viele Betriebe und Angestellte sei es daher ein gutes Signal, dass der erleichterte Zugang zur Kurzarbeit verlängert worden sei.

„Im Ganzen entwickelt sich der Arbeitsmarkt im Kreis Höxter sehr robust. Während die Pandemie die Konjunktur in absehbarer Zeit nicht mehr belasten dürfte, werden der demografische und strukturelle Wandel die größten Herausforderungen für den Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren sein“, erklärte der Arbeitsagenturchef. Mit steigenden Fallzahlen bleibe aber der Ausblick besonders für das Gastgewerbe und den Einzelhandel sowie den Bereich der sogenannten körpernahen Dienstleistungen bis auf Weiteres mit Unsicherheit behaftet.“

Arbeitslosenzahlen

Insgesamt waren im März im Kreis Höxter 3170 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonats sind das 147 Personen oder 4,4 Prozent weniger. Im Vergleich zum März des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 252 Personen beziehungsweise 8,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im März 2021 4,2 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 3,9 Prozent.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden 1.484 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 163 Personen beziehungsweise 9,9 Prozent.

In der Grundsicherung sind 16 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 148 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 1,0 Prozent zum Vormonat beziehungsweise plus 9,6 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt zählen 1.686 Personen und 53,2 Prozent aller Arbeitslosen zur Grundsicherung SGB II.

309 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Höxter unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 38 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres mehr arbeitslose junge Menschen.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist gestiegen. 1069 Personen waren länger als ein Jahr ohne Arbeit.

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